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Der Palca Canyon - Wandern und Tracking

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Nachdem wir mit unserem Stadtrundgang einen guten Eindruck über das lebendige und durchaus hektische Leben in Boliviens Metropole bekommen konnten, und wir uns nach ein bis zwei Tagen Aufenthalt schon gut an die Höhenlage gewohnt haben, ist unser Tatendrang groß, die Umgebung von La Paz näher zu erkunden, und nach dem ganzen Trubel der Stadt etwas Ruhe zu bekommen. In unserem Reiseablauf war eine halbtägige Wanderung durch den von der Stadt etwa 15 Kilometer entfernten Palca Caynon mit seinen bizarren Felsformationen vorgesehen. Es wurde angepriesen, dass dieser Canyon, wenn auch bei weitem nicht so groß wie der Bryce oder Grand Canyon in den USA, an Schönheit und Einzigartigkeit den Beiden in nichts nachstehe, und zudem noch ziemlich unbekannt sei; Wahrlich, wir sollten nicht enttäuscht werden!

Karte von Bolivien; Vergrößerung per Mausklick Ein speziell von Mercedes gebauter Kleinbus für die holprigen Straßen Boliviens

Doch bevor wir mit unserer Wanderung durch den Palca Canyon beginnen können, stellt sich die Frage, wie kommt man überhaupt zum Ausgangspunkt? Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Ausflug bei einem der zahlreichen Tourveranstalter in La Paz buchen (die meisten davon findet man in der Calle Sagarnaga). Unser Touranbieter Magri-Turismo (in der Calle Capitán Ravelo) war durch die gebuchte Reise schon festgelegt, doch dies war nicht zu unserem Nachteil, wir waren mit dieser Agentur auf unserer ganzen Bolivienreise mehr als zufrieden! Alternativ kann man sich für ungefähr 50 Euro ein Taxi anheuern, das einem bis zum Ausgangspunkt bringt und vom Endpunkt der Wanderung wieder abholt. Nachteil bei dieser Variante ist ein fehlender ortskundiger Führer, so dass man auf eigene Faust den Weg zum und durch den Canyon suchen muss, und man sollte auch dem Spanischen einigermaßen mächtig sein, um auch dort zu landen, wo man hin möchte.

Anfahrt durch die Vororte von La Paz

Beginnen wir also unsere Anfahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung und starten mit dem Kleinbus vom Prado aus, immer der Haupstraße nach Südosten folgend. Anfangs geht es noch einen Teil durchs geschäftige Zentrum an vielen neuen modernen Hochhäusern vorbei, bis sich bei einer S-Kurve ein freier Blick auf die unteren, weitläufigen Stadtteile von La Paz bietet. Wir fahren weiter die Straße hinab, an einem kleinem Seitental vorbei, aus dem ein Bach fließt, der durch Abwasser dunkelbraun gefärbt ist, in dem jedoch arme Indiofrauen ihre Wäsche waschen.

Blick über die unteren Stadtteile von La Paz, links oben ist das Schwimmstadion zu erkennen

Und über die Hänge des kleinen Tals wird von oben einfach der Müll hinab geworfen. So sauber der Prado im Zentrum ist, umso trauriger ist es, wie hier mit der Natur umgegangen wird. Weiter bergabwärts kommen wir in den Vorort Obrajes, der "nur" noch auf etwa 3200m liegt. Hier hat sich ein Viertel gebildet, das sehr europäisch anmutet und uns beinahe vergessen lässt, dass wir über 12000km von Europa entfernt sind. Hier gibt es die verschiedensten Autogeschäfte, Elektromärkte und Möbelhäuser. Und durch die geringere Höhelage haben ich hier auch die Reichen in schönen Villen mit großen Gärten niedergelassen, zudem befinden sich hier die meisten Auslandskonsulate.

Bei einer großen Kreuzung biegen wir nach links Richtung Calacoto und San Miguel ab, und von nun an geht es wieder bergauf. In zahlreichen Kehren schraubt sich der Bus auf anfangs noch auf guter Asphaltstraße nach oben, im Stadtteil San Miguel wechselt der Belag der Straße, zuerst noch ein Kopfsteinflaster (das aber mit dem in Europa nicht zu vergleichen ist, es sind nämlich runde Steine und dementsprechend holprig ist es), bald ist es nur noch eine Staubpiste, auf der sich die Raeder unseres Busses drehen. Und welch unzählige tiefe Schlaglöcher sind über die Straße gesäht! Ich suchte mir im Bus einen der hintersten Sitze aus, was ich jedoch bald bereuen sollte: Jedesmal, wenn unser Busfahrer über ein Schlagloch fuhr, wurde ich von meinem Sitzplatz manchmal so hochgehoben, dass ich mit dem Kopf an die Decke klatschte...

Mit der Straße ändert sich in San Miguel auch die Bebauung an der Straße. Die Häuser werden wieder kleiner, und beinahe vor jedem Häuschen befindet sich ein mehr oder weniger großer Verkaufsstand; Auf etwa 3800m hört die Bebauung am Straßenrand auf und der Bus keucht noch 200 Höhenmeter bis zur auf 4000m gelegenen Cuesta de las Animas (Paß der Seelen) hinauf.

Wie Orgelpfeiffen stehen diese Felsgebilde in der Landschaft Der gewaltige Illimani über dem Palca Canyon vom Animaspass gesehen

Und plötzlich, welch gewaltiger Blick tut sich vor unseren Augen auf! Der eindrucksvolle Gebirgsstock des Illimanis erhebt sich 2500m über der gesamten Umgebung! Linkerhand ist der 5868m hohe Mururata mit seiner flachen Gipfelkalotte zu sehen, aber bei weitem nicht so imponierend als der Illimani. Dazu gibt es auch eine Geschichte: Einst wollte der Mururata den Illimani an Höhe übertrumpfen, doch dieser schlug mit einem Schwert den Kopf seines Gegenspielers ab und beförderte ihn hunderte von Kilometern nach Süden, wo seitdem der "Kopf" des Mururatas liegt, und somit den höchsten Berg Boliviens, den 6562m hohen Sajama, bildet. Unterhalb des Illimanis ist schon ein Teil des Palca Canyons, in den wir nun bald hinein wandern werden, zu sehen. Wir fahren noch etwas abwärts bis zur Hacienda Uni, die von einzigartigen Felsformationen überragt wird. Wie Orgelpfeiffen stehen diese durch die Errosion geformten Konglomeratpfeiler nebeneienander. Bei der Hacienda steigen wir aus dem Bus aus und können endlich mit unserer Wanderung beginnen! Alternativ kann auch bis nach Uni weiter gefahren und von dort gestartet werden, doch man verpasst so das erste Drittel des Canyons.

Wanderung durch den Canyon nach Palca

Nachdem wir unseren Rucksack, in dem sich genuegend Trinken, eine Brotzeit und trotz Sonnenschein Wetterschutzkleidung befinden, geschultert haben, folgen wir unserem Tourguide Erich, der uns schon beim Stadtrundgang begleitet hat. Wir wandern anfangs nur leicht bergab über Viehweiden, einzelne Kühe, Schafe und auch Esel sind zu sehen, die versuchen, auf dem kargen Boden etwas Essbares zu finden. Die Vegetation ist aufgrund der Trockenperiode während des Winters in Bolivien, die von Mai bis September dauert, aber auch durch die Höhenlage ziemlich rar, und so sind nur vereinzelt grüne Pflanzen und Gräser zu sehen. Umso erstaunlicher ist es, als wir plötzlich auf einer Höhe von 3800m zwischen ausgedörrten Sträuchern ein goldgelbes Getreidefeld erblicken. Und auf der anderen Seite wachsen wilde stachelige Kakteen, einen größeren Kontrast könnte es nicht geben!

Ein goldgelbes Getreidefeld in 3800m Höhe auf dem Weg zum Palca Canyon

Der Weg wird immer schmäler und unscheinbarer, ab und zu kommen uns ein paar junge Indigenas entgegen, die auf der Suche nach ihrem Vieh sind, bis dann der Weg aufhört und wir uns weglos fortbewegen; Nun sind wir froh, dass wir einen Gebietskenner als Guide haben, denn wenn es zum Canyon auch nur bergab gehen kann, in dem unwegsamen Gelände ist die Orientierung nicht einfach. Wir folgen nun einem schon deutlich erkennbaren, ausgetrocknetem Bachbett, es kann also nicht mehr weit bis zum Cayon sein. Wir biegen um eine Ecke, und siehe da, der Canyon ist erreicht!

Die Farbe der Felsen wechselt zu grau und ocker Am Beginn des Canyons mit roten Sandsteinwänden

Über uns bauen sich senkrechte Wände aus rotbraunem Sandstein auf, in kleinsten Felsvorsprüngen wachsen einzelne Sträucher, und im an dieser Stelle recht breiten Flussbett des Rio Palca liegen runde Steine in den unterschiedlichsten Farben und Größen. Ich denke mir, wo ein Canyon ist, muss es doch auch einen Bach geben, der während Millionen von Jahren diese bizarre Landschaft durch Errosion geformt hat. Aber es ist weit und breit kein Wasser zu sehen. Darauf angesprochen, wo denn das Wasser sei, meint Erich, wir können froh sein, dass wir in der Trockenzeit hier durchwandern, denn während der Regenzeit führe der bei uns nicht vorhandene Fluss so viel Wasser, dass die Schlucht dann unpassierbar sei. Betrachtet man die einzigartigen Felformationen, so fragt man sich, wie konnte das alles entstehen? Dazu ein kleiner Exkurs in die Geologie.

Gut zu erkennen sind die verschiedenen Sedimentschichten Steine in den unterschiedlichsten Farben liegen im Bachbett

Die Anden sind wie die Alpen und der Himalaya ein im Vergleich zur Erdgeschichte recht junges Gebirge. Vor etwa 150 Millionen begann die Nazca-Platte (unter dem Pazifik liegend) sich unter die kontinentale südamerikanische Platte zu schieben, was man in der Geologie als Subduktion bezeichnet. Dabei enstanden zwei Tiefseegräben, der Perugraben und der Atacamagraben. Da in Subduktionsgebieten ein enormer Druck und Kompression ensteht, ereignen sich in diesen Bereichen oft Erdbeben. Aber keine Angst, das Altiplano in Bolivien liegt soweit von diesen Zonen entfernt, so dass Erdeben sehr selten sind. Im sogennanten Tertiär vor etwa 60 Millionen begann durch weitere Subduktion die Heraushebung und Auffaltung der Anden. Dabei entstand durch aufgeschüttete Lava, aber auch durch das Aufsteigen von leichteren Gesteinsbereichen, die während der Subduktion im Erdinnern gebildet wurden, ein 7500km langes und bis zu 600km breites Hochgebirge, das im 6958m hohen Anconcagua seinen Kulminationspunkt hat.

Während dieser Gebirgsbildung enwickelte sich zwischen der Ost- und Westkordillere eine sogenannte Depression, eine grabenartige Absenkung, das Altiplano. Der Altiplanograben wurde dann in weiterer Folge mit klastsichen Errosionssedimenten (Sandstein, Tonschiefer, Quarzite) der Kordilleren aufgefüllt, wobei eine bis zu 10km mächtige kontinentale Schichtenfolge entstand. Da die Umgebung von La Paz am Rande des Altiplanos liegt, wo es Richtung Osten ins bolivianische Tiefland abfällt, sind die Bedingungen wie geschaffen für das Entstehen eines Canyons. An den Hängen sammelt sich das Regen- und Schmelzwasser, und sucht den Weg nach unten, wobei es sich durch die relativ weichen Sandstein- und Konglomeratschichten gräbt und so im Laufe der Jahrmillionen diese eindrucksvolle Naturschönheit modelliert.

Wie Wolkenkratzer einer Großstadt schachteln sich die Sandsteinpfeiler ineinander Ein spektakulärer Felsturm wächst aus dem Canyon  scheinbar bis in den Himmel

Nach diesem kleinen Exkurs wieder zurück zu unser Wanderung. Wir kommen zu einer Stelle, wo sich der Canyon verengt und einige größere Steine den Weg versperren. Von einem Stein zum Anderen hüpfend, ich komme mir dabei wie in meiner Kindheit vor, als ich fast jeden ausgetrockneten Gebirgsbach unsicher machte, überwinden wir dieses Hindernis. Nach dieser Stelle kommt von links der Weg, der in Uni beginnt, gerab. Der Canyon weitet sich nun wieder, und uns eröffnet sich ein neue Aussicht. Mehrere hundert Meter hohe Felswände in ockergelber Farbe erheben sich nun über uns, der Blick lässt uns immer wieder nach oben schweifen, wir kommen an einem Felsturm vorbei, der wie ein einzelstehender Wolkenkratzer in den Himmel strebt. Ich fotografiere und fotografiere, bin ganz hin und weg aufgrund der sich bietenden Fotomotive, Film um Film schieße ich durch meine Spiegelreflexkamera, ich komme aus dem Staunen in Anbetracht der spektakulären Szenerie nicht mehr heraus, merke gar nicht mehr den kalten Wind, der uns trotz Sonnenschein ins Gesicht weht.

Aus den Wolken spitzen die Gipfel des Illimani hervor Ein Bewässerungskanal erlaubt die Bestellung von Ackerland in dieser kargen Gegend

Wir folgen den Biegungen des Flussbettes, treffen nach langer Zeit wieder auf einen schwach erkennbaren Weg, scheinbar ein Hirtenweg, da uns ein alter Mann mit seinen Schafen entgegen kommt und wir uns fragen, wo denn die Tiere in dieser Ödnis überhaupt was Essbares finden können. Doch scheinbar genügt den Schafen das bisschen Grünzeug, das es trotz des trockenen und steinigen Boden schafft, zu wachsen. Linkerhand klammert sich ein einzelner Eukalyptusbaum an einen Felsvorsprung, und dahinter tauchen plötzlich die eisbedeckten Gipfel des Illimanis, die den Canyon um über 3000m überragen, für kurze Zeit aus den Wolken. Nach einer kleinen Rast mit viel Trinken, einigen Bissen Essen und vor allem Eincremen des Gesichts, die Sonneneinstrahlung ist doch sehr stark machen wir uns auf die letzte Dreiviertelstunde bis zu unserem Ziel in Palca, wo uns der Bus wieder abholt.

Kurz nachdem wir uns gestärkt haben und weiter marschieren weitet sich der Canyon, die Seitenwände werden niedriger, es ist wieder etwas grüne Vegetation zu sehen und sogar ein paar Kühe säumen unseren Weg. Sind wir die ganze Zeit bergab gegangen, so führt nun ein relativ breiter Weg nach links aufwärts. Wir kommen an einem bepflanzten Feld vorbei, das mit seinem Grün wie ein Juwel in seiner kargen und lebensfeindlichen Umgebung funkelt. Der Grund für das frische Grün: Das Feld wird durch einen offenen Bewässerungskanal mit dem notwendigen Wasser versorgt. Nebenan bestellen und pflügen Bauern in mühevoller Handarbeit ihre meist bescheidenen Felder, auf denen in dieser Gegend überwiegend Kartoffeln, Mais, Quinoa und Getreide angebaut werden. Es scheint so , als sei die Zeit hier stehen geblieben und man fühlt sich um Jahrhunderte zurück versetzt, wenn man diesen Leuten bei der Arbeit zusieht.

Karges Ackerland am Ende des Palca Canyons wird in mühevoller Handarbeit bestellt Ausgelassene Feierstimmung mit Tanz und Blasmusik in Palca

Auf den letzten Metern nach Palca, das auf etwa 3200m liegt, wir sind also gut 600 Höhenmeter bergab gegangen, führt der Weg durch einen lichten Wald mit Eukalyptusbäumen, und bald sind schon die ersten Häuser zu sehen. Um eine Straßenecke biegend sehen wir schon unseren Busfahrer stehen, der schon auf uns wartet. Wir steigen in den Bus ein und fahren bis zum lieblichen Dorfplatz des Ortes. Nicht heruntergekommene alte Häuser, wie erwartet, stehen rings um das Zentrum, nein, es sind moderne Bauten mit frisch angemahlten Fassaden. Erich klärt uns erstaunten Touristen auf: Palca verdankt seinen Reichtum einem Edelmetall, nämlich Gold, das in den Bächen rund um die Ortschaft gewaschen wird. Dass die Bevölkerung es auch nicht allzu nötig ersieht, an einem Montag zu arbeiten, davon können wir uns soagr live überzeugen. Das ganze Dorf scheint auf den Beinen zu sein, es wird getanzt und gelacht, die Blasmusik spielt einen der typisch bolivianischen Märsche (um erhlich zu sein, eine bayerische Musikkapelle hört sich um einiges besser an), und es wird Unmengen von Bier getrunken; Ein faszinierendes und recht lustiges Treiben an einem Werktag!

Rückfahrt nach La Paz und kurzer Abstecher ins Valle de Luna

Nach diesem für uns Europäer doch etwas ungewöhnlichen Erlebnis machen wir uns mit dem Kleinbus auf den Weg zurück Richtung La Paz. Wir fahren durch Eukalyptuswälder, die nach einiger Zeit in Ackerland übergehen. Vereinzelt kommt uns ein Auto auf der staubtrockenen Straße, naja eher eine Schlaglochpiste, entgegen. Ein solches Zusammentreffen lässt den Puls immer etwas schneller werden, denn die Straße ist gerade so breit, dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen. Es gibt keine Leitplanken wie auf europäischen Straßen, vom Straßenrand geht direkt mehrere hundert Meter in die Tiefe. An einer besonders ausgesetzten Stelle erblicke ich tief unten ein Autowrack, und neben der Straße sind Blumen und einige Kerzen zu sehen... Einfach am besten nicht nach unten schauen und daran denken, was passieren könnte, und Vertrauen in den Busfahrer haben. Der Bus schraubt sich in unzähligen Kehren nach oben, wir kommen an einzelnen Häusern vorbei, werden im Fahrzeuginnern hin und her geschüttelt, und erreichen schließlich die 4000m Marke und wieder die Cuesta de las Animas.

'Eine typisch bolivianische Bergstraße... Bizarre Erd- und Steintürme im Valle de Luna

Auf bereits bekanntem Weg fahren wir durch die Vororte San Miguel und Obrajes bis zur großen Kreuzung, an der wir morgens von der Hauptstraße nach links abgebogen sind. Und dort endet unser halbtägiger Ausflug durch den Palca Canyon. Auch wenn wir während der Wanderung überwiegend nur bergab gelaufen, so knurrt uns doch der Magen, und wir haben uns redlich ein gutes Mittagessen verdient! An dieser Stelle ist das Hotel Oberland in der kleinen Ortschaft Malassa zu empfehlen. Oberland? Hören wir da etwa ein deutsches Wort? Ja! Wer bereits den Artikel über La Paz gelesen hat, weiß, dass dieses Hotel vom Schweizer Walter Schmid geführt wird und wir dort oben besagtes Mittagessen zu uns nahmen. Es wurden uns verschiedene Fleischspezialitäten, dazu Mais, Süßkartoffeln und Maniok serviert. Und wie üblich in kühles Cerveza!

Auf der Straße ins Valle de Luna mit dem Kakteengarten

Nach dieser ausgiebigen und vorzüglichen Stärkung lohnt sich noch ein kurzer Abstecher ins nahegelegene Valle de Luna (Mondtal). Die Anfahrt dorthin ist gut ausgeschildert, der Eingang befindet sich oberhalb des an der Straße befinlichen Kakteengartens. Wir betreten eine Landschaft, in der es wahrlich wie auf der Oberfläche der Mondes ausschaut. Bizarre Erd- und Steintürme, Säulenpyramiden und Felspilze wachsen in den Himmel, die in jahrtausenden von Jahren durch Errosion und Klimagegensätze entstanden sind. Leider ist ein Großteil dieser Naturschönheit in den letzen Jahren durch intensive Bebauung zerstört worden. Wer ein Anhänger des Golfsports ist, kann hier in der Nähe den höchstgelegenen Golfplatz der Welt bespielen. Oder für Tierfreunde besteht noch die Möglichkeit, den Zoo von La Paz zu besuchen. Wir aber besteigen wieder unseren Bus und fahren auf auf dem Anfahrtsweg zurück ins Zentrum von La Paz und zu unserem Hotel. Dort angekommen, ruhen wir uns bei einem Cocatee aus, lassen den Tag Revue passieren und stimmen uns gedanklich schön auf die morgige Fahrt zu den Ruinen von Tianaku und zum Titicacasee ein.

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