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Kirchen in der Stadt Leipzig

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Auch in Leipzig spielten die Kirchen eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben der vergangenen Jahrhunderte. Unter den zahlreichen Gotteshäusern waren über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte und weniger bekannte; Einige wurden im 2. Weltkrieg zerstört, einige später in der DDR gesprengt, wie u.a. die Paulinerkirche. Die berühmtesten, die Thomaskirche, Nikolaikirche und die Russische Gedächtniskirche wurden glücklicherweise gerettet und erstrahlen heute im neuen alten Glanz.

Thomaskirche und Thomaner

Als Wirkungsstätte des Thomanerchores ist sie weltbekannt, die Leipziger Thomaskirche. Die Geschichte der Thomaner, des Leipziger Knabenchores, in dem ca. 100 Jungen zwischen 9 und 18 Jahren singen, reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Einer der berühmtesten Thomaskantoren war Johann Sebastian Bach, der neben seiner Tätigkeit als Kantor und Musikdirektor für vier Leipziger Kirchen zwischen 1723 und 1750 auch für diesen Chor verantwortlich war. An seine Arbeit soll das Bachdenkmal an der Südseite der Kirche erinnern. Die 2,45 m hohe Bronzestatue entwarf der Leipziger Bildhauer C.F. Seffner. Sie beeindruckt durch die Natuerlichkeit der Darstellung und durch markante Details. So hält Bach in der rechten Hand eine Notenrolle, die linke hat sich gerade von der Orgel gelöst und es "menschelt", denn der Komponist steht im offenen Staatsrock da mit unvollständig zugeknöpfter Jacke.

Thomaskirche

Korrekterweise muss gesagt werden, dass es sich hier um das neue Bachdenkmal handelt, denn das weltweit älteste Denkmal des Musikers steht etwas versteckt in den Grünanlagen des Dittrichringes, südwestlich der Kirche. Am heutigen Standort befand sich ursprünglich die Marktkirche, die zwischen 1212 und 1222 zur Stiftskirche des Thomasklosters umgebaut wurde. Im Laufe der Zeit kamen noch weitere Umbauten hinzu.

Turm der Thomaskirche

Heute präsentiert sich die Kirche im spätgotischen Stil, im Inneren mit einem rot-weißen Kreuzrippengewölbe. Eine Besonderheit ist das Dach, das mit einer Giebelhöhe von 43 m und einem Neigungswinkel von 63 zu den steilsten Dächern Deutschlands zählt. In der Kirche befindet sich der gotische Hochaltar aus der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli. Er war eines der wenigen geretteten Kunstwerke dieses Gebäudes und wurde 1993 in der Thomaskirche aufgestellt. Zur Ausstattung gehören auch zwei Orgeln, die ältere von W. Sauer, die sich aber für die Werke Bachs weniger eignet. Die zweite Orgel der Firma Woehl bringt eine bessere authentische Wiedergabe der Werke des Komponisten.

Im 68 m hohen Turm hängen vier Glocken mit unterschiedlichen Funktionen, so als Festtagsglocke, Stundenglocke und Gebetsglocke. Auch dieser Turm lässt sich im Zuge einer Kirchenführung besteigen und bietet von seinem Rundgang aus einen sehr guten Blick zum Markt mit dem Alten Rathaus und die umliegende Innenstadt.

Direkt an der Thomaskirche gibt es seit 1998 den Thomasshop, in dem vorrangig Souvenirs mit dem Bach-Logo vertrieben werden; Gegenüber der Kirche und des Bachdenkmals laden bei gutem Wetter die Freisitze mehrerer Cafes und Restaurants ein, bei schlechtem sitzt es sich auch in den Innenräumen angenehm.

Die Nikolaikirche, Ort der friedlichen Revolution

Die Leipziger Nikolaikirche wurde weltweit bekannt durch die Ereignisse um die friedliche Revolution 1989, die zum Ende der DDR und der Öffnung der Grenzen führte. Das Motto "Nikolaikirche - offen für alle" stand damals unter der Leitung des Pfarrers Christian Führer im Mittelpunkt und dieses Motto gilt auch heute unter seinem Nachfolger.

Innenraum der Nikolaikirche

Die 800 Jahre alte Kirche hat im Laufe ihrer Existenz eine ganze Reihe Um- und Ausbauten erlebt. Ursprünglich als romanische Basilika mit einer wuchtigen Doppelturmanlage erbaut, erhielt sie 1555 vom Leipziger Baumeister Hieronymus Lotter eine achtseitigen Mittelturm aufgesetzt. Von der romanischen Basilika wurde sie zur gotischen Hallenkirche umgebaut und schließlich in den Jahren 1784 bis 1797 vom Stadtbaumeister Johann Carl Friedrich Dauthe das Kircheninnere im Stil des Klassizismus umgestaltet. Besonders bemerkenswert sind die Säulen mit den Palmenkapitellen. Ergänzt wurde diese Gestaltung mit Gemälden von Adam Friedrich Oeser. An der Westseite des Gebäudes ist noch heute der romanische Ursprung sichtbar.

Nikolaikirchhof

Nach umfangreichen Renovierungs-Arbeiten zieht die Kirche noch mehr Besucher aus aller Welt an. Gefragt sind auch die Konzerte an der von Friedrich Ladegast gebauten Orgel, der größten der Stadt.

Die Nikolaikirche verbindet sich auch mit den Namen von Martin Luther, der hier 1539 predigte und damit die Reformation in Leipzig einleitete und Johann Sebastian Bach, der hier von 1723 bis 1750 wirkte. Einen sehr schönen Ausblick über die Stadt hat man vom Hauptturm, der in den Sommermonaten an einem Tag der Woche bestiegen werden kann.

Nikolaisäule

Nicht weniger interessant als die Kirche selbst ist auch ihr Umfeld, der Nikolaikirchhof mit der Alten Nikolaischule und dem Predigerhaus. Die Alte Nikolaischule, zu deren berühmtesten Schülern Gottfried Wilhelm Leibniz, Christian Thomasius, Johann Gottfried Seume und Richard Wagner gehörten, wurde 1511 bis 1512 als erste Leipziger Stadtschule errichtet. Durch den Krieg und die DDR-Jahre, in denen nichts zum Erhalt getan wurde, verfiel das Gebäude zur Ruine. 1990 bis 1994 wurde es liebevoll erneuert und restauriert und konnte so vor dem endgültigen Verfall gerettet werden. Zusammen mit den anderen auch renovierten Gebäuden, bietet der Nikolaikirchhof heute einen sehr schönen Anblick.

Seine endgültige Gestaltung erhielt er mit den Installationen zum Gedenken an die friedliche Revolution; Weithin sichtbar ist die Nikolaisäule, einer Säule des Kircheninneren nachgestaltet. Ein Granit-Brunnen und 150 farbige Lichtwürfel, die an Stelle von Pflastersteinen eingesetzt wurden, ergänzen das Ensemble. Leider gibt es aber immer Probleme mit der Beleuchtungstechnik, so dass diese Wirkung nicht zur Geltung kommt.

Die Russische Gedächtniskirche

Wer die Philipp-Rosenthal-Straße im Leipziger Südosten entlang schlendert, fühlt sich direkt nach Moskau verschlagen; Auf einem kleinen Platz an dieser Straße steht die Russische Gedächtniskirche, ein Gebäude im Russisch-Orthodoxen Stil. In der Bevölkerung ist sie allgemein als Russische Kirche bekannt, ihr offizieller Name lautet jedoch "St.-Alexej-Gedächtniskirche zur Russischen Ehre", benannt nach Alexej, dem Sohn des Zaren Nikolaus II.

Russische Gedächtniskirche

Ebenso wie das Völkerschlachtdenkmal wurde sie 1913 zum 100. Jahrestag der Völkerschlacht eingeweiht. Hintergrund war das Gedenken an die mehr als 22.000 in Leipzig gefallenen russischen Soldaten, die auf Seiten der Verbündeten gegen Napoleon gekämpft hatten.

Der Architekt Wladimir Alexandrowitsch Pokrowski hatte sie unter Beteiligung der Leipziger Architekten Georg Weidenbach und Richard Tschammer im Stil der Nowgoroder Turmkirchen des 16. Jahrhunderts entworfen. Finanziert wurde der Bau, der 1 Million Goldmark bzw. 250.000 Rubel kostete, zur Hälfte aus Spenden.

Zwar ist die Kirche nur etwa halb so hoch wie das Völkerschlachtdenkmal, doch mit ihren 55 m Höhe überragt sie doch die meisten Leipziger Gebäude und ist schon von weitem ein imposanter Anblick. Vor allem der Turm mit seiner vergoldeten Zwiebelkuppel, die im Sonnenlicht glänzt, zieht die Blicke auf sich. Das Gebäude ist zweigegliedert, besteht aus einer Winter- und einer Oberkirche.

Gedächtnistafel in kyrillischer Schrift

In der Kirche kann man neben dem Kirchenmuseum und einer kleinen Gemeindebibliothek 78 Ikonen des russischen Malers Emeljanow bewundern Die 18 m hohe Ikonenwand, ein imposanter Bronzeleuchter sowie originale Reiterfahnen von 1813 lassen einen Kirchenbesuch zum Erlebnis werden.

Die Außenanlagen bieten auch Interessantes: Vergoldete Adlerfiguren, zwei Gedächtnistafeln, die in russischer und deutscher Sprache an die Ereignisse der Völkerschlacht mit den vielen Toten und Verwundeten aus den beteiligten Ländern erinnern sowie eine Anzahl kleinerer Tafeln in kyrillischer Schrift geben der Kirche ihre besondere Bedeutung.

Außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten finden zu bestimmten Terminen Messen und orthodoxe Gottesdienste statt, und einmal im Jahr ist die Besichtigung der Gruft möglich.

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