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Highlights auf der Südinsel Neuseelands

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Auch die Südinsel hat noch einige Highlights neben den schon beschriebenen Wanderungen zu bieten. Allem voran die beiden beeindruckenden Gletscher Fox und Franz Josef sowie die Punakaiki Pancake Rocks an der Westküste der Südinsel.

Westküste - Punakaiki Pancake Rocks and Blowholes

Die Hauptattraktion von Punakaiki, einem kleinen Touristenort zwischen Westport und Greymouth an der Westküste, sind die Pancake Rocks und Spritzlöcher, die sogenannten Blowholes. Ein komplizierter Prozess aus Ablagerung und Erosion hat dem dort vorhandenen Dolomite-Point-Kalkstein die Form von dicken Pfannkuchenstapeln gegeben.

Die Pancake Rocks und Blowholes sind die Touristenattraktion bei Punakaiki Die Pancake Rocks bestehen aus Dolomite-Point-Kalkstein.

Ein kurzer Rundweg führt vorbei an den eigentümlichen Felsformationen. Zahlreiche Informationen sind angeschlagen. Von hier hat man einen sehr guten Blick auf das wundersame Naturphänomen. Wer seinen Besuch zeitlich abpassen kann, der sollte Punakaiki bei Flut besuchen. Dann strömt das Meerwasser in die darunter liegende Höhlen und schießt in Fontänen aus den Blowholes.

Durch einen komplizierten Prozess entstanden die Pfannkuchenstapel. Die Pancake Rocks im Paparoa National Park an Neuseelands wilder Westküste.

In der Nähe der Pancake Rocks starten auch mehrere Wanderwege in den Paparoa National Park. Er umfasst ein 300 km² großes Gebiet, in dem viele verschiedenen Arten von Biotopen untergebracht sind. Im Jahre 1987 wurde der Paparoa National Park als 11. Nationalpark des Landes gegründet, um das sensible Ökosystem der Natur zu schützen. Beim zwei- bis dreitägigen Inland Pack Track wandelt man auf den Spuren der damaligen Goldsucher. Der Weg ist noch in seinem ursprünglichen Zustand, Hütten oder andere Unterkünfte gibt es nicht. Die Wildnis und die Schönheit des Tracks werden jedoch viele unvergessene Momente zurücklassen.

Kleiner Tipp am Rande: Es ist durchaus sinnvoll in Westport noch einmal vollzutanken. Denn auf den darauffolgenden 92 Kilometern bis nach Runanga bekommt man keine Gelegenheit mehr dazu.

Tagestour auf den Franz-Josef-Gletscher

Die beiden Gletscher Franz Josef und Fox liegen im rund 117 Tausend Hektar großen Westland National Park. Untergebracht waren wir im Franz-Josef-Village und entschieden uns für eine Tagestour auf den Franz-Josef-Gletscher. Der soll nach Auskunft anderer Touristen der schönere der beiden Gletscher sein.

Mit dem roten Bus des Unternehmens geht es zum Fuß des Gletschers.

Angeboten werden von dem Unternehmen "Franz Josef Glacier Guides NZ" zwar auch Halbtagestouren, aber bei diesen erreicht man die blauen Höhlen nicht. Eine wahre Aussage, wie sich heraus stellen sollte. Ein Ausflug auf den Gletscher ist auch nur mit einem solchen Unternehmen möglich. Vom Veranstalter komplett ausgestattet mit wasserdichter Jacke und Hose, Handschuhen, Mütze, Bergstiefeln und Spikes geht es mit dem Bus zum Parkplatz in der Nähe des Gletschers.

Der Fuß des Franz-Josef-Gletscher im Westland National Park In einer Reihe wandert man dem Guide hinterher, der mit einer Spitzhacke Treppen in die Eiswände schlägt.

Nirgendwo sonst entlang dieses Breitengrades gibt es einen Gletscher, dessen Zunge so nah an die Küste reicht. Der Franz-Josef-Gletscher und der 25 km entfernte Fox Gletscher bewegen sich jeden Tag ein Stück weiter ins Tal. Die Geschwindigkeit dabei ist verblüffend: Zwischen ein und fünf Metern pro Tag. Die Wanderlustigen werden dann je nach Fitnessgrad in kleinere Gruppen eingeteilt.

Der Weg zum Fuß des Gletschers zieht sich über eine Stunde hin. Man klettert über Leitern und wandert durch den Bush. Am Fuß der Gletscherzunge müssen sich dann alle die Spikes unter die Schuhe schnallen. Ohne die ist es nicht möglich auf dem Eis zu wandern. Der Guide geht vorne weg mit einer Spitzhacke und schlägt damit Treppenstufen in das Eis. Alle Touristen laufen wie die Lemminge hinterher.

Die Aussicht vom Gletscher auf das Umland ist großartig. Der Franz-Josef-Gletscher in seiner vollen Pracht. Höher auf dem Gletscher durchquert man Höhlen aus kristallklarem und blau leuchtendem Eis.

Je weiter man den Gletscher hinauf wandert, desto spektakulärer wird es. Unten waren erst nur normale Steine zu sehen, danach kam weißes mit Steinen durchsetztes Eis. Auf der Tour maximal zu erreichenden Höhe gibt es dann richtige Tunnel, Höhlen und darin kristallklares und blau leuchtendes Eis.

Fünfeinhalb Stunden klettert man bei der Ganztagstour auf dem Gletscher herum, bevor es wieder in Richtung Tal geht. Der Ausflug hat sich in jedem Fall gelohnt und ich kann so einen Gletscherspaziergang nur empfehlen. Wichtig ist wirklich die "volle Tagestour" zu buchen. Bei der Halbtagestour kommt man noch nicht einmal in die Nähe der blauen Höhlen.

Canterbury - Dolphin Swimming und Whale Watching

Da diese Aktivitäten für mich auf jeden Fall zu den Highlights gehören, habe ich dem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet und möchte meine Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke genau schildern. Bei meinem ersten Neuseelandaufenthalt 2008 bin ich in Akaroa Harbour, nahe Christchurch, zum ersten Mal mit Delphinen geschwommen und habe in Kaikoura die Bootstour "Whale-Watching" mit gemacht. Eineinhalb Jahre später war ich dann erneut in Kaikoura und bin diesmal hier mit Delphinen geschwommen.

Jede Begegnung mit den Tieren war einzigartig! Tipp: Wenn Tabletten gegen Seekrankheit angeboten bzw. verkauft werden (Ginger-Tabletten), dann zugreifen! Auch Menschen, die bisher keine Probleme mit Seekrankheit hatten, den kann auf den Nussschalen und bei dem rauen Seegang vor Kaikoura schnell übel werden.

Dolphin-Swimming in Akaroa Harbour

Beginnen möchte ich mit dem Delphinschwimmen in Akaroa Harbour, 83 Kilometer entfernt von Christchurch. Die Tour habe ich von Christchurch aus direkt gebucht und mit dem Akaroa-Shuttle-Bus dauerte die Fahrt eineinhalb Stunden in das verschlafe und französisch angehauchte Akaroa.

Blick auf die Küste und Akaroa Harbour Die Station von Black Cat Cruises: Hier startete die geniale Delphin-Tour.

Entschieden habe ich mich für die Black Cat Cruises und die Fahrt um 11 Uhr morgens. Zunächst wurden wir mit Taucheranzug, Schnorchel und Taucherbrillen ausgestattet und stiegen in das Boot. Nach einer viertel Stunde erreichten wir den ersten Spot, an dem wir auch gleich drei Hector-Delphine (die seltensten der Welt) sehen konnten. Sie schwammen um uns herum und unter unserem Boot hindurch und dann durften wir auch endlich ins Wasser.

Neben mir ein Hector-Delphin in Originalgröße

Nur zehn Leute dürfen gleichzeitig ins Wasser, damit die Tiere nicht unnötig gestört werden. Mit unter Wasser gesungenen bzw. geblubberten Liedern sollten wir die Aufmerksamkeit der Tiere auf uns ziehen, sodass sie ganz nah an uns heran kamen. Der genialste und allerbeste Trick dabei ist folgender: Zwei Steine mitnehmen. So simpel, so genial ist er auch! Ich hatte als Einzige zwei Steine dabei und ein Delphin drehte zwei Runden um mich herum. Ziemlich schnell allerdings, sodass ich ihn nur kurz sehen konnte. Der Delphin war höchstens einen halben Meter von mir entfernt. Ein paar andere blieben kurz bei uns und verschwanden dann plötzlich.

Dann hieß es zurück ins Boot. Wir fuhren zu einem anderen Spot, wo bereits Leute aus einem anderen Boot mit den Delphinen zusammen waren. Die Hector-Delphine hier waren geselliger als die anderen, zeigten ein paar Sprünge und waren auch viel näher bei uns. Wir sahen die Tiere immer auf uns zu schwimmen, dann umrundeten sie uns und tauchten unter und zwischen uns hindurch. Doch eine Sache schienen wir alle zu vergessen: In der ganzen Euphorie hat es tatsächlich kein Teilnehmer geschafft, die Taucherbrillen und Schnorchel aufzusetzen und auch mal unterzutauchen. So sahen wir zwar immer die Flosse über Wasser, aber nie einen Delphin in seiner vollen Pracht.

So begeistert war ich von den Delphinen, dass ich vergaß meine Taucherbrille und den Schnorchel aufzusetzen.

Nach ungefähr 40 Minuten mussten wir das Wasser verlassen und es war trotz der Taucheranzüge verdammt kalt. Länger hätte es keiner mehr von uns ausgehalten. Auf dem Boot gab es dann noch einen heißen Kakao. Wie fuhren zurück zum Hafen, wo eine heiße Dusche auf uns wartete. Insgesamt ein tolles Erlebnis, aber ein paar negative Punkte habe ich auch noch zu erwähnen, beispielsweise das Thema Fotos: Im Wasser konnte ich ja keine machen und da wir schnell ins Wasser sollten, konnte ich auch kaum welche vom Boot aus machen.

Die beiden Guides haben natürlich versprochen, mit all unseren Kameras Bilder zu machen, aber im Endeffekt haben Sie nur Fotos mit ihrer eigenen Kamera gemacht. Diese schlechten Postkartenfotos werden dann hinterher verkauft und das für sagenhafte 20 $ pro Foto(!). Alles andere wäre ja auch geschäftsschädigend gewesen, aber trotzdem ein Frechheit. Aber ganz ohne Erinnerung? Ich kaufte also zumindest ein Bild. Fazit: Natürlich kann man das Delphinschwimmen nicht mit dem zutraulichen Flipper vergleichen. An der Flosse festhalten und durchs Wasser ziehen lassen funktioniert definitiv nicht, man darf die Tiere ja auch gar nicht erst berühren. Es ist aber auch so ein tolles Erlebnis gewesen.

Whale-Watching in Kaikoura

Nur einen Tag später machte ich mich zum Whale-Watching mit "Whale Watch Kaikoura" auf, die ihre Station nördlich der Stadt haben. Noch einmal erwähnt: Die Boote waren wirklich hervorragend ausgestattet, mit Ledersitzen, einem großen Flatscreen und sehr guten Animationen und Videos rund um die in den Gewässern vorkommenden Walen. Bereits nach 25 Minuten entdeckten wir den ersten Sperm-Whale an der Wasseroberfläche, der immer wieder Fontänen in die Luft blies. Vom Boot aus kann man ja lediglich zehn Prozent des Walkörpers sehen, aber man kann sich sehr gut vorstellen, wie riesig so ein Tier sein muss.

Die Dusky-Delphine schwammen in unserer Bugwelle mit und vollführten beeindruckende Sprünge.

Der Guide sagte uns immer genau, wann der Wal abtaucht, was ja das Besondere beim Whale-Watching ist. Ein großartiges Bild, zuerst den hinteren Teil des Walrückens zu sehen und wie er dann seine Schwanzflosse in den Himmel streckt um anschließend für ein paar Stunden auf den Meeresgrund abzutauchen. Zweimal kamen wir in den Genuss eines abtauchenden Wals und konnten davon viele Fotos schießen. Nachdem auch der zweite Riese abgetaucht war machte sich eine zufriedene Stimmung auf dem Boot breit, denn es gibt auch Tage an denen man auf dem Boot richtig durchgeschüttelt wird und nicht einmal einen Wal zu Gesicht bekommt. Somit war der Soll des Unternehmens bereits erfüllt - alles Weitere galt als Bonus.

Doch auch Delphine bekamen wir noch zu Gesicht: Wie sie spielten und immer ganz nah um unser Boot herum schwammen, einfach herrlich. Die Dusky-Dolphins sind größer als die Hector-Delphine in Akaroa und sehen halt wirklich aus wie die typischen Delphine. Wie die Tiere zu viert auf das Boot zuschwammen, ihre Runden drehten und den ein oder anderen Sprung vollführten, wir konnten uns nur schwer vom Anblick der Tiere lösen.

Fazit: Ich glaube alles in allem war ich von den Delphinen noch mehr begeistert als von den Walen, obwohl diese auch echt beeindruckend waren. Auf dem Boot und den Fahrten zwischen den Whalewatch-Spots wurden wir wirklich sehr gut mit Informationen über die Wale an sich, ihre Lebensbedingungen, die Umgebung vor Kaikoura und die Delphine versorgt. Die Videos und Animationen, die uns hierzu gezeigt wurden, verdienen eine überaus positive Erwähnung!

Swim with Dolphins in Kaikoura

Im Dolphin Encounter wurden wir wieder komplett ausgestattet: Neoprenanzug plus Kappe, Schnorchel und Taucherbrille. Im Gegensatz zum Delphinschwimmen im letzten Jahr in Akaroa gab es aber einige gravierende Unterschiede: Akaroa liegt nämlich in einer geschützten Bucht, sodass alle Taucher und Schwimmer weitestgehend vor den Wellen und dem Seegang geschützt sind. Außerdem war das Wasser hier wesentlich kälter. Auch der Seegang war ordentlich und ich fühlte schon direkt nach dem Ablegen ein ungutes Gefühl in mir aufsteigen.

Gut vorbereitet war ich jedoch durch meine Delphinerfahrungen aus dem letzten Jahr und auch zwei Steine hatte ich wieder dabei. Wir fuhren an der Ostküste entlang in Richtung Süden und nach 15 Minuten Fahrt entdeckte der Skipper schon die erste Delphingruppe. Die kleinen Boote, mit denen wir rausgefahren waren, ließen uns aber auch wirklich jede Welle deutlich spüren. Am Heck waren in Richtung Wasser Sitzbänke angebracht, auf denen wir Platz nahmen. Dann ertönte das Horn, unser Zeichen nun ins Wasser springen zu dürfen. Da die See sehr aufgewühlt war, entschied ich mich für ein Schwimmbrett, so musste ich mich nicht mehr darum kümmern, kein Wasser zu schlucken oder den Kopf über Wasser zu halten.

Aneinander geschlagen ergeben die Steine unter Wasser dann ein für die Delphine interessantes Geräusch - vielleicht klingt es auch ein wenig nach deren Lauten. Direkt hatte ich zwei neugierige Delphine bei mir. Diesmal setzte ich auch Schnorchel und Taucherbrille auf und konnte die Dusky-Dolphins in ihrer kompletten Pracht bewundern. Unter Wasser konnte man ungefähr zwei Meter weit sehen. Insgesamt wurden wir drei Mal ins Wasser gelassen, immer wieder in eine neue Gruppe von Delphinen. Das dritte Mal war einfach nur unbeschreiblich: Ich hatte zehn bis zwölf der wunderschönen Tiere um mich herum. So schnell konnte ich mich gar nicht umdrehen.

Die Dusky-Dolphins sind durchschnittlich so um die ein bis eineinhalb Meter lang, manche auch noch ein wenig größer. Sie haben diese typischen Form und Farben, oben dunkel und ab der Hälfte dann ein helles grau. Manche haben eine komplett glatte Struktur, andere haben Risse in ihrer Haut, vielleicht sogar Verletzungen. Auch eine Mutter mit ihrem Jungen kam in meine Richtung, drehte dann aber doch ab.

Einer der Betreuer rief völlig aufgeregt vom Schiff: "They are all around you!" und ich wusste auch genau woran das lag, an den Steinen. Es wurde aber noch besser: Eines des Tiere kam ganz nah zu mir geschwommen und blieb im Wasser fast stehen. Er musterte mich, sah mich mit seinem freundlichen Auge neugierig an. Nach ungefähr vier Sekunden, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen, schwamm er dann langsam weiter. Völlig verzückt von diesem Ereignis kletterte ich zitternd und halb erfroren auf das Boot zurück. Insgesamt 40 Minuten im eisigen Meer spürt man auch durch den Neoprenanzug.

Fazit: Dieses Schwimmen war einfach nur fantastisch und noch um Längen besser als 2008. Ein Erlebnis, das man auf jeden Fall einmal mitgemacht haben muss!

Fiordland - Milford und Doubtful Sound

Der Milford Sound gehörte zu meinen erklärten Highlights der Südinsel, doch leider spielte das Wetter einfach nicht mit. 235 Regentage im Jahr sind hier normal und wir hatten einen davon erwischt! Die zweistündige Autofahrt von Te Anau bis zum Sound soll eigentlich sehr schön und abwechslungsreich sein, aber wir konnten nicht wirklich etwas erkennen. Vorbei ging es an den Mirror Lakes, in denen sich die dahinter liegende Bergkette spiegelt, und den Wasserfällen des Sounds, die ins Tal donnern. Fast an jedem Haltepunkt wird man von den frechen Bergpapageien, den Keas, unangenehm unterhalten.

Der Homer Tunnel wurde 1954 eröffnet und verbindet den Milford Sound mit Te Anau. Der Mitre Peak ist mit 1.694 Meter der markanteste und höchste Berg im Milford Sound.

Nach dem Homer Tunnel erreicht man schließlich den Anlegehafen, von wo aus die ganzen Boote ihre Tages- und Mehrtagesausflüge in den Sound antreten. Die Ablegestelle in Milford wirkte wie ein Flughafen, so viele Menschen werden hier durchgeschleust. Wir sind mit der Firma Mitre Peak Cruises gefahren. Die haben zwar kleinere Schiffe als die Konkurrenzunternehmen, sind dafür aber auch der günstigste Anbieter für die zweistündige Fahrt.

Alleine fühlt man mit sich mit den ganzen Touristenbooten im Sound garantiert nie. Links und rechts des Wasserweges erheben sich majestätische Wasserfälle. Unter den Wasserfälle wirken die Boote wie Spielzeuge. Auch eine Seehundkolonie kann vom Boot aus bestaunt werden.

Los ging die Fahrt und direkt hinein in eine Nebelwand. Eigentlich ist der Milford Sound sehr schön, wenn die gigantischen Wasserfälle, die steilen und grün bewachsenen Berge und Klippen rechts und links des Bootes aufsteigen, aber bei uns war es einfach nur eine trübe Brühe.

Man konnte die Berge zwar sehen und sie wirkten auf jeden Fall auch majestätisch, aber im Sonnenschein ist alles sicher wesentlich beeindruckender. Nach einer Stunde Fahrt zeigte sich glücklicherweise ein wenig blauer Himmel und so konnte man erahnen, wie es bei klarem Himmel aussehen würde. Wer die Zeit hat, sollte auf jeden Fall auf gutes Wetter warten.

Majestätisch erheben sich die Berge des Milford Sounds. Schlechtes Wetter kann die Freude am Ausflug in den Milford Sound jedoch erheblich trügen.

Der Doubtful Sound ist zwar kleiner und nicht ganz so spektakulär wie der Milford Sound, dafür aber auch nicht von Touristen so überlaufen. In Manapouri angekommen geht es zunächst im Hafen Pearl Harbour an Bord. Wir entschieden uns erneut für den günstigsten Anbieter "Doubtful Sound Cruise" und somit auch für ein Boot, auf dem nur 20 Personen Platz haben. Unsere Fahrt über den Lake Manapouri dauerte 45 Minuten und war wettertechnisch absolut mies. Im DOC auf der anderen Seite des Sees kann man sich anhand von Tafeln über die Manapouri Power Station informieren, welche man im Anschluss besichtigt.

Auf der Tagestour zum Doubtful Sound besucht man auch die unterirdische Manapouri Power Station.

In dem Wasserkraftwerk entstehen vierzehn Prozent des Stroms der Südinsel. Möglich ist das durch ein Tunnelsystem zwischen dem Lake Manapouri und dem tiefer liegenden Doubtful Sound. Das Wasser fließt in sieben Röhren in die Erde hinein und treibt dadurch sieben Turbinen an. Danach fließt es durch zwei große Tunnel weiter in Richtung Doubtful Sound. Mitsamt dem Bus fährt man zwei Kilometer tief unter die Erde und kann aus einem geschützten Bereich auf die Turbinen hinab sehen.

Natürlich ist alles für Touristen entsprechend aufbereitet, aber dadurch ist es auch sehr informativ. Nach der Power Station geht es mit dem Bus in einer 45-minütigen Fahrt über den Wilmot Pass. Die Fahrt war für uns jedoch eine Reise durch eine einzig weiße Fläche. Am zweiten Boot und dem endgültigen Start in den Doubtful Sound leistete uns der Regen weiterhin Gesellschaft. Die Berge waren fast nicht zu erkennen und man konnte die Weite des Doubtful Sounds nur erahnen.

Auf dem Ausflugsboot im Doubtful Sound Die Berge des Doubtful Sounds sind kleiner als die im Milford Sound.

Je weiter wir durch den Sound jedoch Richtung Tasman See fuhren, desto mehr klarte der Himmel auf. Draußen auf der See angekommen, war dann endlich blauer Himmel und herrlicher Sonnenschein. Wir schipperten in aller Ruhe dort herum, sahen wieder ein paar Seehunde auf den Felsen und traten schließlich unseren Rückweg in den Sound an. Herrlich! Diese schönen und grünen Hügel, die den Wasserweg säumen und die vielen Wasserfälle, die so gewaltig waren, weil es in den letzten Tagen ja so viel geregnet hatte. Nur ein einziges Boot begegnete uns während der ganzen Tour.

Die Berge des Sounds waren komplett in eine Wolkendecke eingehüllt. Auf den Gewässern des Doubtful Sounds fahren nur wenige Touristenboote. Blick vom Wilmot Pass hinunter in den Doubtful Sound. Bei schönem Wetter sicher eine Offenbarung.

Mir persönlich haben beide Sounds gefallen. Jeder hat etwas Besonderes: Die Berge im Milford sind steiler und man fährt näher daran vorbei, dafür ist aber der Doubtful Sound viel Weitläufiger und beinhaltet interessantere Haltepunkte, alleine schon wegen der unglaublich vielen Wasserfälle und dem Ausblick vom Wilmot Pass.

Southland - Die Catlins

Die Catlins kann man natürlich auch auf eigene Faust erkunden, aber da ich keinen Wagen zur Verfügung hatte, musste ich eine Bustour mit dem "Catlins Coaster" von Invercargill aus buchen. Mit 175 NZ$ (Stand: Oktober 2010) ist der Besuch allerdings ziemlich teuer, aber er lohnt sich. Zuerst besichtigt man den Waipapa Point, wo auf uns auch schon ein Seelöwe am Strand wartete und wir bis auf zwei Meter an ihn heran kamen.

Bei unserem Besuch am Waipapa Point leistete uns ein müder Seelöwe Gesellschaft. Auch die wunderschönen Pauamuscheln kann man ganz einfach am Strand der Catlins finden. An der Curio Bay ist ein ganzer Wald in Stein verewigt.

Doch Vorsicht: Die Tiere sind nicht immer so gelassen und können auf eine kurze Distanz ganz schön schnell "rennen". Unter anderem wird hier am Strand noch erklärt, was von einem Algenstamm essbar ist und wo sich die wunderschönen Pauamuscheln verstecken.

Die Fahrt geht weiter an der Küste entlang. In der Ferne ist der Slope Point, der südlichste Punkt Neuseelands zu erkennen. Somit hatte ich jetzt schon den nördlichsten Punkt am Cape Reinga gesehen und nun auch noch den südlichsten. Der nächste Spot, an dem der Catlins Coaster hält, ist die Porpoise Bay. In der geschützten Bucht sind des öfteren Hector-Delphine zu sehen.

Die Purakanui Falls in den Catlins

Der nächste Stopp ist an der Curio Bay, ein 180 Millionen Jahre alter versteinerter Wald, der sogenannte "fossil forest" aus der Jurazeit. Die Curio Bay ist eine der ältesten derartigen Stätten der Welt und zeugt von Neuseelands einstiger Verbindung zum Urkontinent Gondwanaland. Die Stümpfe, Baumstammfossilien, Wurzeln oder Pflanzenarten sind zum Teil deutlich im Stein zu erkennen.

Leuchtturm auf dem Kap am Nugget Point

Danach kann man sehr gespannt auf die Wasserfälle sein, die auf den berühmten Namen Niagara hören. Doch anstatt der erwarteten Riesenwasserfälle plätschert lediglich ein kleiner Fluss über eine winzige Steintreppe, die vielleicht nur durch die Form an die richtigen Niagara Fälle erinnern. Der nächste Halt ist an den Purakanui Falls. Diese herrlichen Stufenwasserfälle sehen wirklich sehr schön aus und zieren viele Postkarten aus Neuseeland.

Der vorletzte Stopp ist am Nugget Point. Das Leuchtturm gekrönte Kap eröffnet einen herrlichen Blick auf die im Meer liegende und von Wellen geformten Felsen. Ihren Namen haben sie von dem Spiel mit der Sonne, denn abends, bei klarem Wetter und bei Sonnenuntergang, strahlen die Felsen im Licht wie Goldnuggets. Wir waren leider nicht zur passenden Zeit da, aber auch so wirkten sie faszinierend.

Bei klarem Wetter und einem Sonnenuntergang erstrahlen die Felsen im Licht wie Goldnuggets. Von dieser Holzhütte können die äußerst seltenen Recycling mal anders: Ein Zaun, an dem man seine Schuhe zurücklassen kann.

Auf dem Rückweg zur Hauptstraße kommt der Besucher noch an einer Kolonie der äußerst seltenen Gelbaugen-Pinguine vorbei. Von einer Holzhütte aus können die Tiere durch einen Spalt beobachtet und fotografiert werden, damit sie in ihrer natürlichen Umgebung nicht gestört werden.

Nur noch ein letzter Halt liegt dann auf dem Weg bis nach Dunedin. Er wurde von unserem Guide eingeleitet mit den Worten: "Hat jemand ein Paar Schuhe übrig?" Alle schauten sich verwundert an und dann lüftete er das Geheimnis: Ein Weidenzaun, voll behängt mit unzähligen Paar Schuhen.

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