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Rund um den Lübecker Dom

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Als wir den Lübecker Dom besuchten, kamen wir vom Fegefeuer ins Paradies. Umgekehrt ist es allerdings auch möglich. Wer hier aber Überirdisches vermutet, der liegt völlig falsch. Beim Fegefeuer handelt es sich um einen originellen Straßennamen und beim Paradies um den nördlichen Vorbau des Doms. Die älteste Kirche Lübecks bietet einen imposanten Anblick und ist auch im Innenraum hochinteressant.

Die katholische Probsteikirche Herz Jesu steht im wahrsten Sinne des Wortes im Schatten des gewaltigen Doms, doch sollte man sie nicht links liegenlassen. Auch in der Nähe des Doms befindet sich das Museum für Natur und Umwelt. Ebenfalls sehenswert sind das St. Annen Museum, die Reste der alten Stadtmauer am Altstadtbad Krähenteich sowie die Kirche St. Aegidien.

Der Lübecker Dom, die älteste Kirche Lübecks

Der Lübecker Dom ist nicht nur ein äußerst imposanter Bau, er ist auch Lübecks älteste Kirche. Der Grundstein für dieses Bauwerk wurde im Jahre 1173 von Heinrich dem Löwen gelegt. Auch hierzu gibt es eine schöne Geschichte. Heinrich der Löwe wollte Lübeck als Bischofssitz bestimmen und suchte einen Platz für die Errichtung der Kirche. An der Stelle, an der er den Dom erbauen ließ, befand sich eine Quelle, die den Heiden als heilig galt. Mit dem Bau des Domes an genau diesem Ort wollte Heinrich der Götzenverehrung ein Ende setzen und die Christianisierung vollenden. Ein Denkmal auf dem Domvorplatz erinnert an den Erbauer Heinrich den Löwen.

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Der Nachteil an diesem Standort war jedoch, dass die Quelle nicht vollständig zugeschüttet werden konnte und sich deshalb immer wieder einen Weg bahnte. Dieser ständige Wasserzufluss unterspülte das Fundament, die Folge war, dass sich die beiden Türme des Doms neigten und bis heute schief stehen. Um sie nicht irgendwann einfallen zu lassen blieb nichts weiter übrig, als beide Türme mit einem stabilen Stahlträger zu verbinden. Den Anblick fanden wir etwas gewöhnungsbedürftig, aber es hilft offensichtlich.

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Der ursprünglich romanische Bau aus Backsteinen war für damalige Zeiten gewaltig. Mit 90 Metern Länge, 30 Metern Breite, Gewölben, die 20 Meter Höhe erreichten und einer Turmhöhe von 70 Metern erschien die Kirche den Menschen mit Sicherheit „überirdisch“ und auch furchteinflößend. Nach 73 Jahren war dieses Werk getan, doch schon nach kurzer Zeit begann man mit der Erweiterung des Domes und dem Bau der Paradiesvorhalle. So erscheint der Dom heute in einer Mischung aus Romanik, Gotik und Barock. Die Baumeister haben es jedoch verstanden, diesen Mix harmonisch aussehen zu lassen. Durch alle diese Um- und Anbauten ist der Dom noch gewaltiger geworden, die Türme kommen auf eine Höhe von 115 Metern und mit seinen inzwischen 130 Metern Länge zählt er zu den längsten Backsteinkirchen der Welt.

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Die nördliche Vorhalle des Doms, das „Paradies“, kann auch besichtigt werden – wenn man Glück hat. Der etwas merkwürdig erscheinende Name der Halle bezieht sich wohl darauf, dass der Dombezirk nicht der weltlichen Rechtsprechung unterstand. Wer sich in die damals offene Vorhalle flüchtete, konnte nicht verfolgt und verurteilt werden, für ihn war dieser Ort gewissermaßen das Paradies.

Glücklicherweise konnten wertvolle Kunstwerke vor der Vernichtung durch die Bombenangriffe im 2. Weltkrieg gerettet werden, die heute wieder im Dom zu sehen sind. Eines, das uns mit am meisten beeindruckte, ist das Triumphkreuz von 1477, eine wunderbare Schnitzarbeit. Damals war dieses Meisterwerk noch farbig, heute erscheint es im Holzton. Mit seinen 17 Metern Höhe und mehr als 70 geschnitzten Figuren ist es ein Kunstwerk, das man in dieser Form selten findet.

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Vom gleichen Künstler – Bernt Notke – stammen die Schnitzarbeiten am Lettner, der Trennung von Bischof und Domherren von den Laien. Mindestens genau so sehenswert ist die anschließende Kirchenuhr mit einer Abbildung des sogenannten „Knochenmannes“. Dieses Werk entstand um 1628. Zu den großen Kunstwerken im Dom gehören außerdem die Renaissance-Kanzel von 1568, das Taufbecken von 1455, die Altar-Tafeln sowie zwei Madonnenfiguren.

Die katholische Probsteikirche Herz Jesu

Im weitgehend protestantischen Norden ist die Probsteikirche Herz Jesu als katholische Kirche eine totale Ausnahme. Sie ist auch mit dem Fertigstellungsjahr 1891 eine verhältnismäßig sehr neue Kirche. Seit der Reformation war es den Katholiken in Lübeck bis Ende des19. Jahrhunderts nicht gestattet, ein katholisches Gotteshaus zu errichten. Auch beim Bau der Kirche Herz Jesu gab es strenge Auflagen, so musste der Turmhelm verkürzt sein um die Ansicht der Stadt mit den „sieben goldenen Türmen“ beizubehalten.

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Sowohl von außen als auch im Inneren erscheint die Kirche relativ schlicht, was für eine katholische Kirche doch etwas ungewöhnlich ist. Die herausragende Sehenswürdigkeit der Kirche ist die Krypta, die dem Gedenken an vier ermordete Geistliche dient. Diese als Lübecker Märtyrer bekannten Männer hatten sich in der Nazizeit gegen das Regime gestellt, Flugblätter verteilt und Zwangsarbeiter unterstützt. Nach einem Schauprozess im Burgkloster der Stadt wurden sie 1943 in Hamburg hingerichtet. Sehenswert sind außerdem die Glasfenster des Altarraumes, deren rote Ornamente die Kirche in ein unwirkliches Licht tauchen.

Kunsthalle, Museum St. Annen und St. Aegidien

Der Komplex des Museums St. Annen war früher einmal ein Nonnenkloster der Augustiner. Allerdings nur wenige Jahre, denn das Kloster wurde Anfang des 16. Jahrhunderts eingerichtet, aber schon mit der Einführung der Reformation in Lübeck 1530 wieder geschlossen. Danach folgten unterschiedliche Verwendungen für die Gebäude, so dienten sie als Lager für Waffen, als Arbeitshaus und als Gefängnis. Die heutige Nutzung als Museum ist da weitaus humaner.

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Die historischen Gebäude erhielten 2003 einen modernen Anbau, in dem eine Kunsthalle eingerichtet wurde. Als Grundlage für diesen modernen Bau nahm man die Reste der abgebrannten ehemaligen Klosterkirche, so entstand unserer Ansicht nach eine überaus gelungene Mischung aus Tradition und Moderne. Die hier ausgestellten Werke stammen aus der Zeit nach 1945. Gezeigt werden Objekte sowohl von einheimischen Künstlern als auch aus aller Welt. Wer sich etwas ausruhen möchte und Hunger oder Durst verspürt, kann eine Pause im Kunst-Café einlegen.

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Das Gegenteil an Kunst findet man im Museum St. Annen, hier wird vorrangig Kunst des Mittelalters gezeigt. Legendär ist die Sammlung von sakralen Skulpturen und geschnitzten Altären. Höhepunkt und ein besonderer Schatz des Museums ist der Memling-Altar, ein fünfteiliger Klappaltar von 1491. Doch nicht nur Skulpturen und Altäre werden gezeigt, auch kostbare Gewänder und bibliophile Meisterwerke sind zu sehen, so z. B. eine Lübecker Bibel von 1492.

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Einen kleinen Abstecher hatten wir auf die Rückseite des Museumskomplexes in die Straße an der Mauer unternommen. Hier befinden sich noch einige Reste der alten Stadtmauer mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, die von einem Halbturm der Wehrbefestigung überragt werden. Nur wenige Meter weiter ist der Krähenteich, mit einem schönen Spazierweg um ihn herum. Wer einer Abkühlung nicht abgeneigt ist, kann auch das Altstadtbad Krähenteich besuchen.

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