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Der große Aletschgletscher

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Das Matterhorn in Zermatt ist mit Sicherheit der berühmteste Fleck der Schweiz. An zweiter Stelle möchte ich gleich den großen Aletschgletscher mit seinen umliegenden Bergen erwähnen. Der größte Gletscher in den Alpen ist mit Seilbahnen und Bergbahnen perfekt erschlossen, so dass man ihn von allen Seiten bestaunen und sogar bewandern kann.

Es gibt zwei berühmte, großartige Aussichtsberge, von denen man aus einen perfekten, großartigen Blick auf den großen Aletschgletscher genießen kann. Vom Ort Fiesch aus bringt einen eine Gondel in zwei Etappen auf das knapp 3.000 m hohe Eggishorn. Von Grindelwald aus kann man mit der Bahn auf das ca. 2500 m höhere Jungfraujoch fahren. Beide Gipfel liegen praktisch nur einen Fußmarsch (über den Gletscher) auseinander; mit dem Auto benötigt man jedoch einen halben Tag um vom einen Ort zum anderen zu kommen, da die Orte Fiesch und Grindelwald durch einen Alpenhauptkamm voneinander getrennt sind.

Mit der Jungfraubahn zum Jungfraujoch

Die Bahnfahrt von Grindelwald zur Kleinen Scheidegg und von dort aus weiter zum Jungfraujoch ist die zweitgrößte Touristenattraktion der Schweiz. In dieser berühmten Bergbahn haben Japaner, Amerikaner und sonstige Touristen die Überhand. In zwei Etappen gelangt man zum höchst gelegenen Bahnhof Europas. Die Attraktion hat ihren Preis: 75 € kostet ein Ticket pro Person, Tendenz steigend. Ich habe den ersten Zug am Morgen genommen; das spart ein paar Euro, man muss sich nicht drängeln und hat die besten Ausblicke von oben.

Das mit der Bahn erreichbare Jungfraujoch zwischen Jungfrau und Mönch, vom Eggishorn aus aufgenommen Der Mönch (4109 m) vom Eggishorn aus aufgenommen

Da Grindelwald nur gute 1.000 m hoch liegt, das Jungfraujoch jedoch auf ca. 3.500 m Höhe liegt, empfiehlt es sich, auf der Kleinen Scheidegg (2.061 m) eine kurze Pause machen, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Von dort aus fährt der Zug zuerst über Wiesen bis er seine Fahrt im 7 km langen Tunnel fortsetzt. Es gibt drei Stops auf der Strecke: ein erster Halt führt einen direkt an die gewaltigen Eisbrocken des Eigergletschers. Ein zweites Mal hält der Zug mitten im Tunnel. Von einem Panoramafenster inmitten des Berges hat man einen großartigen Blick auf die Gletscherbrocken und bis hinunter nach Grindelwald. Die dritte Station in 3.160 m höhe heißt Eismeer; hier bricht der Gletscher auseinander; man sieht gewaltige Eisbrocken mit tiefen Schluchten.

Die Jungfrau (4158 m) vom Eggishorn aus aufgenommen Die Südwand des Eigers (3970 m) vom Eggishorn aus aufgenommen

Am höchsten Bahnhof Europas angekommen erwartet einen ein touristisches Angebot aus Schlittenfahren, Skifahren, Gletschergrotte und natürlich ein Panorama-Restaurant; Am Eindrucksvollsten sind jedoch die Blicke hinunter auf den Aletschgletscher und die umliegenden Viertausender Gipfel. In 3.573 m Höhe ist es auch im Sommer kalt; Nur wer warme Kleidung bei sich hat, kann in aller Ruhe ein paar Stunden die Aussicht und die Gletschergrotte genießen. Man sieht den Aletschgletscher in seinem Nährgebiet bis zur großen Kurve fließen. Der Anblick ist unvergesslich, aber noch beeindruckender ist der Blick vom Eggishorn aus.

Mit der Gondel von Fiesch zum Eggishorn

Fährt man vom Furka-Pass aus das Rhônetal hinunter, so beginnt im Ort Fiesch die Aletsch-Region. Auf mehreren Kilometern Länge lädt ein Ort nach dem anderen zur Gondelfahrt hinauf zum Großen Aletschgletscher ein. Mit keiner Gondel kommt man direkt zum Gletscher hinauf, man muss immer einmal umsteigen, entweder auf der Riederalp, der Bettmeralp oder der Fiescheralp. Die Auffahrt von Fiesch aus hat gegenüber den anderen Orten den Vorteil, dass man mit ca. 2.900 m auf den höchsten Punkt südlich des Aletschgletschers kommt. Außerdem genießt man nur von hier aus den großartigen Panoramablick, wie sich der Gletscher von ganz oben um das Olmenhorn herumschlängelt.

Panoramabild des Aletschgletschers vom Eggishorn aufgenommen 'Eine steinige Gratwanderung führt hinüber zum Eggishorn-Gipfel (2927 m)

Die ca. 30 € teure Auffahrt von Fiesch aus dauert eine halbe Stunde. Man gelangt jedoch nicht auf den Gipfel des 2.926 m hohen Eggishornes sondern nur zur Lift- und Restaurant-Station. Von dort aus benötigt man noch eine Viertelstunde bis zum Gipfel. Aber der Weg ist nichts für Spaziergänger. Auf einer steinigen Gratwanderung geht es zum Gipfel hinüber und schließlich auf einem abschüssigen, steinigen Wegen hinauf zum Gipfel (siehe Bild). Der Aufstieg zum Gipfel ist also nur etwas für geübte Bergsteiger, die auch das entsprechende Schuhwerk anhaben.

Aletschhorn (4195 m) und Mittelaletschgletscher Das Aletschhorn (4195 m)

Aber man muss gar nicht den Eggishorn-Gipfel erklimmen; die Blicke, die man vom Berg-Restaurant aus hat, sind so umwerfend, dass man sich gar nicht satt sehen kann. Man sieht fast den gesamten Aletsch-Gletscher, von seinem Nährgebiet in der Jungfrauregion bis fast zum Gletschertor im Aletschwald. Direkt vor einem erhebt sich das 4.195 m hohe Aletschhorn, das man auch von den Zermatter Gipfeln aus entdecken kann. Vom Aletschhorn fließt der Mittelaletschgletscher hinab zum Hauptgletscher. Vor einiger Zeit mündete der Mittelaletschgletscher direkt im Großen Aletschgletscher; heute schmilzt er weiter oberhalb und mündet als Gletscherbach im Hauptgletscher.

Beim Blick ganz nach oben in den Entstehungsbereich des Gletschers muss man sich erst einmal klar machen, was man da im Einzelnen sieht: Von links nach rechts sieht man die berühmten Gipfel des Jungfrau-Massives Jungfrau (4158 m), Mönch (4099 m) und Eiger (3970 m). Noch weiter rechts erblickt man den höchsten Gipfel der Berner Alpen, das Finsteraarhorn (4274 m). Zusammen mit dem Aletschhorn (4195 m) erblickt man also vier der 37 Viertausender-Gipfel der Schweiz. Aber das ist noch nicht alles; bei klarem Wetter sieht man nämlich das Weisshorn (4506 m)im Zermatter Gebiet. Und wer viel Glück mit dem Wetter hat und ganz genau in die Ferne sieht, der erkennt sogar den höchsten Gipfel der Alpen, den Mont Blanc im benachbarten Frankreich.

Oberaarhorn (3637 m) mit Fieschergletscher

Man muss schon eine ganze Weile oben am Gletscher gewesen sein, bis man seinen Blick erstmals von dem beeindruckenden Aletschgletscher wegnimmt und in die anderen Richtungen schaut. Und als waere der Aletschgletscher mit seinen Seitengletschern nicht schon viel genug, so erkennt man plötzlich auf der anderen Seite des Eggishorn-Gipfels einen weiteren Gletscher mit einem prächtigen Gipfel dahinter: Es ist das 3637 m hohe Oberaarhorn mit dem Fieschergletscher. Diesen Gipfel mit seinem Gletscher sieht man auch immer wieder, wenn man das Rhonetal entlang fährt.

Oberaarhorn (3637 m)

Es ist eigentlich viel zu schade, wenn man den Aletschgletscher nur auf der Durchfahrt schnell mitnimmt, d.h. wenn man mit der Gondel hinauf fährt, für eine oder zwei Stunden seine Augen verwöhnt, und wieder hinunter fährt. Denn das gesamte Aletschgebiet ist im Sommer ein riesiges Wandergebiet und im Winter natürlich ein großes Skigebiet. Man könnte hier also seinen ganzen Urlaub verbringen. Und natürlich kann man den Gletscher noch viel mehr genießen, wenn man ihn aus allen möglichen Perspektiven bei herrlichen Wanderungen genießt. Und nur so kommt man auch zum Gletschertor im Aletschwald, wo das Gletscherwasser in einem grossen Stausee zur Energiegewinnung aufgehalten wird.

Ein paar Informationen zum Aletschgletscher

Der Aletschgletscher ist der größte Alpen-Gletscher Europas. Er ist 23 km lang (Tendenz abnehmend) und bedeckt eine Fläche von 85 km². Der Gletscher wird im Jungfrau-Massiv mit frischem Schnee gespeist und erreicht am Konkordiaplatz eine Dicke von 900 m. Damit ist der Aletsch-Gletscher auch der größte Süßwasserspeicher der Alpen. Seine Wassermenge würde ausreichen, um ganz Deutschland ein Jahr lang mit Trinkwasser zu versorgen.

Am unteren Ende der Gletscherzunge befindet sich der Aletschwald mit seinen uralten Arven und Lärchen. Hier befindet sich auch das Gletschertor, wo das milchige Gletscherwasser aus dem Gletscher austritt und in den Stausee fließt. Das gesamte Aletschgebiet wurde im Jahre 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Warum hat der Aletsch-Gletscher eigentlich so komische Fahrspuren auf seiner Eisdecke? Es handelt sich dabei um Mittelmoränen, also Gesteinsmassen, die der Gletscher mit sich schleppt; Eine Mittelmoräne entsteht, wenn zwei Gletscher, die jeweils eine Seitenmoräne haben, aufeinandertreffen. Die beiden Seitenmoränen vereinigen sich dabei zu einer Mittelmoräne. Diesen Effekt hat man beim Großen Aletschgletscher gleich mehrere Male. Das Zusammentreffen von Randmoraenen kann man sogar mit bloßem Auge sehen.

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