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Der Rhonegletscher

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Wer in den schweizer Bergen Urlaub macht findet Gletscher in Hülle und Fülle. Gletscher gehören zum Hochgebirge genauso wie steile Felshänge und schroffe Felsen. Alleine im Zermatter Gebiet benötigt man zwei Hände, um die einzelnen Gletscherzungen zu zählen. Der Aletschgletscher ist der größte und berühmteste Gletscher der Alpen. Aber ein Gletscher ist mindestens genauso spektakulär, obwohl er im Vergleich zum Großen Aletschgletscher nur ein Winzling ist: der Rhone-Gletscher.

Der Rhonegletscher, rechts der Weg zur Gletscherzunge hin

Wer vom Furka-Pass her kommt fährt unweigerlich am Rhonegletscher vorbei. Auch wer nicht weiß, dass ein paar Kilometer hinter der Passhöhe ein spektakulärer Gletscher kommt, hält automatisch an, da sich einem der Rhone-Gletscher nahezu aufdrängt. Ein großer, kostenloser Parkplatz am Fuße des legendären Hotels Belvédère liegt direkt an der Passstraße und lädt zu einem Zwischenstop ein. Wer möchte kann hier auch übernachten; das lohnt sich aber nur für Fotografier-Freaks, die den Rhonegletscher unbedingt im Abendlicht oder beim Sonnenaufgang fotografieren möchten.

Blick auf die Gletscherzunge mit ihren tiefen Gletscherspalten

Was macht den Rhonegletscher so aufregend wie kein anderer Gletscher? Man selbst befindet sich auf 2272 m Höhe. Links und rechts des Eismeeres reihen sich die Dreitausender Gipfel Furkahorn (3169 m) und Gerstenhorn (3189 m) auf. Dazwischen fließt der Gletscher das Tal hinunter. Ein Gletscher fließt bekanntlich schön glatt die Taloberfläche entlang und bricht in große Eisbrocken, wenn das das darunter liegende Tal klippenartig in die Tiefe stürzt; Genau an dieser Stelle befindet man sich als Besucher, wenn man auf die Aussichtsfläche am Rhone-Gletscher läuft.

Mutige Gletscher-Wanderer am Fuße des Rhone-Gletschers

3,50 € Eintritt kostet das Vergnügen. Auch wenn man nur ein paar Hundert Meter läuft, empfiehlt es sich, seine Sandalen auszuziehen und massives Schuhwerk anzulegen, da der Weg etwas abschüssig ist und man auf dem Eis leicht ausrutschen kann. Auf einem gut gesicherten Weg läuft man dann bis zur Unterkante der Gletscherzunge; Was auf dem Foto wie eine Eisfläche mit ein paar kleinen Ritzen aussieht ist in Wirklichkeit ein großes Eismeer mit über 10 m tiefen Gletscherspalten. Das Foto mit den Bergsteigern macht die Größenverhältnisse deutlich.

Steinbruch am unteren Ende des Rhone-Gletschers, früher vollständig mit Eis bedeckt

Der Rhonegletscher fließt jeden Tag ca. 10-15 cm talabwärts. Am Gletschertor stürzt das Wasser kaskadenartig in das Rhonetal hinunter. Hier also hat das kleine Flüsschen Rhône, das anfangs noch Rotten heißt, seinen Ursprung. Kaum zu glauben, dass dieses Flüsschen als breiter Strom in einem riesigen Delta bei Marseille ins Mittelmeer endet. Kaum zu glauben ist auch, dass der Gletscher vor 20 Jahren noch Zig Meter tiefer ins Tal hinunter reichte aber in den beiden letzten warmen Jahrzehnten viel an Substanz verlor. Und fast gar nicht zu glauben ist, dass der Rhonegletscher vor 200 Jahren, also zu Beginn des 19. Jahrhunderts, noch bis in das ca. 500 m tiefer gelegene Örtchen Gletsch hinunter reichte; Aber auch dieses Gegebenheit lässt sich noch toppen: Vor 350.000 Jahren während der Riss-Eiszeit reichte der gesamte Alpengletscher bis Lyon im Herzen Frankreichs; nur die Viertausender Gipfel ragten aus dem Eismeer heraus.

Blick auf den Rhone-Gletscher von der Passstraße aus

Am Rhonegletscher gibt es jedoch noch mehr zu besichtigen als Eis und Felsen: jedes Jahr wird in das Gletschereis ein ca. 100 m langer Tunnel gebohrt, der in einer Eisgrotte mündet. Begibt man sich in diese Eisgrotte, geht man quasi mitten in den Gletscher hinein. Es versteht sich von selbst, dass inmitten eines Gletschers die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen, dass man also in eine Gletschereisgrotte nicht in Shorts und T-Shirt hineingeht.

Die Eisgrotte bewegt sich übrigens mit dem Gletscher mit, also ca. 10 cm pro Tag talabwärts. Aus diesem Grund muss sie auch jedes Frühjahr neu angelegt werden. Man kann sich auch leicht ausrechnen, dass aus dem 100 m langen Eistunnel gegen Ende des Sommers nur noch ca. 70 m übrig bleiben. Es ist ein mulmeliges Gefühl, sich in einer Gletschergrotte zu befinden und zu wissen, dass alles um sich herum im langsamsten Schneckentempo talwärts fließt.

Mehr Informationen über Gletscher

Wenn eine Hochgebirgsregion sowohl sommers als auch winters von Eis bedeckt ist, spricht man gerne vom ewigen Eis; Ein Gletscher, der ganz oben in den Bergen beginnt und dessen Zunge irgendwo weiter unten im Tal endet, wirkt auf den ersten Blick statisch wie ein See oder ein Berg. In Wirklichkeit ist der ganze Gletscher permanent in Bewegung; es ist im Prinzip wie ein großer Fluss, indem jedoch kein Wasser sondern Eis fließt.

Ein Gletscher kann in zwei grobe Gebiete aufgeteilt werden, in sein Nährgebiet und in sein Zehrgebiet. Im oben gelegenen Naehrgebiet fällt Schnee und speist den Gletscher permanent mit neuem Material. Im Zehrgebiet schmilzt das Eis und läuft als Gletscherbach das Tal hinunter. Den Teil des Gletschers, aus dem das die Gletschermilch herausfließt, bezeichnet man auch als Gletschertor. Das Gletscherwasser ist deshalb nicht klar sondern milchig, weil in ihm feinste Geröllmassen gelöst sind, die das Eis auf seiner Wanderung abgetragen hat.

Querspalten am Klein Matterhorn

Ein typischer Alpengletscher wie der Rhonegletscher oder der Große Aletschgletscher fließt mit einer Geschwindigkeit von ca. 10-15 cm pro Tag talwärts. Dieses Fließen kann man natürlich nicht mit bloßen Augen beobachten, aber man hört es am Knacksen und Brechen des Eises, man hört das Wasser fließen und manchmal sieht man einen Eisbrocken zu Tal stürzen.

Wie entsteht Gletschereis in der Nährzone des Gletschers? Da ist zunächst einfacher Schneefall, der infolge von Tag und Nacht zu Firn wird. Unter dem Druck des eigenen Gewichts wird daraus Firneis, dessen Kristalle durch die Tag-Nacht-Temperaturschwankungen immer mehr wachsen und den eingeschlossenen Sauerstoff entweichen lassen, bis schließlich das blau-grüne Gletschereis entsteht.

Das im oberen Gletscherbereich gebildete Eis fliest ganz langsam talwärts, genau dem Profil der Talsohle entlang. Ist die Talsohle glatt und eben, so bildet auch der Gletscher an seiner Oberfläche eine glatte Eisdecke, fast wie auf einem See. Hat die Talsohle jedoch Schluchten, Felsvorsprünge oder Engstellen, so muss sich der Eisstrom anpassen und zerbricht. Es entstehen Gletscherspalten. Besonders beeindruckend sind Querspalten vor Gletscherabbrüchen, die dann entstehen, wenn die Talsohle plötzlich klippenartig abstürzt. Es ist einleuchtend, dass der Gletscher umso schneller talabwärts fliest, je steiler die Talsohle verläuft. Längsspalten entstehen zumeist an der Gletscherzunge und Randspalten bilden sich an den seitlichen Raendern eines Gletschers.

Ein Gletscher schleift ein unförmiges Tal im Laufe der Jahrtausende glatt und geschmeidig. Aus Felsmaterial, das an den Gletscherrändern abbricht und auf das Gletschereis fällt, bildet sich eine Seitenmoräne; der Gletscher transportiert das Gesteinsmaterial in aller Ruhe talabwärts. Vereinigen sich zwei Gletscher mit Seitenmoränen entsteht eine Mittelmoräne, die inmitten auf dem Gletscher talabwärts gleitet (ganz deutlich zu sehen am Großen Aletschgletscher). Das am Gletscherboden abgeschliffene mit mitgeschleppte Gesteinsmaterial wird als Grundmoräne talabwärts geschleppt.

Im Zermatter Gebiet sieht man infolge der zurückgegangenen Gletscher beeindruckende Gletschermoränen und abgeschliffene Talsohlen und Talseiten. Es ist bekannt, dass sich die Alpengletscher in unserer warmen Zeit jährlich um mehrere Zig Meter zurückziehen. Gletscher, die sich weit in ein Tal hinunter zogen, sind teilweise nur noch kleine Eiszungen am Gipfel; Gletscher, die sich einst vereinigten sind zu völlig getrennten Gletschern geworden. Und manch kleiner Gletscher ist heute schon völlig von der Bildfläche verschwunden.

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