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Touren rund um Wexford

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Wexford, die Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft, zählt rund 17000 Einwohner und liegt im Südosten der Republik Irland. Die besten Zeiten der Stadt sind allerdings vorbei, der ehemals blühende Hafen versandete im 19. Jahrhundert. Man könnte sagen, der Ort wurde von seiner Bedeutung eingeholt, denn der Name kommt aus dem Nordischen und heißt übersetzt „schlammige Mündung“.

Für eine große und lange Besichtigung bietet Wexford wohl zu wenige Sehenswürdigkeiten, ein Ausflug dorthin lohnt aber sicher. Im netten Städtchen gibt es eine interessante Kunstszene sowie eine Reihe gemütlicher Pubs – das ist für Irland allerdings auch nichts Außergewöhnliches. Zu den Gebäuden, die man sich ansehen sollte, gehören die Markthalle Cornmarket aus dem 18. Jahrhundert, die Reste der alten Stadtmauer und die Selskar Abbey, die Ruine eines Augustinerklosters aus dem 12. Jahrhundert. Im Opernhaus findet jedes Jahr im Oktober das Wexforder Opernfestival statt.

Die nähere und etwas weitere Umgebung Wexfords hat aber viele Sehenswürdigkeiten in petto, so z.B. das Wexford Wildfowl Reserve, ein etwa 100 Hektar großes Vogelgebiet. Es ist berühmt dafür, dass mehr als 30% der weltweiten Population der Weißbrust-Grönlandgänse hier überwintern. Außerdem gibt es hier zahlreiche Stelzvögel, Schwäne und Greifvögel.

Im Irish National Heritage Park, Irlands umstrittenen Freilichtmuseum

Am Freilichtmuseum Irish National Heritage Park scheiden sich die Geister, von Zustimmung bis zur krassen Ablehnung sind alle Meinungen vertreten. Das beginnt schon beim etwas irreführenden Namen, denn „National“ ist das Museum nicht, es ist ein privates Unternehmen. Doch fanden wir diesen Punkt nicht besonders tragisch, schließlich kommt es wohl eher darauf an, was zu sehen ist und ob einem diese Besichtigung etwas bringt.

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Da waren wir ein wenig unsicher, denn im Freilichtmuseum werden rund 9000 Jahre irischer Geschichte nachgestellt, vor allem am Beispiel entsprechender Bauten und mit den dazu passenden Schautafeln. Die Tafeln sind in Gälisch und Englisch beschriftet, um zu den Informationen zu kommen, mussten wir den Text mühsam mit unseren geringen Englischkenntnissen übersetzen. Das kann man den Machern aber kaum vorwerfen, denn ansonsten müssten sie konsequenterweise auch andere Sprachen auf die Tafeln bringen. Immerhin gibt es Infoblätter in Deutsch. Originale Fundstücke findet man hier allerdings nicht, alles wurde nachgebaut. Da setzen auch viele Kritiken an, denn die Gestalter waren manchmal sehr großzügig, so wurde z.B. ein normannischer Erdwall einfach in Beton gegossen. Andererseits konnten wir schon viel Informationen zur irischen Geschichte mitnehmen. Streng genommen ist der Heritage Park kein Museum sondern eher ein familienfreundlicher Freizeitpark zur Geschichte der Insel. Von dieser Warte aus gesehen sind die knapp 10 Euro Eintritt nicht allzu schlecht angelegt.

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Der Rundweg durch den Park führt vorbei an den zeitlich angeordneten Epochen. Begonnen wird mit den Unterkünften der steinzeitlichen Menschen vor 9000 und 6000 Jahren. Natürlich dürfen in der Geschichte auch nicht das Steinkistengrab und der keltische Steinkreis fehlen. Neu war für uns der Ogham Stone mit der Nachbildung der Ogham, einer frühen Schriftform, die vor mehr als 1600 Jahren in Irland entstand und auf das Latein zurück geht. Weiter sind noch eine typische Wallburg, ein Kloster aus der Zeit der Christianisierung sowie eine Korntrockenkammer und eine Wassermühle zu sehen.

Interessant fanden wir auch das Fulacht Fiadh, die in ganz Irland verbreitet waren. Das ist eine Grube mit Wasser. In diese wurden heiße Steine gelegt und so das Wasser zum Kochen gebracht. Die Grube wurde nicht nur zum Kochen des Essens verwendet sondern auch zum Waschen und zur Bierherstellung. Schließlich gab es noch eine Wikinger-Siedlung mit dem Nachbau zweier Wikingerschiffe, eine normannische Burg sowie einen Rundturm der frühen irischen Klöster zu sehen.

Schloss und Park von Johnstown Castle

Da wir eines unserer Quartiere in der Nähe Wexfords hatten, wollten wir auch Johnstown Castle mit seinem prächtigen Park besuchen. Das Schloss ist nur etwa 6 Kilometer von Wexford entfernt und sehr gut zu erreichen. Den Abstecher haben wir nicht bereut, auch wenn ein Wermutstropfen dabei war. Johnstown Castle ist nur von außen zu besichtigen, das Betreten des Hauses oder gar Führungen sind nicht möglich.

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Doch deswegen sollte man auf keinen Fall auf die Tour verzichten, der Anblick des Schlosses ist eine Augenweide und entsprach so richtig dem, was wir uns unter einem typischen irischen Castle vorstellen. Errichtet wurde das Gebäude von der Familie Grogan-Morgan im neugotischen Stil an Stelle eines älteren Schlosses. 1945 kam es dann in staatliche Hand. Im Wirtschaftstrakt gibt es aber ein Museum, das Irish Agricultural Museum, in dem heute nicht mehr vorhandene Gewerbe vorgestellt werden.

Das Highlight sind jedoch die prachtvollen Gärten auf dem Gelände des weitläufigen Parks. Sie wurden im italienischen Stil angelegt und verfügen über zahlreiche verschiedene Bäume und Ziersträucher, so z.B. Azaleen, Rhododendron, Japanische Zedern, Kamelien und viele mehr. Dazu hatten die Landschaftsgestalter noch künstliche Seen erschaffen, so dass man sich zwischen Grün und Wasser gut erholen kann.

Tour auf der Halbinsel Hook

In der Republik Irland gibt es einige Möglichkeiten für eine Rundtour um Halbinseln, so den berühmten Ring of Kerry oder die Rundtour um die Halbinsel Dingle. Weniger bekannt aber durchaus empfehlenswert ist die Tour um die Halbinsel Hook. Die liegt im Südwesten Wexfords, in der Nähe der Stadt Waterford. Wir hatten diese Tour während unseres Aufenthaltes bei Wexford unternommen. Dafür sollte man aber mindestens einen halben Tag einplanen, besser ist noch ein ganzer Tag – wenn die Zeit ausreicht.

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Insgesamt sind es rund 60 Kilometer, also rein nach Kilometern nicht allzu viel. Doch die Straßen sind teilweise eng, von hochgewachsenen Hecken begrenzt und nicht für übermäßig schnelles Fahren geeignet. Außerdem finden wir, man sollte natürlich auch einiges von der Landschaft sehen und auf der Halbinsel gibt es zudem mehrere interessante Highlights. Leider hatten wir das Pech, dass sich auf unserer Strecke ein Unfall ereignet hatte und der Verkehr deshalb über Nebenstraßen umgeleitet wurde. Das kostete natürlich viel Zeit, so dass wir nicht alle geplanten Ziele erreichten. Mit solchen Widrigkeiten muss man eben auch rechnen. Trotzdem war der Ausflug ein Erfolg, die Halbinsel Hook erwies sich als lohnendes Ziel.

Wie fast überall in Irland gibt es hier zahlreiche Ruinen aus vergangenen Jahrhunderten. Sehenswert sind die Überreste der Dunbrody Abbey, einer Anlage der Zisterzienser aus dem 12. Jahrhundert. Noch einigermaßen erhalten ist die Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert. Einen Stopp wert sind auch der kleine Ort Slade mit dem Slade Castle sowie der Ort Duncannon mit einem breiten Sandstrand und einer Befestigung aus dem 16. Jahrhundert.

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Ebenfalls ein ehemaliges Zisterzienserkloster sind die Ruinen der Tintern Abbey, einer sehr beeindruckenden Anlage in einem Waldgebiet. Die Geschichte dieser Abtei ist interessant. Der Earl of Pembroke geriet mit seinem Schiff in Seenot, das fast an der Küste der Halbinsel zerschellt wäre. Doch die Rettung gelang und der Earl gelobte, ein Kloster zu stiften. So entstand am Anfang des 13. Jahrhunderts die Tintern Abbey. Uns beeindruckte diese Anlage schon sehr und besonders bei stürmischem Wetter sind die Ruinen sicher noch intensiver zu erleben. Von Mai bis September kann man über das Klostergelände laufen.

Einer der Höhepunkte der Halbinsel Hook ist die Spitze, Hook Head mit einem Leuchtturm. Der erschien uns erst einmal gar nicht außergewöhnlich, doch er ist immerhin der älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm Europas. Auch um ihn rankt sich eine schöne Geschichte: Schon seit dem 5. Jahrhundert sollen Mönche hier ein Leuchtfeuer betrieben haben, dass auch den Wikingern zugute kam, die Irland eroberten. Aus Dankbarkeit sollen sie die Mönche geschont haben. Ende des 12. Jahrhunderts erbaute man dann den Leuchtturm, der noch heute steht. Er ist auch innen zu besichtigen, allerdings nur per Führung.

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