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Der Reichstag und das Reichstagsgebäude

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Für jeden Berlin-Besucher gibt es ein absolutes Muss zum Besuchen: das Reichstagsgebäude. Jeder deutsche Bundesbürger kennt den Reichstag bereits von innen und von außen; Praktisch täglich sieht man Bilder vom Reichstagsgebäude im Fernsehen, in Zeitungen und in Zeitschriften.

Hier drin wird deutsche Politik gemacht, im Plenarsaal werden Gesetze verabschiedet und Maßnahmen beschlossen, an dieser Stelle wird entschieden, wieviel an Steuern ein jeder von uns bezahlen muss, hier und um das Gebäude herum befindet sich das politische Zentrum Deutschlands inclusive dem Kanzleramt, zahlreichen Ministerien und sonstigen Verwaltungsgebäuden. Hier ist aber auch der Platz, wo man den einen oder anderen Politiker, den man nur aus dem Fernsehen kennt, mal hautnah erleben kann. Ob das nun erstrebenswert ist, ist eine andere Frage...

Geschichte des Reichstagsgebäudes

Auch bei einem Besuch des Reichstages erlebt man ein Stück deutsche Geschichte mit. Der Grundstein für das Gebäude wurde im Jahre 1882 von Kaier Wilhelm II. gelegt. Fertiggestellt wurde das Gebäude im Jahr 1894. Die markante Widmung Dem Deutschen Volke an dem Frontportal wurde erst im Ersten Weltkrieg hinzugefügt.

Das Reichstagsgebäude Frontfassade des Reichstagsgebäudes

Von diesem Gebäude aus wurde am 9. November 1918 von Philipp Scheidemann die Weimarer Republik ausgerufen. Im Februar 1933 wurde durch den holländischen Kommunisten Marinus van der Lubbe der Reichstag in Brand gesteckt und stark zerstört. Die Schäden wurden unter dem nationalsozialistischen Regime nicht behoben; durch Bomben im Zweiten Weltkrieg wurde der Reichstag fast ganz zerstört, so dass er lange Zeit ungenutzt blieb. Erst in der 60er Jahren wurde das Gebäude wieder renoviert, so dass es für gelegentliche Sitzungen verwendet werden konnte.

Es dauerte noch 6 Jahre nach dem Mauerfall, bis das Reichstagsgebäude für den Deutschen Bundestag umgebaut wurde. Der englische Architekt Norman Foster fügte dem Reichstag seine markante Kuppel hinzu. Im September 1999 war die Renovation abgeschlossen und der Deutsche Bundestag begann im völlig neugestalteten Plenarssal zu tagen.

Besichtigung des Reichstagsgebäudes

Der Reichstag bildet nicht nur die politische Schaltzentrale in Deutschland, sondern wurde wegen seiner futuristischen Glaskuppel auch zu einer Haupttouristenattraktion Berlins.

Typische Warteschlange von eineinhalb Stunden

Zum Reichstagsgebäude kommt man bequem, wenn man an der S-Bahn Station Unter den Linden aussteigt. Noch imposanter ist es, wenn man vom Potsdamer Platz aus die Ebertstraße am Brandenburger Tor vorbei zum Reichstagsgebäude läuft. Dann erwartet einen nämlich ein kleiner Schockmoment, nämlich wenn man die Menschenschlange vor dem Eingang sieht; Glücklich können sich angemeldete Gruppen heißen, für die es einen Extra-Eingang gibt. Der Normalbesucher muss sich durch die Warteschlange durchquälen. 1-2 Stunden Wartezeit sind keine Seltenheit. Um die Wartezeit zu verkürzen sollte man früh morgens zu Beginn einer Besichtigungstour gleich zum Reichstag gehen; die Schlangen bilden sich nämlich erst gegen 11 Uhr vormittags. Der Eintritt in das Reichstagsgebäude ist übrigens frei; den bezahlt man ja indirekt über die Steuern...

Das Reichstagsgebäude von vorne

Steht man zum ersten Mal vor dem Reichstagsgebäude, so erkennt man erst, wie prächtig und mächtig der Bau ist. Am Interessantesten ist es jedoch auf dem Dach des Gebäudes; Als Besucher wird man mit einem Aufzug nach oben gefahren und kommt am Fuß der gigantischen Glaskuppel heraus. Man kann auf dem Dach des Gebäudes um die Glaskuppel laufen und herrliche Blicke in alle Richtungen Berlins genießen.

Innerhalb der Kuppel gelangt man auf einem Spiralweg bis auf die oberste Ebene. Dort bleibt man erst mal völlig erstaunt stehen, da die Kuppel nicht wie vermutet geschlossen ist, sondern zum Himmel hin geöffnet ist. Es kann also in vollen Fluten oben reinregnen - was für ein Spektakel, wer die Kuppel bei Regenfall, oder noch besser bei Schneefall, hochläuft.

Die Glaskuppel auf dem Reichstagsgebäude

Das Regenwasser wird von einem gigantischen, außen voll verspiegelten Konus aufgefangen. Der Konus dient zugleich als Lüfter, der das Mief aus dem Plenarsaal über Berlin verbreitet. Die warme, verbrauchte Luft aus dem Plenarsaal steigt nach oben auf und gelangt durch den Konus hindurch über die offene Kuppel nach außen. Im Konus selbst befindet sich noch ein Waermetauscher und ein Wasserfilter, der das Regenwasser zur Weiterverwendung auffängt. Unglaublich, wie viel Technik in dem architektonischen Meisterstück steckt.

Unten in der Kuppel ist auf einem Rundgang die Geschichte des Reichstages mit zahlreichen Bilddokumenten geschildert. Von dort aus hat man auch einen Blick in den Plenarsaal. Man kann den Politikern also auf den Kopf schauen. Natürlich kann man an Plenarsitzungen auch direkt als Besucher teilnehmen. Dann ist aber eine Anmeldung beim Besucherdienst unabdinglich.

Auf dem Dach des Gebäudes, gleich neben der Kuppel, gibt es übrigens auch ein Café, wo man sich etwas erfrischen kann. Das ist zwar nichts besonderes, aber durchaus überlegenswert, wenn man vor hat, nach der Besichtigung die “Lindenstraße” Unter den Linden abzulaufen und vielleicht von der langen Warterei schon etwas müde ist. Unter den Linden gibt’s nämlich nicht viele Restaurants und Cafés.

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