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Allgemeine Informationen über Uruguay

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Uruguay ist das kleinste spanischsprachige Land Südamerikas, kommt jedoch immerhin auf eine Grösse von Österreich und Ungarn zusammen. Die beliebten Reiseziele des Landes erstrecken sich vor allem entlang der Atlantikküste im Osten und im Westen am Ufer der Flüsse Rio de la Plata und Rio Uruguay.

Es gilt als eines der sichersten Länder Lateinamerikas, was dem Urlauber erlaubt, sich auch ohne fachkundige Begleitung frei durch das Land zu bewegen. Zudem sind die Uruguayer ein unbeschreiblich nettes und hilfsbereites Volk, so dass man hier wirklich kaum Schwierigkeiten hat. Obwohl man sich natürlich vor allem in Montevideo, wie in jeder größeren Stadt der Welt, vor Taschendieben vorsehen sollte, für die unachtsame Touristen ein beliebtes Ziel sind. Und das leider immer häufiger.

Geographie und Bevölkerung

Karte von Südamerika

Mit seinen rund 176.000 km² ist Uruguay nach Suriname das zweitkleinste Land Südamerikas; Es grenzt im Norden an Brasilien und im Westen an Argentinien. Der Süden ist durch den Rio de la Plata, der "Silberfluss", begrenzt, der am Punta del Este in den Atlantik fließt, welcher die östliche Grenze Uruguays bildet.

Da Uruguay eine Erweiterung der Argentinischen Pampa darstellt, ist das Land überwiegend flach. Die höchste Erhebung bildet mit 514m der Cerro Catedral im Norden des Departamento Maldonado. Das Land ist durch seine Vielzahl an Flüssen geprägt. Der Río Uruguay im Westen des Landes bildet die Grenze zu Argentinien und formt zusammen mit dem Río Paraná den Río de la Plata. Der Río de la Plata mündet in den Atlantik. Der bis zu 220 km breite Mündungstrichter ist wohl der größte der Welt.

Es heißt, die  Uruguayer werfen nichts weg.

Uruguay hat knapp 3,5 Mio. Einwohner. Die Mehrheit, nämlich gut 1,3 Mio., lebt in der Hauptstadt Montevideo. Die Uruguayer sind überwiegend europäischer, vor allem italienischer und spanischer, Abstammung. Es gibt auch ungefähr 40.000 Deutschstämmige und rund 10.000 Deutsche, die in Uruguay leben. Man sollte jedoch nicht darauf vertrauen, mit Deutsch weiterzukommen. Die Amtssprache ist Spanisch, wobei es durch die verschiedenen Einflüsse zu lustigen Dialekten gekommen ist und insgesamt der Klang der Sprache eher ans Italienische oder Portugiesische erinnert.

Die Uruguayer sind ausgesprochen nett und hilfsbereit, aber ein paar Brocken Spanisch zu sprechen ist vor allem für Individualreisende empfehlenswert. Das verhilft einem nämlich zu ganz einzigartigen Begegnungen, z.B. Einladungen zu einer Runde Mate oder Gespräche über die Welt mit einem Fischer, der an der Küstenstrasse auf eine Mitfahrgelegenheit wartet (es ist absolut unbedenklich, anzuhalten und ihn mitzunehmen, allerdings sollte man auf starken Fischgeruch gefasst sein).

Geschichte Uruguays

Vor der spanischen und portugiesischen Eroberung war das Gebiet von einigen Nomadenvölkern, die überwiegend Jäger und Sammler waren, besiedelt. Das bedeutendste dieser Völker waren die Charrúas. Diese sind jedoch im 19. Jahrhundert vollständig ausgerottet worden.

Die Entdeckung der Rio de la Plata Mündung und somit Uruguays ist zwischen den Spaniern und Portugiesen umstritten. Fest steht, dass sich die Indianer heftig gegen die Eroberungsversuche gewehrt haben und dadurch zunächst eine Besiedlung scheiterte. Erst 1624 gründeten die Spanier die erste ständige Siedlung in Soriano am Río Negro und wenig später gründeten die Portugiesen die erste militärische Festung Nova Colonia do Sacramento (heute Colonia del Sacramento).

Es folgten Kämpfe um die Vorherrschaft zwischen Portugal, Spanien und England. Und zu Beginn des 19Jh. waren es Brasilien und Argentinien, die das Land annektieren wollten. Auf britischen Druck hin wurde 1828 der Frieden von Rio de Janeiro unterzeichnet, wobei auch die Unabhängigkeit Uruguays anerkannt wurde. England wollte damit einen "Puffer" zwischen Argentinien und Brasilien schaffen. Am 18. Juli wurde die erste Verfassung Uruguays verabschiedet.

Jedoch begann daraufhin die Zeit der Bürgerkriege zwischen den Colorados unter José Fructuoso Rivera und den Blancos unter Manuel Oribe. Hauptgrund für die Bürgerkriege waren Interessenkonflikte zwischen dem Handelssektor und dem Agrarsektor. José Fructuoso Rivera vertrat den Handelssektor, welchem mehr an offenen Grenzen gelegen war und Manuel Oribe stand auf der Seite des Agrarsektors, der eher zu Protektionismus neigte; Nachdem sich Oribe Verbündete in Buenos Aires suchte und Montevideo belagerte, stellte sich Brasilien auf Seiten Riveras und es kam zum "Großen Krieg", der wiederum durch einschalten Englands und Frankreichs beendet wurde.

Nach dem "Großen Krieg" nahm die Einwanderung, vor allem durch Italiener und Spanier, zu. Die Bevölkerung stieg drastisch an. Die Einwanderer führten neue Viehzuchtmethoden ein, was dem Land zu einem Wirtschaftsaufschwung verhalf.

Zu Beginn des 20 Jahrhunderts war Uruguay eine der fortschrittlichsten Länder Südamerikas. Es gab die Schulpflicht, Versammlungs- und Pressefreiheit und ab 1916 wurden Kirche und Staat getrennt. 1930 war Uruguay der erste Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft und gewann diese, womit es auch der erste Fußballweltmeister wurde.

Trotz positiver Entwicklung kam es durch einen Nachfragerückgang an landwirtschaftlichen Produkten Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer schweren Wirtschaftskrise, die vor allem in der Arbeiterklasse und bei Studenten zu einem starken Linksextremismus führten. Es bildete sich eine Guerillabewegung namens Tupamaros, die zunächst Banken überfiel und das Geld an die Armen verteilte, später jedoch auch vor Entführungen und Ermordung hochgestellter Persönlichkeiten nicht zurückschreckte. 1973 übernahm dann das Militär die Macht, Aufstände wurden niedergeschlagen und Gegner verfolgt. Doch bereits seit 1980 kam es wieder zu einem Demokratisierungsprozess und nachdem im Jahr 1984 die Proteste gegen die Militärregierung zunahmen, bereitete das Militär die Machtübergabe an eine Zivilregierung vor.

Nach der Rueckkehr zur Demokratie erholte sich die Wirtschaft innerhalb kurzer Zeit wieder. 1991 gehörte Uruguay zu den Mitbegründern des Mercosur. Doch dann schwappte 2001 die Argentinienkrise auch nach Uruguay über, denn neben Brasilien war Argentinien der wichtigste Handelspartner und der Export nach Argentinien ist Ende 2001 fast vollständig zum erliegen gekommen.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2004 gewann erstmals in der Geschichte des Landes ein linksgerichteter Kandidat: Taberé Vázquez. Seit der Krise von 2002 befindet sich das Land in einer Phase andauernder wirtschaftlicher Erholung.

Unterwegs in Uruguay

In Montevideo gibt es ein umfangreiches Busnetz. Auch vom Flughafen aus kann man sich auf ein erstes Abenteuer einlassen und mit dem Bus fahren. Dies machen vor allem die Einheimischen. Da wundert man sich dann noch kurz über den Hinweis, seinen Mate nicht aus dem Fenster zu kippen, bevor dann die Uruguayer mit ihrer Thermoskanne unterm Arm und dem Mate in der Hand einsteigen.

Wer es doch schneller mag, kann eines der Taxis nehmen, die am Flughafen warten. Auch in Montevideo selbst kann man sich billig mit dem Taxi fortbewegen. In Bezug auf Taxis in Uruguay kann man allerdings nicht das Wort "bequem" gebrauchen, denn es handelt sich hier selten um neuere Autos. und Schlaglöcher werden grundsätzlich nicht vermieden, sondern es wird versucht, sie mit hoher Geschwindigkeit zu überfliegen und das klappt natürlich nur überaus selten bis nie.

Wer mehr vom Land sehen will, für den sind die Überlandbusse eine gute Wahl. Am Busbahnhof Tres Cruces in Montevideo (Avda. Boulevar Artigas 1825) kommen und fahren täglich um die 1.000 Busse. Im Internet kann man sich über Fahrpläne etc. informieren, allerdings nur auf Spanisch.

Wer lieber flexibel seine Rundreise plant, kann bedenkenlos auf ein Mietauto zurückgreifen. Der deutsche Führerschein und eine Kreditkarte reichen zur Anmiete. Die Straßen und Autobahnen von Uruguay sind in weitgehend guter Kondition. Auf den Autobahnen wird eine Maut verlangt.

Die Gastronomie Uruguays

Gastronomisch hat Uruguay einiges zu bieten, und das zu unglaublichen Preisen. Die verschiedenen Kulturen machen die Küche sehr abwechslungsreich, vor allem die spanischen und italienischen Einflüsse prägen die sie. Es überwiegt das Rindfleisch in allem möglichen Verarbeitungsformen, wobei viele Restaurants auf Grill spezialisiert sind. Variationen sind zum Beispiel Chivito und Milanesa.

Chivitos sind die uruguayische Antwort auf den Hamburger. Es handelt sich hierbei um Rinderfiletscheiben mit Schinken, Speck, Spiegelei, Käse und Salat zwischen zwei Brötchenhälften. Und Milanesa ist ein paniertes Rinderschnitzel; Wer mal keinen Appetit auf Rindfleisch hat, der findet ein großes Angebot an guter Pizza und Pasta und leckere Salate.

Zum Frühstück sollte man auf keinen Fall verpassen, bei MLCalentitas (gibt es mittlerweile vier Mal in Montevideo, z.B. im Stadtteil Las Carretas, Strasse 21 de Septiembre 2982) vorbeizuschauen und die Medialunas calentitas zu probieren. Das sind eine Art kleine Croissants die zu jeder Tageszeit ofenfrisch serviert werden.

Der Mate - Ein Ritual

Das Wort Mate bedeutet ursprünglich Kürbis (aus dem Quechua), das originale Gefäß für den Aufguss. Der Tee wird richtig Yerba Mate genannt. Obwohl der Mate in vielen Ländern der Region in der Kultur verankert ist, hat er in Uruguay doch einen ganz besonderen Stellenwert. Er wird überall und von jedem getrunken. Wohin man auch geht, sieht man die Uruguayer mit ihrem Trinkgefäß in der Hand und der Thermoskanne für das heiße Wasser unter dem Arm.

Da die Uruguayer ein sehr offenes Völkchen sind, ist es nicht schwer, Bekanntschaften zu machen und so bekommt man auch schnell einen Mate angeboten. Kommen mehrere Personen zusammen und trinken Mate, geht es normalerweise im Kreis; Aber nicht einfach jeder einen Schluck, sondern derjenige der einlädt (der "Matero"), also den Mate und die Thermoskanne dabei hat, gießt etwas Wasser in den Mate und gibt ihn weiter. Die Person trinkt den Tee und reicht den Mate zurück. Der Matero gießt Wasser nach und reicht den Mate dann an die nächste Person. Das geht dann so weiter bis das Wasser alle ist oder der Tee seinen Geschmack verliert. Und so bereitet man den Mate richtig zu:

Mate-Zubereitung Mate-Zubereitung Mate-Zubereitung Mate-Zubereitung Mate-Zubereitung

Man braucht einen Mate (also das Gefäß, üblicherweise aus Kürbis, heutzutage wird wegen der Haltbarkeit und Hygiene für den täglichen Bedarf oft ein Becher aus Holz verwendet), den Tee Yerba Mate, den Trinkhalm, genannt Bombilla (aus Metall oder Holz) und heißes Wasser, siehe Bild 1. Zuerst füllt man den Mate bis zur Hälfte mit Yerba (siehe Bild 2). Dann bedeckt man das Gefäß mit der flachen Hand, dreht es um und schüttelt leicht. So bleibt der feine, unerwünschte Staub der Yerba an der Handinnenfläche haften (siehe Bild 3). Man kippt den Mate leicht an, sodass sich die Yerba auf einer Seite des Gefäßes anhäuft (siehe Bild 4). Nun wird vorsichtig heißes Wasser auf die freie Seite des Gefäßes gekippt (siehe Bild 5). Dann kann die Bombilla vorsichtig in die Yerba geschoben werden und fertig zum Genießen. Je nach Geschmack und Region kann Zucker dazugegeben werden, um den Mateaufguss zu versüßen.

Klima und Reisezeit

Da Uruguay auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten umgekehrt wie in Europa. Das Klima ist durchgängig recht mild, weshalb man das ganze Jahr über reisen kann. Man muss weder mit Hitzewellen noch eisiger Kälte rechnen. Im Winter kann es durchaus Tage geben, an denen man die Jacke zu Hause lassen kann, und im Sommer wird man ab und zu durch eine kühle Brise erfrischt.

Balken oben: Tagesdurchschnittstemperaturen; Balken unten: Nacht-DurchschnittstemperaturenWassertemperaturenSonnenscheinstunden pro TagNiederschlagstage pro Monat

Die sicherste Reisezeit, wenn man in den Genuss des einen oder anderen Bades kommen möchte, ist natürlich der Sommer (Dezember bis März). Die nebenstehende Grafik zeigt, dass in den Sommermonaten die Temperaturen tagsüber an die 30C heranreichen, diese auch gelegentlich übersteigen. Nachts fallen die Temperaturen jedoch unter 20C ab, so dass man abends immer einen Pullover oder eine Jacke mitnehmen sollte wenn man ausgeht. Allerdings sind in diesen Monaten auch die Touristenanziehungspunkte recht überfüllt. Im Allgemeinen kann man sich auch zwischen Oktober und Mai auf recht gutes Sommerwetter freuen. Vor allem im Herbst und Winter regnet es häufiger in Uruguay und ab und an kommt es zu starken Gewittern und Sturm. Allerdings ziehen die sich selten über einen längeren Zeitraum, wie zum Beispiel in Deutschland.

Für den Urlauber gehören also das ganze Jahr über sowohl luftigere Kleidung als auch etwas Wärmeres für die lauen Nächte und windige Tage in den Koffer. Die Wassertemperaturen liegen in den Sommermonaten Dezember bis März über 20C; da schafft jeder den Sprung ins Wasser. Im Frühjahr und im Herbst fallen die Wassertemperaturen jedoch unter die 20C Marke, so dass der Sprung ins Meer eher einem Sprung ins kalte Wasser nahe kommt.

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