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In der Altstadt von Danzig

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Die Altstadt Danzigs stand und steht immer etwas im Schatten der Rechtstadt. Zwar ist sie älter als diese, doch hier wohnten vorrangig slawische Handwerker und Fischer, die mit dem pompösen Reichtum der deutschen Kaufleute nicht mithalten konnten. So sind auch die Häuser in der Altstadt weit weniger prächtig als die der Rechtstadt. Etwas bessere Häuser konzentrierten sich um das Altstädter Rathaus.

Die Altstadt hatte genauso unter den Folgen des 2. Weltkriegs zu leiden wie die Rechtstadt, auch sie wurde praktisch völlig zerstört. Im Gegensatz zur Rechtstadt baute man jedoch die Altstadt nicht wieder originalgetreu auf, abgesehen von verschiedenen wichtigen und bedeutenden Sehenswürdigkeiten – u.a. das Altstädtische Rathaus und die Katharinenkirche. Ansonsten entstanden hier relativ unscheinbare Wohnhäuser und einige Einkaufszentren. Trotzdem, auch wenn die Zahl der Sehenswürdigkeiten nicht mit denen der Rechtstadt mithalten kann – zu entdecken gibt es auch in der Altstadt fantastische Bauten.

Das Altstädtische Rathaus

Das Verwaltungszentrum der Danziger Altstadt war das Altstädtische Rathaus, ein Gebäude, das doch um einiges kleiner und weniger prachtvoll ist, als das Rechtstädtische Rathaus. Auch hieran ist zu erkennen, dass in der Rechtstadt die wohlhabende Elite Danzigs wohnte, während die Altstadt das Domizil der eher armen polnischen Bevölkerung war.

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Trotzdem, schmuck sieht das Backsteinhaus mit den markanten Ecktürmen und seinem etwas höheren Mittelturm schon aus. Der berühmte niederländische Architekt van Obbergen lieferte den Entwurf, der von 1587 bis 1595 umgesetzt wurde. Ein bedeutender Ratsherr und Bürgermeister war im 17. Jahrhundert Johannes Hevelius, der als Astronom große Anerkennung erhielt. An ihn erinnert ein Denkmal auf dem Rathausvorplatz, außerdem ist die Wand eines Gebäudes am Platz mit der vergößerten Abbildung seiner berühmten Himmelskarte verziert. Hevelius hatte aber noch einen weiteren, recht prosaischen Beruf. Er war auch Bierbauer, sein beliebtes Schwarzbier lagerte er im Keller des Rathauses und schenkte es im Ratskeller aus.

Die Karriere des Gebäudes als Rathaus war jedoch historisch recht kurz. Ab 1793 wurde es nicht mehr in dieser Funktion genutzt. Heute dient es als kultureller Treff, vor allem für Intellektuelle und Künstler. An den Wochenenden wird oft Livemusik gespielt, allerdings erst ab spätabends. Die Kneipe im Ratskeller ist auch erst ab 17 Uhr geöffnet, Sonntag und Montag ist sie geschlossen.

Die große Mühle, ein bedeutendes Industriedenkmal

In Sichtweite zum Altstädtischen Rathaus steht das größte mittelalterliche Industriedenkmal Europas, die Große Mühle. Seinen Namen verdient der imposante Backsteinbau wirklich, mittels 18 Wasserrädern - jeweils mit 5 m Durchmesser – wurden hier jeden Tag bis zu 200 Tonnen Getreide gemahlen. Für mittelalterliche Verhältnisse war dies eine gigantische Menge. Gelagert wurde das Mehl dann unter dem Dach. Das hier Wertarbeit geleistet wurde, zeigt auch, dass die Mühle bis 1944 in Betrieb war. Eine Bombe ließ die Mühle ausbrennen und für lange Zeit zur Ruine werden.

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Erbaut wurde das imposante Bauwerk von den Ordensrittern um 1350. Dafür legten sie in einem Kanal eine künstliche Insel an. Das markanteste an dem Backsteinbau ist das Dach, ein Satteldach mit sechs Stockwerken. Heute ist das Gebäude glücklicherweise wieder aufgebaut, der Wermutstropfen ist jedoch, dass die Inneneinrichtung der Mühle verloren bleibt. Im Gebäude befindet sich jetzt ein Einkaufszentrum mit zahlreichen kleinen Läden. Sehenswert ist auch das Nachbargebäude, ein Fachwerkbau, in dem sich früher das Müller-Zünftehaus befand.

Die Katharinenkirche und die Josephkirche

Danzigs berühmter Astronom Johannes Hevelius hat seine letzte Ruhestätte in der Katharinenkirche gefunden, die nur wenige Meter vom Altstädtischen Rathaus und der Großen Mühle entfernt ist. Die Katharinenkirche teilt sich mit der Nikolaikirche der Rechtstadt die Ehre, die ältesten Kirchen Danzigs zu sein. Grundlage war ein hölzerner Kirchenbau von 1185, der im 13. Jahrhundert durch einen gotischen Steinbau ersetzt wurde. Der auffällige Glockenturm zeigt einen barocken Stil, ein unverkennbares Wahrzeichen, dass er in dieser Form erst viel später entstand.

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Der Turm der Katharinenkirche ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Die geschwungene Haube des Glockenturms bildet einen interessanten Gegensatz zur strengen Form des restlichen Bauwerks. Dazu tragen auch die fünf kleinen Filialtürme bei. Das Glockenspiel mit insgesamt 49 Glocken mit einem Gewicht zwischen 10 Kilogramm und 2 Tonnen wird zu jeder vollen Stunde eingeschaltet, dann erklingt Beethovens „Ode an die Freude“. Im Turm existiert auch ein kleines Uihrenmuseum.

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Die Tragik der Katharinenkirche ist, dass die kostbare Innenausstattung den Krieg zwar gut überstand – im Gegensatz zu vielen anderen Danziger Kunstwerken – aber trotzdem weitgehend verloren ist. Sie wurde rechtzeitig ausgelagert, aber dann bei einem Brand 2006 zum großen Teil vernichtet. Auch der berühmte Hochaltar wurde ein Opfer der Flammen. Seither laufen in der Kirche Restaurierungsarbeiten, der Besuch ist aber trotzdem möglich.

Das Auffällige der Josephkirche ist das frei stehende Portal ein ganzes Stück vor dem Gebäude. Die Karmeliter, die ein Kloster und die Kirche erbauten, wollten eigentlich viel größer bauen. Doch das Geld wurde knapp und so blieb das Portal einsam im Gelände. Gebaut wurde die Kirche 1482 im Stil der Gotik. Auch sie teilte 1945 das Schicksal vieler Gebäude, es wurde noch nach dem Krieg von der Sowjetarmee niedergebrannt. Zumindest die Hülle der Kirche wurde wieder aufgebaut, heute dient sie als Ausstellungsort des Baltischen Kulturzentrums.

Die Brigittenkirche, die Kirche der Solidarnosc

Die Brigittenkirche war nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs eigentlich eine recht unscheinbare Kirche. Bekannt und berühmt wurde sie ab 1980 durch die freie Gewerkschaft Solidarnosc , deren Mitglieder sich in der Kirche versammelten. Hilfe erhielten sie vom Probst der Kirche, dem Beichtvater des Gewerkschaftsgründers Lech Walesa, der als erster bedeutender Kirchenmann die Gewerkschaft öffentlich unterstützte.

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Die Kirche wurde zwischen dem 14. und dem 16. Jahhrundert erbaut. Heute, nach dem Wiederaufbau, erscheint das Innere schlicht und ziemlich modern. In der Kirche erinnern zahlreiche Tafeln, Skulpturen und andere Kunstwerke an die Geschichte der Solidarnosc. Das wohl bedeutendste Kunstwerk ist noch im Entstehen. Dem Andenken der beim Aufstand 1970 getöteten Werftarbeiter soll ein 11m hoher Bernsteinaltar gewidmet sein. Bisher sind jedoch nur Teile der Bernsteinfiguren zu sehen.

Die Polnische Post, Symbol des Widerstandes

In der „Blechtrommel“ von Günter Grass kommen auch die Kämpfe um die Polnische Post vor. Neben der Westerplatte war hier ein weiterer Ort des heldenhaften Widerstandes polnischer Kämpfer gegen die angreifenden Deutschen zum Beginn des 2. Weltkrieges.

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Mit 56 Mann hielten sich die Polen 14 Stunden lang gegen eine erdrückende Übermacht. Alle 56 starben, manche während der Kämpfe, die Parlamentarier mit der weißen Fahne wurden erschossen und die restlichen 39 wurden einige Tage später ebenfalls hingerichtet.

Heute ist im Postgebäude ein kleines Museum eingerichtet, in dem die Geschichte des Widerstandes dargestellt wird. Auch der Vorplatz wurde im Gedenken der Ereignisse gestaltet. Seit 1979 erinnert ein monumentales Denkmal des polnischen Bildhauers Wincenty Kucma an die Verteidiger des Postgebäudes. Das Denkmal selbst fanden wir etwas gewöhnungsbedürftig, beeindruckend ist es aber auf jeden Fall.

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