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Küstenstadt Ierápetra an Kretas Südküste

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Die kleine Küstenstadt Ierápetra wollten wir auf jeden Fall besuchen, denn der Reiseführer versprach einen ausgesprochen interessanten Ort. Dazu kam, dass es auf dem Weg nach Ierápetra eine ganze Reihe sehenswerter Etappenorte gab, die versprachen, eine Tour in diese Gegend zu einem Hochgenuss werden zu lassen. Glücklicherweise war es von unserem Quartier in Goúrnes problemlos möglich, diese Ziele auf einer Tagestour zu erreichen. Selbstverständlich ist das nicht, denn Ierápetra liegt an der Südküste, relativ weit im Osten der Insel.

Wir hatten diese Tour überhaupt nicht bereut, unsere Erwartungen wurden eher noch übertroffen. Die Fahrt in östlicher Richtung von Goúrnes führte über weite Strecken nahe entlang der Küste, so dass einige Abstecher zum Meer möglich waren. Zudem gab es die wunderschöne Küstenstadt Àgios Nikólaos zu sehen, ein Kloster in den Bergen, die Ausgrabungen von Gournia und natürlich Ierápetra selbst.

Der Palast von Mália

Das erste Etappenziel unserer Tour war der Ort Mália mit der etwa 3 km weiter liegenden Ausgrabung des Palastes aus der minoischen Zeit. Mália ist einer der kleinen Orte an der Nordküste in der Nähe der Hauptstadt Heraklion, die in den letzten Jahrzehnten einen Aufschwung durch den Tourismus erlebten. Zugute kommt dem Ort, dass die Hauptverkehrsader der Insel hindurch führt. So ist er sehr gut zu erreichen, nachteilig ist aber dabei, dass der Verkehr auch ziemlich störend sein kann. Eine Straße verläuft über etwa 2 km bis zum Strand. Entlang dieser Straße reihen sich Hotels, Bars, Tavernen, Discos und Shops aneinander – hier herrscht manchmal mehr Trubel als in einer größeren Stadt.

Kreta

Den Besuch einer minoischen Ausgrabungsstätte und Baden im Meer, das lässt sich sehr gut in Málias Nähe verbinden. Fährt man auf der Hauptstraße 3 km in Richtung Osten, zweigt eine kleine Straße ab, die direkt zum ehemaligen Palast von Mália führt. Wenige Meter weiter ist man am Meer mit einem schönen Sandstrand.

Wir hatten unser Augenmerk aber erst einmal auf die Ruinen des Palastes gewandt. Er hat nicht die Größe der Ausgrabungen von Knossós oder Festós – der bekanntesten der Insel – aber ein Besuch ist durchaus lohnenswert. Der geringere Bekanntheitsgrad hat auch etwas Gutes, in Mália drängen die Besucher nicht in solchen Massen wie in den beiden anderen Palästen. Schade fanden wir, dass die Ausgrabungsstätte montags geschlossen ist und an den anderen Tagen schon am frühen Nachmittag schließt. Diese teilweise recht kurzen Öffnungszeiten in vielen kretischen Sehenswürdigkeiten lassen die Planung manchmal schwierig werden, wenn man so viel wie möglich sehen möchte. Wir hatten deshalb unsere Etappen auf der Tour so gelegt, dass wir alle geplanten Stationen zu den Öffnungszeiten erreichten.

Kreta Kreta

Der Palast von Mália war verhältnismäßig klein und er lag nicht überaus günstig. Auch waren die verwendeten Materialien weniger wertvoll als in anderen Palästen und eine Theateranlage – zur damaligen Zeit ein Statussymbol – fehlte. So wird vermutet, dass es sich hier um eine Anlage aus der Provinz handelt, deren Bedeutung relativ gering war. Trotzdem stand der Palast einer größeren Siedlung vor. Um 2000 v. Chr. gab es an diesem Ort schon einen Palast, die Ruinen stammen jedoch von seinem um 1650 v. Chr. errichteten Nachfolger. Lange hatte der nicht Bestand, 1450 v. Chr. ging er unter, wie die anderen Städte und Orte Kretas.

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Die Ruinen des Palastes sind weniger gut erhalten als die von Knossós und in Mália hat man darauf verzichtet, Fragmente zu rekonstruieren. So erhält man beim Besuch das unverfälschte Bild der Ruinen nach der Katastrophe. Trotz der weitaus kleineren Maße dieses Palastes beeindruckte uns das Ausmaß und die Kunstfertigkeit der Häuser, die die Genialität der damaligen Erbauer noch sehr gut erkennen ließen. Was uns besonders auffiel, waren auch hier die mannshohen Tonkrüge, die an mehreren Stellen standen und sicher der Vorratshaltung dienten. Rätselhaft ist der Kernos, ein berühmter Opferstein. Bisher gibt es nur Vermutungen über seinen Zweck. Es wird angenommen, dass er Samen und Früchte als Opfergaben an die Götter auffnahm. 34 kleine Vertiefungen an seinem Rand, die dafür als Schalen dienen konnten, lassen diese Vermutung plausibel erscheinen, zumal die Opfergaben für eine gute Ernte auf Kreta weit verbeitet waren. Beeindruckend ist der kreisrunde Stein mit seinen 90 cm Durchmesser auf jeden Fall.

Ágios Nikólaos, der Ort am Voulismeni-See

Im Ostteil Kretas gibt es drei größere Orte; Sitia, Ierápetra und Àgios Nikólaos, das wohl von diesen drei die schönste Lage hat. Die hügelige Umgebung, mehrere schöne Strände um die Stadt, einige kleine vorgelagerte Inseln und eine Steilküste in der Nähe lassen die Gegend zu einem beliebten Urlauberparadies werden. Ágios Nikólaos selbst bezaubert mit seiner Lage auf einer Halbinsel und einem See mit der Verbindung zum Meer.

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Dieser See ist eine Besonderheit, um ihn ranken sich Mythen und Gerüchte, die sicher zu einem großen Teil übertrieben sind, aber die eine oder andere Frage offen lassen und damit den Spekulationen Tür und Tor öffnen. In das Reich der Sagen würden wir die Erzählungen einreihen, in denen der berühmte Tiefseeforscher Cousteau im See getaucht haben soll ohne den Grund zu finden. Außerdem sollen in ihm versenkte Kanonen und Panzer spurlos verschwunden sein. Andererseits gibt es belegte Ereignisse, die doch einige Rätsel aufgeben. So kamen 1956 nach einem Vulkanausbruch auf der Insel Santorini tote Hochseefische an die Oberfläche. Aus der Küstenregion vor Kreta konnten die nicht gekommen sein. Viele Leute vermuten deshalb, dass der See mit dem Meer oder sogar mit Santorini durch einen unterirdischen Gang verbunden ist.

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Wie dem auch sei, die Tiefe von 64 m steht eigentlich relativ fest. Schon im 19. Jahrhundert hatte ein englischer Kapitän, der Kreta vermaß, diese Tiefe gelotet. Heute ist der Voulismeni-See ein Touristenmagnet des Ortes. Rund um den See gibt es zahlreiche Cafés, Restaurants und einige Hotels, so dass man am Ufer entpannt eine Pause einlegen kann. Der Blick fällt dabei auf die Fischerboote, denen der See als Hafen dient. Mit dem großen Hafen und damit dem Meer, von dem auch einige Fähren starten, ist er durch einen 20 m langen Kanal verbunden. Die Türken hatten diesen Kanal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.Faszinierend fanden wir auch den Blick auf die Felswand an der landwärtigen Seite des Sees. Ein steiler Aufstieg führt auf diesen Felsen, von dem sich ein toller Ausblick über den Ort und das Meer bietet. Das Kastell aus der Zeit der Venezianer existiert aber leider nicht mehr.

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Nur wenige Meter von der Brücke über den Kanal entfernt befindet sich das Volkskunst-Museum im Gebäude der Tourist-Information. Ob man es unbedingt gesehen haben muss, möchten wir bezweifeln. Wer genügend Zeit hat, kann jedoch durchaus einen Blick hinein werfen, zumal der Eintrittspreis human ist. Zu sehen sind Keramik, Kunsthandwerk, Geräte aus der Landwirtschaft und andere Dinge aus Kreta. Am interessantesten ist aber sicher die Sammlung farbenprächtiger handgewebter Teppiche.

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Wie die meisten griechischen Orte hat auch Ágios Nikólaos einige schöne Kirchen, die hauptsächlich griechisch-orthodox sind. In der Kirche an der Hauptstraße faszinierten uns besonders die kunstvollen Mosaike an der Außenfront sowie die Kuppel im Inneren mit der farbenprächtigen Malerei. Eine weitere Kirche ist Ágios Charalámbos, die wunderschön auf einem Hügel über der Stadt steht. Die Kuppelkirche bietet an den Sonntagabenden römisch-katholische Gottesdienste.

Den Ort verlassen muss man, wenn man die kleine gleichnamige byzanthinische Kirche Ágios Nikólaos besuchen möchte. Wer ausreichend Zeit hat, sollte die Fahrt unternehmen, denn die Kirche ist eine der ältesten der Insel. Schon eine Sensation kann man die Kalkfarbenmalereien aus dem 8. Jahrhundert nennen. Sie zeigen keine Abbildungen von Gott, Christus und den Heiligen, denn das war zu dieser Zeit verboten. Statt dessen sind Symbole zu sehen.

Das Kloster Faneroménis

Auf unserem weiteren Weg von Ágios Nikóalos nach Gournia hatten die Reiseführer einen Abstecher zum Kloster Faneroménis empfohlen. Natürlich wollten wir uns dieses Erlebnis nicht entgehen lassen, zumal das Kloster sehr idyllisch auf einem Berg stehen sollte und noch bewohnt ist. Zwei Mönche „halten hier die Stellung“ und zeigen Besuchern gern die Anlage. Vorweg, wir wurden nicht enttäuscht und würden jedem den Abstecher auf der Tour empfehlen.

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Einige Kilometer vor den Ausgrabungen von Gournia zweigt eine gut ausgeschilderte Straße von der Hauptstraße ab. Wir fuhren dann ca. 9 km diese kurvenreiche aber sehr gut befahrbare Asphaltstraße den Berg hinauf zum Kloster. Schon diese Fahrt wäre den kleinen Umweg wert gewesen, denn die Ausblicke über die Landschaft und hinunter zur Küste sind eine Augenweide. Ab und zu trafen wir auf Schafe und Ziegen, die auch die Straße für sich entdeckt hatten.

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Das Kloster Faneroménis schmiegt sich in 560 m Höhe an den Berg, im Hintergrund ragt die Felswand weit über das Gebäude hinaus. Diese Lage kommt nicht von ungefähr, denn es diente auch als Wehrkloster, was an den Schießscharten leicht zu erkennen ist. Erbaut wurde es im 13. Jahrhundert. Kretische Widerstandskämpfer verschanzten sich hier gegen die Venezianer und zur Zeit der türkischen Besatzung existierte im Kloster eine Geheimschule.

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Natürlich wollten wir auch einen Blick ins Innere werfen. Das geht meist problemlos, denn mindestens einer der Mönche ist normalerweise anwesend. Allerdings ist das Kloster zwischen 13 Uhr und 16 Uhr geschlossen. Wir waren vorher da, so dass der Besichtigung nichts im Wege stand. Vor dem Kloster kann man das Auto auf einem kleinen Parkplatz abstellen, geht dann einen kurzen Steilweg hinauf und gelangt in den schattigen Innenhof. Stufen führen dann zu einer Aussichtsterrasse, von der man einen wunderbaren Blick über die Umgebung hat.

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Besonders interessant ist jedoch die kleine berühmte Grottenkirche der Panagia, zu der es eine Sage gibt. So soll ein Schäfer eine Ikone der Muttergottes gefunden und mitgenommen haben, doch die Ikone kehrte postwendend zu ihrem alten Platz zurück. An dem wurde die Kirche gebaut, die im Gelände des Klosters liegt. Ein Blick ins Innere der Kirche ist äußerst lohnenswert, denn außer der Ikone der Panagia gibt es hier noch eine kunstvolle Altarwand und alte Fresken. In einer weiteren Grotte soll früher ein Eremit gelebt haben und das Wasser in der Grotte soll heilig sein.

Die Ausgrabungen von Gournia

Die Ausgrabungen von Gournia lassen sich nur bedingt mit denen von Knossós oder Festós vergleichen. In Gournia gibt es zwar auch einen Palast, doch der war weitaus kleiner und unbedeutender als die anderen Paläste. Es wird vermutet, dass hier ein Statthalter von Knossós residierte. Das Besondere und unbedingt Sehenswerte an Gournia sind die ihn umgebenden Ruinen der Stadt. Sie gilt als die größte bisher ausgerabene und zudem als die am besten erhaltene. Zwar stehen heute nur noch maximal schulterhohe Mauern von den ehemals oft zweistöckigen Gebäuden, doch fast das gesamte Gelände der Stadt ist in diesem Zustand. So lassen sich sehr gut die frühere Bebauung und der Verlauf der Straßen und Gassen erkennen. Auch die Grundrisse der – oft sehr winzigen – Räume sieht man ausgezeichnet.

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Gournia liegt nur rund 100 m vom Meer entfernt direkt an der Hauptstraße nach Ierápetra. So brauchten wir eigentlich nur anzuhalten, um die Ausgrabungen zu besichtigen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, braucht sich auch nicht zu beklagen, die Busse halten direkt am Eingang zum Gelände. Weniger schön fanden wir aber wieder einmal die Öffnungszeiten. Montags ist gänzlich geschlossen, an den anderen Tagen öffnet man nur bis 15 Uhr. So kamen wir trotz der günstigen Lage des Komplexes etwas in Zeitdruck, doch bei entsprechender Planung der Tour lässt sich die Besichtigung einrichten.

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Die Stadt liegt auf einem Hügel, so erhielten wir einen sehr guten Überblick über das Gewirr der Gassen, die Grundrisse der Gebäude und den gesamten Komplex. Auch der Blick zum Meer mit den Ruinen Gournias im Vordergrund war für uns faszinierend. Die Archäologen fanden auf dem Gelände eine Unmenge Dinge des täglichen Bedarfs, vorrangig aus dem Handwerksbereich. Deshalb vermutet man, dass Gournia früher ein Handwerkszentrum war. Zu sehen sind diese Funde hier allerdings nicht.

Rund sieben Kilometer vor Ierápetra gönnten wir uns noch einen kleinen Abstecher nach Episkopi, einem Örtchen in dem eine hochinteressante Kuppelkirche aus dem 13. Jahrhundert steht. Es ist eine der seltenen byzanthinischen Doppelkirchen. Die orthodoxen Christen nutzten die eine Hälfte der Kirche, die römisch-katholischen die andere. Der schmucke Bau mit der weißen Kuppel und den roten Dachziegeln war diesen Abstecher auf jeden Fall wert.

Ierápetra, die einzige Stadt an Kretas Südküste

Kretas Südküste ist viel weniger erschlossen als die Nordküste, das betrifft sowohl die Straßenanbindung als auch die Ortschaften, die im Süden in ihrer Anzahl nicht mit dem Norden mithalten können. Noch extremer ist es in Bezug auf die Städte. Die großen Städte Kretas liegen alle an der Nordküste, an der Südküste kann nur Ierápetra den Status einer Stadt aufweisen.

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Ierápetra ist eine Stadt, in der die modernen Bauten überwiegen. Die Sehensnwürdigkeiten beschränken sich auf die winzige historische Altstadt, den Fischerhafen mit dem Venezianischen Kastell und die Uferpromenade. Die Stadt ist also relativ schnell erkundet, doch die wenigen Highlights sind einen Besuch wert. Ein größerer Parkplatz befindet sich an der Mole. Baden kann man hier auch, noch in der Stadt beginnt an der Uferpromenade ein etwa 2 km langer Strand, der allerdings aus grauem Sand besteht.

Neben dem kleinen Fischerhafen steht an der Südspitze der Stadt ein Venezianisches Kastell. Von diesen gibt es ja einige auf Kreta und auch Ierápetra wurde von den Venezianern befestigt. Ob die Venezianer aber wirklich die Erbauer sind ist nicht klar. Das Kastell soll nämlich schon im 13. Jahrhundert erbaut worden sein, und zwar von Piraten aus Genua. In Urkunden erwähnt wurde es jedoch erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts von den Venezianern.

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Auch das Kastell von Ierápetra hatte im Laufe der Zeit mit den Tücken der Natur und der kriegerischen Handlungen zu kämppfen. Im 16. Jahrhundert musste es nach einem Erdbeben neu aufgebaut werden. Die Türken übernahmen nach der Besetzung von Kreta das Kastell und bauten es weiter aus. Ein weiteres Erdbeben ließ das Bauwerk 1780 einstürzen, doch es wurde wiederum aufgebaut.

Heute ist es zum Wahrzeichen von Ierápetra geworden und kann von den Touristen besichtigt werden. Wir hatten es gerade noch geschafft, die Festung auch von innen zu sehen. Die Schließzeit ist nämlich auch hier schon 15 Uhr, unserer Ansicht nach ist das nicht gerade besucherfreundlich. Zu sehen gibt es im Inneren nicht allzu viel, denn die Räume sind leer. Trotzdem fanden wir die Besichtigung interessanrt denn die Mauern lassen sich besteigen und auch zu einem der vier Ecktürme kann man hinaufklettern.

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Gegenüber des Fischerhafens steht eine kleine schmucke Kirche, die Afendis Christos. Läuft man ein Stück weiter zum Rand der Altstadt, gelangt man zur Türkischen Moschee mit dem Brunnenhaus. Am Minarett der Moschee ist noch heute sehr gut ihre einstmalige Verwendung zu erkennen. Als Moschee wird das Gebäude heute aber nicht mehr genutzt, hier finden Versammlungen statt und eine Musikschule hat hier ihren Sitz. Auf dem Platz davor steht ein türkisches Brunnenhaus.

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Das in den Reiseführern beschriebene Napoleonhaus wollten wir uns auch nicht entgehen lassen und so begaben wir uns auf die Suche. Das erwies sich als garnicht so einfach. Nach dem Stadtplan kamen wir in die unmittelbare Nähe und es wies ein Schild mit der Aufschrift „Napoleonhaus 50 m“ in die entsprechende Richtung, doch das Haus selbst war weder markiert noch sonstwie kenntlich gemacht. Nach einigem Umherirren war uns dann klar, dass eine fast verfallene und unscheinbare Ruine das berühmte Haus sein sollte. Die Stadtverwaltung Ierápetras schien nicht sehr überzeugt von der Anziehungskraft dieser Sehenswürdigkeit.

Nun ist der Wahrheitsgehalt der Geschichte, die sich um dieses Haus dreht, sehr fraglich – doch das ist bei vielen anderen Sehenswürdigkeiten auch so. Es wird erzählt, Napoleon hätte auf dem Weg nach Ägypten mit einigen seiner Leute inkognito in diesem Haus eines Notars übernachtet. Am anderen Tag waren Napoleon und seine Begleitung verschwunden, der Notar fand nur einen Zettel mit dem Text : „Wenn du wissen willst, wer Dein Gast war, so höre, dass ich Napoleon Bomaparte bin“. Vielleicht war er es wirklich, vielleicht hat auch nur ein Spaßvogel den armen Notar genarrt. Vielleicht war es aber auch ein kluger Schachzug des Notars, denn das Haus war seitdem eine Institution.

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