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Von Essaouira bis Casablanca

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Von Essaouira, der Stadt die noch etwas abseits des Massentourismus liegt, ging unsere Fahrt entlang der Küste des Atlantischen Ozeans bis nach Casablanca – der Stadt des „Weißen Hauses“. So richtig weiß fanden wir die Häuser jedoch nicht mehr, es sah alles etwas heruntergekommen aus. Casablanca hat bei vielen Deutschen einen magischen Klang, auch wegen des berühmten Films. Wer jedoch denkt, in der Stadt die Originalschauplätze zu finden, der wird enttäuscht. Der Film „Casablanca“ wurde nämlich in Amerika in den Studios gedreht. Zwar gibt es in Casablanca „Rick´s Café“, doch das ist alles andere als echt.

Wir fanden Casablanca nicht sonderlich attraktiv, da gefielen uns Städte wie z.B. Fès oder Marrakesch bedeutend besser. Casablanca ist eine pulsierende Metropole, das vorrangige Industrie-, Finanz- und Handelszentrum Marokkos. Trotzdem, auch hier gibt es Interessantes, das Touristen anlockt. An erster Stelle steht da sicher die monumentale Moschee Hassan II, der zweitgrößte Sakralbau der Welt.

Essaouira, die weiße Stadt am Atlantik

Mit dem Weiß ist es in Essaouira auch nicht mehr so weit her, sehr oft sind die Mauern inzwischen abgeblättert oder vergilbt. Ansonsten ist die Stadt mit ihrem ganzjährig milden Klima ein angenehmer Aufenthaltsort, an dem es auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit gibt. Ein Tag dürfte aber für die Erkundung ausreichen, denn groß ist die Stadt nicht und die Highlights sind schnell erkundet.

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Gegründet wurde der erste Stützpunkt an dieser Stelle schon im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern. Im 15. Jahrhundert n. Chr. kamen die Portugiesen und errichteten einen Handels- und Militärposten, den sie Mogador nannten. Ähnlich wie in El-Jadida wurden sie jedoch im 18.Jahrhundert von den Arabern vertrieben, die hier die eigentliche Stadt gründeten. Der Architekt der Stadt, des Hafens und der Befestigungsanlagen war jedoch ein Europäer, der schon für den französischen König gearbeitet hatte. So wundert es nicht, dass alles stark an europäische Festungen erinnert. Beide Stile findet man an den Stadtmauern, auf der Meer-Seite sind sie typisch europäisch, die inneren Mauern sind dagegen im islamischen Stil geprägt.

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Imponierend fanden wir den Hafen, in dem sich hunderte Fischerboote drängten. Auch die Strandpromenade entlang der alten Häuser war einen Spaziergang wert. Essaouira ist eine Stadt der Künstler, vor allem Holzgestalter und Maler haben einen ausgezeichneten Ruf im ganzen Land und auch außerhalb. So blieb es nicht aus, dass wir einige Kunstgalerien und Handwerksbetriebe besuchten. Im ehemaligen Munitionsdepot haben sich Handwerker niedergelassen, die durch ihre fantastischen Intarsienarbeiten berühmt wurden.

Diese Kunst hat einen langen „Stammbaum“, schon in der Antike galten die Kunsttischler aus der Region als wahre Meister. Sie verwenden vorrangig Thujaholz, ein sehr dichtes Hartholz, das hier wächst. Die Auswahl an Schatullen, Kästchen, Tabletts, Tischen u.v.a. mit den wunderbaren Intarsienarbeiten ist eine Augenweide. Die größeren Exponate werden auch an die Heimatadresse des Käufers geschickt. Billig ist das Vergnügen aber nicht.

Die Maler, nicht weniger berühmt, verwenden für die meisten ihrer Werke Motive aus den Traditionen der Berber, die in leuchtenden intensiven Farben gestaltet werden. Die bekannteste Galerie, in der man viele Werke findet, ist die Galerie Damgaard. Der Däne Damgaard betrieb diese Galerie bis 2006, dann zog er sich zurück. Die Galerie hat seinen Namen behalten und sich weiter den marokkanischen Künstlern verschrieben, die in den letzten Jahren auch Ausstellungen im Ausland hatten.

El-Jadida mit der portugiesischen Festung

El-Jadida, die marokkanische Stadt am Atlantik, hatte lange Zeit eine portugiesische Vergangenheit und hieß in dieser Epoche Mazagan. Noch heute ist davon so einiges zu sehen. Die Portugiesen kamen 1502 und bauten hier eine Festung, in deren Schutz sich der Ort zu einem wichtigen Handelszentrum entwickelte. Auf der damals bedeutenden Route um Afrika in den Osten legten hier viele Schiffe an um Proviant zu fassen. Im 18. Jahrhundert wurden die Portugiesen von den Arabern vertrieben und die Stadt erhielt den Namen El-Jadida - „Die Neue“. Diesen Namen behielt sie bis heute, abgesehen von einer relativ kurzen Epoche während des Protektorats als sie ihren alten Namen zurück erhielt.

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Zu sehen gab es in der Altstadt für uns viel, besonders die starken Mauern mit den ehemals fünf Bastionen, von denen die Altstadt umgeben war. Von diesen damals fünf Bastionen wurden vier wieder aufgebaut und können bestaunt werden. Die Portugiesen hatten sie auf ihrer Flucht vor den Arabern zerstört. Für uns besonders interessant war die Bastion de l´Ange, die besucht werden kann und von deren Terrasse sich uns ein wunderbarer Blick auf die Altstadt mit den Mauern und auf das Meer bot.

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Das Highlight in El-Jadida ist ohne Zweifel jedoch die ehemalige Portugiesische Zisterne, die Citerne Portugaise. Erbaut wurde sie von den Portugiesen 1514 als unterirdisches Waffenlager. Knapp 30 Jahre später vergrößerten die Portugiesen die Zitadelle und nutzten diese Lager nun als Zisterne. Bei einer eventuellen längeren Belagerung sollte sie die Wasserversorgung der Stadt sichern. Nach dem Abzug der Portugiesen geriet diese Zisterne in Vergessenheit, erst 1916 wurde sie zufällig wiederentdeckt. Ein Händler wollte seinen Laden vergrößern und riss eine Wand ein.

Die Zisterne kann besucht werden und entwickelte sich zu einem Magnet für Touristen, zu Recht, wie wir feststellten. Das 33 mal 34 Meter große Gewölbe wird durch fünf Reihen gewaltiger Säulen gestützt, insgesamt sind es 25. Hier unten war es ziemlich dunkel, doch durch eine Öffnung über dem Mittelbogen von 3,50 Meter Durchmesser gelangt Tageslicht in das Gewölbe und taucht alles in eine mystische Stimmung. Beeindruckt waren wir speziell von den Spiegelungen der Säulen im Wasser.

Die monumentale Moschee Hassan II in Casablanca

Auch wenn wir es kaum glauben wollten, die riesige Moschee Hassan II wurde erst im Jahre 1993 fertig gestellt. Alles an diesem Bauwerk ist gigantisch, nicht ohne Grund kann es sich mit dem Anspruch schmücken, der zweitgrößte Sakralbau der Welt zu sein. Der gesamte Komplex nimmt eine Fläche von neun Hektar ein, von denen große Teile erst aufgeschüttet und so dem Meer abgerungen wurden. Rund 35 000 Handwerker beteiligten sich am Bau. Auch aufgrund dessen geriet alte Handwerkskunst nicht in Vergessenheit und wurde gefördert. Wenn wir genau hinsahen, konnten wir zwar erkennen, dass die Handwerker in ihrer Qualität nicht an die der „alten Meister“ heran kamen, doch mit etwas Abstand war alles überaus imponierend.

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Gewidmet war die Moschee dem 60. Geburtstag des Königs Hassan II., dem Vater des heutigen Königs Mohammed VI. Offiziell sollte sie ein Geschenk an das Volk sein, doch da die Moschee mit Unmengen Steuergeldern finanziert wurde, könnte man sie eher als Geschenk des Volkes an den König bezeichnen. In den sieben Jahren der Bauzeit ereigneten sich zudem zahlreiche Arbeitsunfälle, was sicher auch am enormen Tempo des Bauens lag. Trotz aller Probleme ist jedoch ein Bauwerk entstanden, das sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann.

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Die Moschee Hassan II ist eine der ganz wenigen, die auch von Nichtmuslimen besichtigt werden darf. Das nutzten wir natürlich aus und wir können sagen, dass wir begeistert waren. Schon von weitem beeindruckte uns der gewaltige Bau auf dem großen Platz. Das Minarett ragt sagenhafte 200 Meter hoch in den Himmel und nimmt eine Grundfläche von 25 mal 25 Metern ein. Neben der eigentlichen Moschee gibt es hier noch eine Bibliothek, eine islamische Schule und ein Museum für marokkanische Geschichte.

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Im Gebäude kamen wir uns richtig winzig vor. Kein Wunder, denn der Gebetsraum mit einer Fläche von 100 mal 200 Metern bietet Platz für 25 000 Gläubige. Auf dem Platz vor der Moschee können sich dann noch weitere 80 000 Menschen einfinden. Bei 25 000 Menschen in einem Gebäude – selbst in so einem gigantischen – wird jedoch irgendwann die Luft knapp. Deshalb kann das Dach des Gebäudes automatisch geöffnet werden. Wir hatten sogar das Glück, das noch zu beobachten – allerdings leider nachdem wir die Moschee verlassen hatten.

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Der gesamte Innenraum ist prunkvoll ausgestattet, verwendet wurde viel Marmor, Granit und Zedernholz und natürlich dürfen die typischen Fliesenmosaike nicht fehlen. Die große Kuppel wurde ebenfalls mit Zedernholz verkleidet und mit Schnitzereien sowie Bemalungen gestaltet. Frauen und Männer dürfen nicht zusammen beten, deshalb gibt es eine Frauengalerie, die vor den Blicken der Männer abgeschirmt ist. Hier finden 5000 Frauen Platz. Im Keller des Gebäudes befindet sich noch ein riesiges Hamam mit einem großen Becken und zahlreichen Möglichkeiten für Fußwaschungen.

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