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Rund um Notre Dame de Paris

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Notre Dame ist sehr vielen ein Begriff, vor allem auch durch den Roman oder die Verfilmungen des Werkes von Victor Hugo „Der Glöckner von Notre Dame“. Darum denkt man bei Notre Dame auch automatisch an Paris, obwohl es in anderen Landesteilen ebenfalls einige Kirchen mit dem Namen Notre Dame gibt. Zumindest ist die Pariser Kirche aber eine der bedeutendsten Kathedralen in Europa. Nicht nur das Werk Victor Hugos hat zu diesem Ruf beigetragen, sondern auch die Krönung Napoleon Bonapartes, die hier 1804 stattfand. Die Kirche selbst ist jedoch ebenfalls ein Bauwerk von großer architektonischer Baukunst, das viele Kulturschätze beherbergt. Notre Dame de Paris ist außerdem eine der ältesten gotischen Kirchen Frankreichs.

Die Kathedrale Notre Dame de Paris steht auf der Ile de la Cité, der Insel in der Seine, die als „Geburtsort“ von Paris gilt und somit der älteste Teil der Stadt ist. So sind hier und in der näheren Umgebung noch weitere historisch sehr bedeutsame Bauwerke zu finden, so z.B. die Conciergerie, die Doppelkapelle Sainte-Chapelle, das Hôtel de Ville und das Pantheon.

Das mittelalterliche Wohnviertel auf der Ile de la Cité mit zahlreichen Kneipen und auch Bordellen ist jedoch verschwunden. Der Baron Hausmann, der für viele städtebauliche Maßnahmen Ende des 19. Jahrhunderts verantwortlich war, ließ es zugunsten eines Verwaltungsviertels abreißen. So entstanden auf der Insel auch ein Gefängnis und ein Justizpalast. Das brodelnde Leben – abgesehen von den Touristenströmen – findet heute auf der benachbarten Ile Saint-Louis statt, obwohl sich auch hier ein Wandel vollzog. Früher gab es auf der Insel Fleischergeschäfte, Malergeschäfte und viele Wäschereien. Heute dominieren Restaurants und Galerien. Die Mieten allerdings sind so explodiert, dass nur wenige der Alteingessenen sie sich noch leisten können.

Notre Dame de Paris, die sagenumwobene Kathedrale

Als wir vor der Kathedrale von Notre Dame standen, konnten wir verstehen, dass Victor Hugos Roman über den buckligen Glöckner und die schöne Zigeunerin Esmeralda so „einschlug“. Das gewaltige Bauwerk mit den teils sehr skurrilen Steinfiguren der Chimären kann schon alle möglichen Fantasien wecken, besonders an einem düsteren Tag.

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Notre Dame de Paris ist wirklich ein imposantes Bauwerk, das äußerlich relativ wenig an die „typischen“ Kirchenbauten mit dem spitzen Kirchturm erinnert. Die zwei Haupttürme an der Westfassade wirken ohne Spitzen wie gekappt. Dadurch entsteht aber auch die charakteristische Silhouette, durch die man Notre Dame schon von weitem erkennt. Die Kirche zeigt sowohl Elemente der Frühgotik als auch der Hochgotik. Das liegt an der langen Bauzeit von rund 150 Jahren, in der sich der Baustil wandelte.

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Begonnen wurde der Bau um 1163, fertig war er 1345. In dieser Zeit entstanden überall in Europa bedeutende Gebäude, vor allem Kirchen. Auch Notre Dame de Paris war einer dieser bewundernswerten Geniestreiche, die damalige Architekten und Bauarbeiter schafften. Entstanden ist ein 130 Meter langer Kirchenbau, 48 Meter breit und im Inneren 35 Meter hoch. Die beiden Türme an der Westseite haben eine Höhe von 69 Metern, der Dachreiter gar 96 Meter. Man kann es sich kaum vorstellen, aber in der Kirche sollen bis zu 10.000 Menschen Platz finden.

Wer möchte, kann die 387 Stufen zum Nordturm hinaufsteigen – genügend Puste vorausgesetzt. Belohnt wird die Anstrengung mit einem fantastischen Blick über Paris, der allerdings nicht nach allen Seiten möglich ist. Hier oben ist man auch den Chimären ganz nah, den Fabelwesen, die als Steinfiguren die Fassade schmücken und die sicher zu den fantasievollen Geschichten über Notre Dame beigetragen haben.

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Wir hatten genau hingeschaut, und können das jedem empfehlen. Denn Notre Dame ist nicht nur ein imposanter Bau, sondern die Kirche ist auch über und über geschmückt mit Architekturdetails und Architekturkunstwerken, die oft erst beim zweiten Blick ihre ganze Schönheit offenbaren. So sind die drei Portale in der Hauptfassade kunstvoll gearbeitet. Im Mittelportal kann man z.B. die ausgezeichnet gelungene Darstellung des Jüngsten Gerichts bewundern. Um die gesamte Fassade verläuft die sogenannte Königsgalerie mit Statuen wichtiger Persönlichkeiten. Besonders beeindruckte uns auch das große Rosettenfenster mit den darüber liegenden – fast zart zu nennenden – Spitzbögen.

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Etwas zweigeteilt war unsere Meinung zum Platz vor der Hauptfassade von Notre Dame. Dort hat man eine Tribüne errichtet, von der man einen sehr guten Blick auf die Westfassade hat und auch viele Einzelheiten besser erkennt, als vom Erdboden aus. Andererseits wird damit der Platz nicht gerade schöner. Doch im Endeffekt ist der Nutzen sicher größer und nicht zu verachten.

Im Inneren wirkt die Kirche ziemlich düster, aber dadurch kommt die Intensität des großen farbigen Rosettenfensters besser zur Wirkung. Schwierig ist es aber, erst einmal in die Kirche hinein zu kommen. Die Menschenschlangen, die Tag für Tag darauf warten, die Kirche von innen zu besichtigen, sind enorm lang. Dementsprechend ist auch die Wartezeit meistens alles andere als kurz. Die besten Chancen hat man zu Zeiten, in denen die Touristenbusse noch nicht an der Kirche angekommen sind.

Im Inneren von Notre Dame sind zwei Orgeln zu sehen, die Hauptorgel und die Chororgel. Die Hauptorgel auf der Westempore wurde im Laufe der Zeit mehrmals ungebaut. Die Chororgel ist insgesamt jüngeren Datums, sie wurde im 19. Jahrhundert ein gebaut. In einem Anbau kann man Teile des Kirchenschatzes besichtigen.

Die Conciergerie und die Sainte-Chapelle

Das die Ile de la Cité schon seit sehr langem bebaut ist, merkten wir an der Conciergerie, die zum Gebäudekomplex des Palais de la Cité gehört. Zu diesem Komplex gehört noch der Justizpalast, der aber wesentlich jünger ist und erst im 19. Jahrhundert entstand. Vom anderen Ufer der Seine hat man einen sehr guten Blick auf die Conciergerie mit ihren wuchtigen Rundtürmen aus dem 14. Jahrhundert.

Noch viel früher, nämlich seit dem 9. Jahrhundert, befand sich hier die Residenz der französischen Herrscher. Mitte des 14. Jahrhunderts kam es zu einem Überfall auf das Gebäude, woraufhin König Karl V. um seine Sicherheit fürchtete, den Palast als Königssitz aufgab und das Palais dem Parlament überließ. Seitdem ist hier die Justizverwaltung untergebracht, heute im neuen Justizgebäude. Andere Teile des Palastes nutzte man als Sitz des königlichen Verwalters, des Concierge. Davon abgeleitet wurde der Name Conciergerie.

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Eine weitere Nutzung des Gebäudes war die als Gefängnis. Besonders während der Französischen Revolution herrschte hier „Hochbetrieb“, bis zu 1200 Gefangene vegetierten in den Mauern des Bauwerks. Darunter befanden sich so prominente, wie Danton und Robespiere sowie Marie Antoinette, die Frau Ludwig XVI. Später zählte auch Napoléon III. zu den Insassen.

Die Conciergerie kann besichtigt werden. Zu den Highlights dieser Besichtigung zählt der gotische Saal. Mit 64 Metern Länge und knapp 28 Metern Breite ist er der größte profane Saalbau des Mittelalters, der noch erhalten ist. Früher war er Speisesaal für das königliche Personal. Ebenfalls besichtigt werden kann eine nachgebaute Gefängiszelle – nicht irgendeine, sondern die, in der Marie Antoinette auf ihre Hinrichtung wartete.

Neben dem riesigen Justizpalast erscheint die Saint-Chapelle regelrecht winzig. Die Kapelle ist ein wahres Kleinod der Kunst und ein historisches dazu. Glücklicherweise ist sie heute noch in ihrer Schönheit zu bewundern. Selbstverständlich war das nicht, denn während der Französischen Revolution diente sie profan als Mehlspeicher und später dann noch als Aktendepot.

Dabei ist sie wirklich ein Kunstwerk der frühen französischen Geschichte. Ludwig der Heilige ließ sie 1245 als Kapelle für seinen Palast erbauen und gleichzeitig als Aufbewahrungsort für ganz besondere Reliquien einrichten – nämlich ein echtes Stück aus dem Kreuz Christi – ob es tatsächlich echt war, darf getrost bezweifelt werden – sowie die angeblich ebenfalls echte Dornenkrone von Jesus. Besonders die Glasfenster in der oberen Kapelle, die nur dem König und seinem Hofstaat offenstand, sind hervorragende Kunstwere.

Pont Neuf und das Institut de France

Ein großer Teil des Reizes von Paris geht ohne Zweifel von den Brücken über die Seine aus. Die durch Romane, Filme und Lieder bekannteste ist mit Sicherheit die Pont Neuf. Die Bezeichnung „Neue Brücke“ ist jedoch eine Täuschung, denn die Pont Neuf ist in Wahrheit die älteste steinerne Brücke der Stadt. Heinrich IV. wollte eine freie Sicht zum Louvre haben, so ließ er 1607 die Pont Neuf errichten. Sein Reiterstandbild ist an einem Ende der Brücke aufgestellt. Zumindest als Denkmal hat er jedoch keinen freien Blick zum Louvre, seine Statue blickt in die andere Richtung.

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Ein Stück weiter gibt es noch eine sehr interessante Brücke, die Pont des Arts. Sie ist nur Fußgängern vorbehalten. In früherer Zeit waren das nur Wohlhabende, denn an der Brücke wurde Wegezoll verlangt. Glücklicherweise ist das Vergangenheit, heute konnten wir die Brücke problemlos passieren. Das eiserne Geländer ist kunstvoll geschmiedet, doch davon ist nicht mehr viel zu sehen. Wie in einigen anderen Städten haben auch die Pariser und ihre Gäste den Brauch der Liebesschlösser entdeckt. So hängen tausende und abertausende Schlösser am Brückengeländer.

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Die Brücke führt direkt zum Institut de Frances, einer der bedeutendsten Einrichtungen Frankreichs. Hier residieren fünf Akademien des Landes, die sich mit Kunst, Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Altertumswissenschaften sowie besonders mit der französischen Sprache beschäftigen. Jede Woche donnerstags treffen sich Mitglieder der Académie Francaise, um zu entscheiden, welche Worte offiziell in die französische Sprache aufgenommen werden.

Hôtel de Ville, das Pariser Rathaus

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Das Hôtel de Ville war keineswegs ein Hotel, sondern wurde im 16. Jahrhundert von König Franz I. als Pariser Rathaus errichtet. Besonders glücklich ist seine Geschichte jedoch nicht, es gab mehrere Brände, die dem Haus zusetzten. Besonders schwerwiegend waren die Schäden, nachdem das Hôtel de Ville 1871 von den Kommunarden in Brand gesetzt wurde.

So entstand praktisch ein Neubau, den man im Stil der Neorenaissance errichtete. Am prächtig anzuschauenden Gebäude sind in Mauernischen Statuen aufgestellt. Sie zeigen berühmte Persönlichkeiten, die in Paris geboren wurden. Als Rathaus diente es jedoch lange Zeit nicht mehr, erst Chaques Chirac nutzte das Hôtel de Ville seit 1977 wieder in dieser Funktion. Heute gibt es im Haus immer wieder Ausstellungen zu sehen.

Das Panthéon, ein Mausoleum nach römischem Vorbild

Als Mausoleum war das Pariser Panthéon eigentlich gar nicht gedacht, entstehen sollte eine Kirche. Ludwig XV. erkankte 1744 sehr schwer und nach seiner Genesung gab er aus Dankbarkeit die Kirche in Auftrag. Fertig wurde diese jedoch erst zur Zeit der Französischen Revolution. Die Revolutionäre hatten jedoch kein Interesse an einer weiteren Kirche, deshalb wandelten sie das Gebäude zur Gedenkstätte für die Helden der Revolution um. An der Funktion als Mausoleum änderte sich auch nichts mehr, als Napoleon Bonaparte das Gebäude an die Kirche zurück gab.

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Vorbild für das Panthéon waren entsprechende Gebäude aus dem alten Rom. Genau wie diese ist das Pariser Panthéon ein überaus beeindruckendes Bauwerk. Die Architekten und Baumeister haben eine bewundernswerte Arbeit geleistet, was sich besonders an der 10.000 Tonnen wiegenden Kuppel mit einer Höhe von 83 Metern zeigt. Diese Höhe war es auch, die das Panthéon zum Ort eines gravierenden Versuchs werden ließ. Der Physiker Léon Foucault konnte keine höhere Kuppel finden und so startete er hier sein Experiment, mit dem er mit Hilfe eines 67 Meter langen Seils und einer schweren Messingkugel die Rotation der Erde nachwies.

Im Inneren des Panthéon gibt es ausgesprochen viel Interessantes zu sehen. Wir waren gleich zu Beginn der Öffnungszeit da, und das erwies sich als sehr nützlich. Die Besuchermassen kamen erst etwas später, so konnten wir in Ruhe die Skulpturen, Gemälde und vor allem den wunderbar gestalteten Fußboden betrachten. Wer weiß, wonach er suchen muss, der findet im Steinboden unter der Kuppel noch symmetrische Zeichnungen – die Spuren des Experiment zur Rotation der Erde.

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Der Innenraum hat die Form eines griechischen Kreuzes mit vier Kirchenschiffen. Die Fenster der geplanten Kirche wurden jedoch zugemauert, so sollte der Charakter des Mausoleums unterstrichen werden. Die so entstandenen Flächen schmücken wertvolle Wandgemälde mit religiösen Themen und zur Geschichte. Überall stehen Gruppendenkmäler aus Marmor.

Der Höhepunkt unseres Besuches war aber sicher der Abstieg in die Krypta. Hier gibt es viel zum Pantheon zu erfahren, diese Erklärungen erfolgen per audiovisueller Medien. Die Highlights sind jedoch die Grabdenkmäler und Sarkophage von 70 berühmten französischen Persönlichkeiten. Wohl der damaligen Zeit geschuldet, sind es vorwiegend Männer, lediglich zwei Frauen schafften es in den illustren Kreis : die Physikerinnen Marie Curie und Sophie Berthelot. Wir standen andachtsvoll vor den Grabdenkmälern der Schriftsteller Émile Zola und Victor Hugo sowie der Philosophen Rousseau und Voltaire. Zumindest beeindruckten uns diese am meisten, doch es sind bei weitem nicht alle, die im Panthéon ihre letzte Ruhe gefunden haben.

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