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Der Wander- und Aussichtsgipfel Rothorn

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Das Matterhorn wird mit Zermatt zumeist in einem Atemzug genannt und ist selbstverständlich das Wahrzeichen des Ortes; Wenn mir jedoch die Ehre zuteil würde, einen der vielen Gipfel rund um Zermatt zum Hausberg des Städtchens erküren zu dürfen, so würde ich das 3103 m hohe Rothorn wählen. Das Rothorn selbst ist zwar weder ein berühmter Viertausender Gipfel noch eine besondere Sehenswürdigkeit als Berg selbst, jedoch liegt es direkt über dem Zermatter Tal; vom Rothorn aus kann man direkt tief ins Tal hinunter sehen. Selbstverständlich kann man von Zermatt aus auch direkt zum Rothorn hinaufblicken. Man sieht sogar die großen Rothorn-Gondeln zwischen Blauherd und Rothorn in der Luft schweben.

Und noch ein Grund, weshalb ich das Rothorn zum Hausberg Zermatts küren würde, ist, dass man kein Extrem-Bergsteiger sein muss, um es zu erklimmen, sondern nur ein guter Wanderer mit viel Ausdauer, wenn man von Zermatt aus startet. Aber es gibt ja schließlich auch Bergbahnen...

Fahrt oder Wanderung zur Sunnegga

Eine wunderschöne Wanderung führt von Zermatt aus über die Weiler Ried und Tuftern zur Sunnegga in 2300 m Höhe. Da Zermatt selbst auf 1620 m Höhe liegt, muss man also 680 m den Berg hinauf steigen. Auf der Strecke bietet sich jedoch sowohl in Ried als auch in Tuftern die Möglichkeit zu einer Erfrischung oder einem Imbiss. Der Aufstieg zur Sunnegga wird mit sehr schönen Blicken hinunter nach Zermatt belohnt. Sunnegga heißt übrigens so viel wie Sonnenecke.

Die Station Sunnegga (2300 m) und der Leisee vom Gornergrat aus fotografiert Baden in 2300 m Höhe im Leisee

Zur Sunnegga kommt man von Zermatt aus auch in 10 Minuten mit dem Alpen-Metro Sunnegga. Diese Standseilbahn schießt schnurstracks quer durch den Berg hinauf; Auf halber Strecke erfolgt die Begegnung mit dem Gegenzug auf einem kurzen Ausweichstück. Als ich zum ersten Mal mit dem Sunnegga-Express gefahren bin habe ich mich sehr gewundert, dass die Bahn nicht im Geringsten das Tempo drosselt, wenn der Gegenzug kommt und ich habe eine Zeitlang gebraucht, um herauszufinden, weshalb die beiden Züge so schnell aneinander vorbeischießen können und genau den richtigen Zeitpunkt treffen, wo das kurze zweispurige Stück ist: Beide Züge hängen an einem einzigen Seil; gerät das Seil in Bewegung, fährt der eine Zug hoch und der andere runter. Es ist also eine Art Fahrstuhlkonstruktion: die Züge halten sich über die Umlenkrolle das Gleichgewicht, der Motor muss nur "kleine" Arbeit leisten.

Ein Murmeltier bei Sunnegga

Im Gasthaus Sunnegga habe ich die leckersten Rösti aller Zeiten gegessen. Die Ausblicke von der Sunnegga aus sind bereits faszinierend, können aber nur ein kleiner Vorgeschmack dessen sein, was einen auf dem Rothorn erwartet.

Ganz erstaunt schaut das Murmeltier in die Kamera.

Nur ein paar Meter unterhalb der Station Sunnegga befindet sich der Leisee. Es klingt unglaublich aber in diesem See kann man baden. Liegt Zermatts Haus-Badesee also in 2300 m Höhe? Die Temperaturen müssen schon eine Zeitlang sehr hoch sein, damit das Wasser eine annehmbare Temperatur bekommt. Im heißen Sommer 2003 konnte man jedoch herrlich im Leisee baden. Es war das reinste Vergnügen, sich an diesen See zu legen, die Bergwelt zu genießen und sich hin und wieder im Wasser zu erfrischen.

Der Ort Sunnegga ist auch für seine Murmeltiere bekannt. Etwas unterhalb der Station gibt es einen Murmeltier-Beobachtungsposten, wo man in aller Ruhe die Murmelies beim Fressen und Sonnen beobachten kann. Stören sollte man die kleinen Murmeltiere jedoch nicht; sie ziehen sich sofort in ihren Bau zurück, wenn Gefahr droht; Nähert man sich den Murmeltieren zu sehr, hört man deren laute Warn-Pfiffe, was so viel bedeutet wie "Vorsicht Gefahr, alle Mann zurück!".

Von Sunnegga zum Blauherd

Von Sunnegga aus führt ein gut ausgebauter Wanderweg hinauf auf den 2601 m hoch gelegenen Blauherd. Natürlich gibt es auch für diese kurze Strecke eine Gondelbahn, die einen bequem zum Blauherd bringt. Dieses kurze Wanderstück hat jedoch eine Besonderheit, weshalb sie besonders gerne von Familien mit Kindern gegangen wird: Viele Murmeltiere begleiten die Wanderer auf ihrer Tour und haben sich so an sie gewöhnt, dass sie den Leuten sogar teilweise aus der Hand fressen.

Fahrt oder Wanderung vom Blauherd zum Rothorn

Wer bereits von Zermatt aus bis zum Blauherd gewandert ist, hat sein Tagessoll mit 1000 Höhenmetern erreicht. Nach so einer anstrengenden Bergtour könnten noch weitere 500 Höhenmeter bis zum Rothorn folgen, aber der Weg führt in der Sonne und ist deshalb sehr anstrengend. Bequemer geht es natürlich mit der Rothorn Luftseilbahn. Die beiden Rothorn- Gondeln sind die größten Gondeln, die ich je gesehen habe. Würden zwei voll besetzte Reisebusse am Blauherd zugleich ankommen und sämtliche Leute in eine einzige Gondel stecken, könnten immer noch zahlreiche Wanderer hinzusteigen.

Das Matterhorn vom Rothorn aus gesehen Der Cima di Jazzi mit dem Findelengletscher

Am Rothorn angekommen wird man mit Ausblicken verwöhnt, so dass einem erst einmal der Atem wegbleibt. Wo soll man erst hinschauen, hinunter nach Zermatt, hinüber zum Matterhorn oder hinauf zum Findelengletscher? Man sollte gut eine Stunde oben am Rothorn bleiben, um seine Augen schön zu verwöhnen. Natürlich kann man zugleich seinen Magen verwöhnen, indem man sich auf die Außenterrasse des Gasthauses setzt und eine Bestellung aufgibt.

Natürlich blickt man zuerst einmal in aller Ruhe hinüber zum Berg der Berge. Auch wenn man von anderen Aussichtspunkten aus das Matterhorn schon mehrere Male gesehen hat so ist der Anblick vom Rothorn aus etwas ganz Besonderes. Man blickt direkt auf eine Flanke des Gipfels, sieht also zwei Seiten des Berges in symmetrischer Anordnung. Viel beeindruckender als der Gipfel selbst ist jedoch das Gelände unterhalb des Gipfels. Man erkennt, auf welchem breiten Sockel das Matterhorn sein Fundament findet. Und natürlich findet man auch die Station Furi, den Schwarzsee und die Hörnli-Hütte, wenn man seine Blicke schärft; Rechts des Matterhorns sieht man schön den Zmuttgletscher bzw. dessen Moränen.

Das Klein Matterhorn (3884 m) vom Rothorn aus fotografiert Der Liskamm (4527 m) vom Rothorn aus gesehen; davor der Gornergrat

Direkt unterhalb des Matterhorns erblickt man Zermatt. Wie winzig erscheint doch das Städtchen von hier oben! Dann ein Schwenk nach links und man blickt hinauf zum Cima di Jazzi; Eine beeindruckend breite Gletscherfläche, wo der Gletscher genährt wird, findet sich zusammen im Findelengletscher und fließt talabwärts. Der Findelengletscher ist von oben mindestens genauso beeindruckend wie der Gornergletscher vom Gornergrat aus.

Aber damit der Blicke nicht genug. Vom Rothorn sieht man im Prinzip das gleiche Panorama wie vom Gornergrat aus, nur eben von einer leicht anderen Perspektive. Natürlich müssen die Augen auch zum Klein Matterhorn ausgerichtet werden, da man dort vielleicht schon oben war. Von hier aus sieht man erst einmal richtig, welch immense Strecke die Seilbahn hinter sich legt, um schließlich ganz oben im Gipfel zu verschwinden.

Das Weisshorn (4506 m) vom Rothorn aus fotografiert

Selbstverständlich sieht man auch den Gornergrat selbst. Vom Rothorn aus sieht man was für ein mächtiger Bergrücken der Gornergrat ist. Deshalb versperrt er auch etwas den Blick in Richtung Liskamm, Zwillinge und Breithorn. Zum 4506 m hoch gelegenen Weisshorn auf der anderen Seite des Mattertales hat man vom Rothorn aus jedoch einen direkten Blick, und das Weisshorn erscheint umso größer, da man den Berg vom Gipfel bis ins Tal auf einmal sieht.

Wer vom Rothorn aus die Blicke und die Höhe noch toppen will, der findet einen Weg hinunter und hinauf zum Oberrothorn auf 3415 m Höhe. Am Rothorn kann man übrigens auch viel Zeit verbringen, indem man den Gleitschirmfliegern beim Starten zuschaut. Es ist unglaublich, wie die Gleitschirmflieger kurz nach dem Start über diesem Bergrücken schnell wie eine Rakete an Höhe gewinnen.

Wanderung zum Stellisee und zur Fluhalp

Zwischen den Stationen Sunnegga, Blauherd und Rothorn gibt es unzählige Wanderwege, auf denen man ganze Tage verbringen könnte. Ein absolutes Muss ist die Wanderung zum Stellisee und zur Fluhalp. Am Bequemsten startet man diese Tour vom Blauherd aus, da man dann auf nahezu konstanter Höhe geht. Aber auch vom Rothorn oder von Sunnegga aus kann man diese Tour beginnen.

Der 2536 m hoch gelegene Stellisee mit dem Matterhorn im Hintergrund Die Fluhalp auf 2616 m Höhe

Der 2536 m hoch gelegene Stellisee ist ein idyllisch gelegener Bergsee, in dem sich eindrucksvoll das Matterhorn spiegelt. Damit man jedoch ein richtiges Spiegelbild erkennt, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Es muss absolut windstill sein, damit der Wind keine kleinen Wellen erzeugt, und es dürfen keine kleinen Kinder und Hunde oben sein, die am Wasser spielen. Da der Stellisee ein richtiges Familienausflugsziel ist, ist die zweite Bedingung nachmittags so gut wie nie erfüllt. Auf dieser Wandertour ist man auch nie alleine, man läuft schon fast in Kolonnen.

Erste wenn man weiter talaufwärts in Richtung Fluhalp läuft, bleiben die Familien mit Kleinkindern zurück und man findet die ersehnte Ruhe und Abgeschiedenheit. Der Blick zurück auf den Stellisee wird mit jedem gegangenen Meter immer schöner. Der Weg zur Fluhalp führt durch eindrucksvolles Gelände, der 4527 m hohe Liskamm rückt immer näher. Schließlich kommt man in einem Panorama-Restaurant an, wo man bei schönsten Ausblicken eine Mahlzeit zu sich nehmen kann. Und die hat in dieser Höhe geschmeckt, ich denke heute noch gerne dran!

Schaut man sich die bislang gegangene Tour auf der Karte an, so erkennt man, dass man jetzt ganz hinten im Tal angekommen ist und direkt zu Füßen des Findelengletschers steht. Es spricht nichts dagegen, den gleichen Weg zurück zu gehen. Wer jedoch noch ein paar Stunden Zeit hat, dem sei das Weiterlaufen zu drei weiteren Seen zwischen Rothorn und Gornergrat empfohlen. Bei dieser Tour spricht man auch von der 5-Seen-Wanderung.

Grindjisee und Grünsee

Von der Fluhalp oder vom Stellisee geht es zunächst tief ins Tal hinunter, entweder auf einem breiten Wanderweg oder auf einer leicht abenteuerlichen Gratwanderung. Unten im Tal angekommen muss man noch einen großen Umweg in Kauf nehmen, um den Findelnbach zu überqueren. Bei Niedrigwasser gibt es auch die eine oder andere Abkürzung, wo man jedoch nasse Schuhe riskiert. Der erste weitere Bergsee, der auf der Strecke liegt, ist der Grindjisee. Was für eine Idylle, der Grindjisee. Auch in diesem See spiegelt sich das Matterhorn, wenn es windstill ist, aber dank der umliegenden Bäume herrscht eine ganz andere Athmosphäre. Warm ist der See nicht, aber seine Füße kann man kurz zur Erfrischung ins Wasser hängen. Unterwegs hat man bereits gesehen, dass ein Bach direkt vom Stellisee abfließt und im Grindjisee mündet.

Grindjisee

Der Grindjisee ist ein richtiger Picknickplatz, wo es auch Grillstellen gibt. Im Gegensatz zum Stellisee findet man hier Ruhe und kann sich in Ruhe die Wasserspiegelungen anschauen. Vom Grindjisee kann man direkt weiter talabwärts zur Station Sunnegga zurücklaufen oder man erklimmt noch ein paar Höhenmeter, um zum Blauherd zurückzukommen. Aber jetzt, da wir schon drei Seen gesehen haben, fehlt natürlich noch der berühmteste, der Grünsee.

Grünsee mit Rimpfischhorn und Strahlhorn im Hintergrund

Der Grünsee liegt auf 2296 m Höhe; wir müssen vom Grindjisee aus also wieder ein paar Meter hinaufsteigen. Aber diese Meter lohnen sich, denn der Grünsee liegt wunderschön, und das Beste ist, dass man darin baden kann; Glücklich, wer eine Badehose mitgenommen hat, die anderen hängen wenigstens ihre Füße ins warme Wasser. Wer also die 5-Seen-Tour macht, sollte unbedingt die Badehose in den Rucksack stecken, denn sowohl der Leisee als auch der Grünsee laden zum Baden ein. Etwas unterhalb des Grünsees gibt es das Grünsee-Restaurant.

Jetzt heißt es sich entscheiden, in welche Richtung man weiter läuft, denn es gibt zwei Hauptmöglichkeiten: In circa einer Stunde kann man vom Grünsee zur Gornergratbahn-Station Riffelalp hinüber laufen. Der Weg ist praktisch eben, sehr breit und gut gesichert. Aber es gibt da noch einen fünften See zwischen Gornergrat und Rothorn zu entdecken, den Moosjesee. Läuft man vom Grünsee durch den dichten, schattigen Nadelwald hinunter, so passiert man noch diesen See und gelangt in den wunderschönen Weiler Findeln, wo man uralte Walser-Häuschen, die immer noch bewohnt sind, bestaunen kann. Hier durchschreitet man also ein Stück alte Geschichte von Zermatt.

Von Findeln aus muss man sich wieder entscheiden, wie die Tour weitergehen soll. Bequem ist der circa einstündige Weg das Tal entlang zur Gornergratstation Findelnbach, von wo aus man auch ganz hinunter nach Zermatt laufen kann. Etwas anstrengender ist der ca. 250 m hohe Aufstieg zurück zur Station Sunnegga. Aber da gibt es bekanntlich noch den Leisee, wo man sich zum Abschluss einer langen, anstrengenden Tour noch ein Bad gönnen kann.

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