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Sehenswürdigkeiten rund um Haifa

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In Israel geht der Spruch um: In Tel Aviv wird gelebt, in Haifa gearbeitet und in Jerusalem gebetet. Ob das so konkret stimmt, wissen wir nicht, aber zumindest ist Haifa der wichtigste Industriestandort Israels, in dem sich auch der Haupthafen des Landes befindet. Aus dem kleinen Fischerdorf, das im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde, ist über die Jahrhunderte eine überaus wichtige Stadt geworden.

Die Kreuzfahrer eroberten um 1100 die Stadt und konnten sie bis 1265 halten, dann fiel auch Haifa in die Hände der türkischen Moslems. Unter denen fristete der Ort ein Dasein als unbedeutendes Fischerdorf. Das änderte sich im 18. Jahrhundert, als die heutige Altstadt und ein Hafen erbaut wurden. Heute gilt Haifa als vielleicht schönste Stadt Israels – und die sauberste soll es außerdem sein. Auch hier können wir nicht sagen, ob das so stimmt. Wir können aber mit gutem Gewissen behaupten, dass Haifa garantiert einen Besuch wert ist. Der Blick aus unserem Hotelfenster war grandios. Haifa liegt in einer Bucht des Mittelmeeres, auf der einen Seite liegt das Meer, auf der anderen die Stadt mit der Unter- und der Oberstadt, die auf mehreren Hügeln steht, die durch Treppenwege miteinander verbunden sind.

Rundgang durch die Hafenstadt Haifa

Neben dieser wunderbaren Lage hat Haifa auch einige bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten zu bieten. Vor oder nach einem Rundgang durch die Stadt kann man sich zudem prächtig an einem der Strände erholen. Vielleicht traut man es der wichtigsten Hafenstadt nicht zu, aber die Badestrände Haifas sind ausgezeichnet. Besonders im Süden der Stadt sind mehrere zu finden, die viel Sonne aber auch Schattenplätze haben. Duschen, Toiletten, Kioske und Restaurants sind an diesen bewachten Stränden vorhanden.

Blick zum Hafen von Haifa Blick zu den Hügeln von Haifa

Wer bummeln möchte, ist in der Herzl Street und in der Nordau Street bestens aufgehoben. Haifa ist aber auch eine grüne Stadt, Parks und Gärten gibt es zahlreiche. Besonders interessant fanden wir den Park Gan Ha`em, den „Garten der Mutter“. Hier gibt es nicht nur viel Grün, sondern auch Schautafeln und Dioramen zu Fauna und Flora, außerdem einen kleinen Zoo sowie ein Museum für Vorgeschichte. An der Hazionut Street befindet sich ein kleinerer Park, der Skulpturengarten, mit Werken der Künstlerin Ursula Malbin.

Am westlichen Stadtrand Haifas, neben dem Leuchtturm, steht das Karmeliterkloster, das dem Propheten Elias gewidmet ist. Hier soll in einer Grotte der Prophet gelebt haben und begraben sein. Wer eine Strecke hinunter wandert, kommt zur Elias-Höhle, in der sich Elias vor den istaelischen Königen versteckt haben soll.Es gibt jedoch auch einen bequemeren Weg hinunter zum Strand, neben dem Kloster befindet sich die Bergstation einer Kabinenbahn.

Spruch an einem Haus in der Deutschen Kolonie Denkmal für Kaiser Wilhelm II.

Haifa hat eine ziemlich enge Beziehung zu Deutschland. Im Jahre 1868 gründeten hier deutsche Templer die Deutsche Kolonie, die noch heute als Viertel existiert und erst kürzlich restauriert wurde. An den Häusern mit ihren typischen roten Ziegeldächern sind über fast jedem Eingang deutsche Sprüche zu finden, mal mehr, mal weniger sinnvoll. Das Stadtmuseum Haifa zeigt im ehemaligen Versammlungshaus der Templer Wechselausstellungen. An die deutsche Geschichte und die guten Beziehungenn der damals herrschenden Türken zum kaiserlichen Deutschland erinnert ein Denkmal, das dem Besuch Kaiser Wilhelm II. in Haifa gewidmet ist.

Haifa ist auch eine Stadt der Museen. Zwar kommen die nicht an die Bedeutung und Zugkraft der großen Museen in Tel Aviv sowie Jerusalem heran, doch wenn genügend Zeit bleibt, kann ein Besuch durchaus interessant sein. So gibt es in der Stadt ein Getreidemuseum, das Museum Tikotin mit japanischer Kunst, das Schifffahrtsmuseum, das Einwanderungsmuseum sowie das Neue Haifa-Museum, das sich der Kunst vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart widmet.

Gärten und Schrein der Bahai

Die unzweifelhaft größte und wichtigste Sehenswürdigkeit Haifas sind jedoch die Gärten und der Schrein der Bahai. Die Bahai sind eine religiöse Gemeinschaft, die weltweit Verbreitung gefunden hat. Trotzdem zählen sie geschätzt höchstens 6-8 Millionen Anhänger, die hauptsächlich in Afrika, Indien und den beiden amerikanischen Kontinenten wirken. Es ist auch eine relativ junge Religion, die erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Die beiden Gründer, der „Baha`ulla“ - die arabische Bedeutung ist „Herrlichkeit Gottes“ - und der „Bab“ - „das Tor“ - hatten sich mit ihrer neuen Religion vom Islam abgespalten und wurden deshalb von den Moslems verfolgt.

Gärten und Schrein der Bahai Gärten und Schrein der Bahai

Beide Gründer sind auf dem Gebiet des heutigen Israel begraben, der Baha´ulla in Akko, der Bab in Haifa. Der Bab starb eines gewaltsamen Todes, er wurde 1850 in Täbris erschossen und seine Gebeine in einer Nacht- und Nebelaktion ins damalige Palästina geschmuggelt. In Haifa errichteten seine Anhänger ein Grabmal, den Bahai-Schrein. Das war 1909, doch erst 1953 war das Gebäude vollendet. Heute zählt es zusammen mit den umliegenden Persischen Gärten zur Hauptattraktion Haifas.

Vorhof und Treppe zum Schrein

Der Schrein mit den sterblichen Überresten des Bab, ein monumentaler Kuppelbau, kann besichtigt werden. Das ist jedoch nur von 9 Uhr bis 12 Uhr möglich, ansonstern bleibt nur der Blick von außerhalb auf das Bauwerk. Noch jünger als der Schrein sind die Persischen Gärten, auch oft als Gärten der Bahai bezeichnet. Die insgesamt 18 Gärten entstanden 2001, sie erstrecken sich vor und hinter dem Schrein in Form von Terrassen. Dabei sind neun oberhalb des Schreins und die gleiche Anzahl unterhalb. Diese prachtvollen Gartenanlagen sind nur nach Voranmeldung zu besichtigen, doch glücklicherweise hat man auch von außerhalb einen wunderbaren Blick auf dieses Kunstwerk. Wir hatten die Gärten und den Schrein einmal vom Vorhof, der auch nachmittags betreten werden darf, gesehen. Die zweite Möglichkeit bot uns ein sehr schöner Blick von der Straße oberhalb der Gärten auf die prachtvolle Anlage, die UNESCO Weltkulturerbe ist.

Akko, die Kreuzfahrerstadt

Gleichfalls mit dem Titel Weltkulturerbe der UNESCO darf sich Akko schmücken, die alte Kreuzfahrerstadt. Akko wurde zwar nicht von den Kreuzfahrern gegründet, sondern galt schon in der Antike als wichtige Hafenstadt Palästinas, doch der Komplex der Kreuzfahrerstadt ist das Highlight der Sehenswürdigkeiten. Nach der Eroberung durch die christlichen Kreuzfahrer wurde Akko Hauptsitz des Johanniterordens, wirtschaftlliches Zentrum der Region und Hauptstadt des Kreuzfahrerkönigreichs. Es war die letzte Bastion der Christen in Palästina, bis Akko 1291 durch die Moslems eingenommen wurde. Das war auch das Ende des Staates der Kreuzfahrer.

Die Ahmed-Jozzar-Moschee in Akko Gebetsraum der Moschee

Die Moslems in Akko sind tolerant, die Ahmed-Jozzar-Moschee in der Stadt war die einzige Moschee, die wir auf unserer Reise betreten durften. Als erstes fällt das hohe und schlanke Minarett auf, das die Stadt überragt und das einzige dieser Bauweise in Israel ist. Auf dem Hof der Moschee gönnten wir uns einen Augenblick der Ruhe von dem lebhaften Treiben in Akko. Schon dieser Hof ist einen Besuch wert. Die Arkadenhallen, die ihn umgeben, und die schöne Gestaltung mit Blumen, Palmen und Zitrusbäumen sind ein fantastischer Anblick. Interessant ist auch der Reinigungsbrunnen. Dann durften wir hinein in den Gebetsraum der Moschee. Selbstverständlich war dabei angemessene Kleidung, denn schließlich waren wir hier Gast bei der Zeremonie des Gebetes. Der Raum im türkischen Rokokostil ist ein besonders prächtiges Beispiel für arabische Baukunst und Gestaltung.

Die Zitadelle von Akko

Kaum waren wir aus dem Moscheekomplex heraus, fanden wir uns mitten im wildesten Trubel. Neben der Moschee befindet sich der türkische Basar mit Marktständen und dem typischen orientalischen Feilschen. Allerdings ist der Basar inzwischen sehr auf die Touristen zugeschnitten. So boten uns die Händler Süßigkeiten in fließendem Deutsch an. Wer genügend Zeit und Lust hat, kann das Hammam, das Türkische Bad, besuchen.

Der Höhepunkt ist jedoch zweifelsfrei die Kreuzfahrerstadt, die unter der Erde liegt. Der gewaltige Komplex aus der Zeit der Kreuzfahrer wurde normal über der Erde erbaut, doch nach der Eroberung durch die Moslems wurde der Komplex zugeschüttet und auf diesem Hügel die Zitadelle erbaut. In dieser Zitadelle wurde Baha`ulla, einer der Gründer der Bahai-Religion, zwei Jahre gefangen gehalten.

In der Kreuzfahrerstadt Rittersaal der Kreuzfahrerstadt Wappen des französischen Königs

Ein großer Teil der ehemaligen Kreuzfahrerstadt wurde vom Schutt beräumt und kann heute besichtigt werden. Darauf hatten wir natürlich nicht verzichtet, schließlich ergibt sich nicht jeden Tag die Gelegenheit, eine unterirdische Stadt zu begehen. So sind sieben Rittersäle zu besichtigen, die als Unterkünfte für die Soldaten dienten. Ein gewaltiger Raum ist der Grand Munir, ein Saal mit Kreuzgratgewölbe. Im Refektorium - einem frühgotischen Gewölbe, getragen von mächtigen Rundpfeilern – fiel uns ein Wappen mit der Lilie auf, dem Zeichen des französischen Königs. Es erinnert an den Aufenthalt von König Ludwig VII. 1148 in der Kreuzfahrerstadt.

Ein richtiges Abenteuer war die Tour durch den unterirdischen Gang, der das Refektorium in der Kreuzfahrerstadt mit der nördlichen Stadtmauer und dem Hafen im Süden verband. Angelegt von den Persern nutzten ihn auch die Kreuzfahrer als geheimen Verbindungsweg. Heute ist er nur bis zur Bosta zu begehen. Platzangst darf man dabei aber nicht haben, im niedrigen Tunnel geht es auch ziemlich eng zu. Sehenswert sind ebenfalls die Suk, die Altstadt von Akko, sowie der Fischerhafen.

Der Nationalpark Meggido

Die Ausgrabungsstätte des Nationalparks Meggido ist ein weiteres Kleinod der Sehenswürdigkeiten von Israel, das ebenfalls auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO steht. Die Archäologen aus unserer Reisegruppe jubelten, denn an diesem Platz wurden zwanzig Siedlungsschichten aus einem Zeitraum von 3500 Jahren ausgegraben. Die Bedeutung dieses Ortes verwundert nicht, denn er lag an einer der wichtigsten Handelsstraßen der Antike. Die Via maris führte von Ägypten nach Syrien und Meggido kontrollierte an diesem strategisch günstigen Punkt diesen Handelsweg. Auch in der Religion nahm Meggido einen ungeheuer wichtigen Part ein: Der Ort wurde für das biblische Armageddon gehalten. Armageddon sollte laut der Offenbarung des Johannes der Platz sein, an dem das Gute und das Böse ihre letzte Schlacht schlagen werden.

Modell von Meggido Das Ausgrabungsgelände von Meggido

Als wir hier waren, wurde diese Schlacht nicht geschlagen – das Böse ist leider noch nicht ausgerottet. Schlachten fanden an diesem Ort aber einige statt, so verzeichnete hier Napoleon 1799 einen seiner großen Siege, der britische General Allenby schlug hier 1917 das türkische Heer und 1948 triumphierten israelische Verbände über die Araber, die Haifa erobern wollten.

Da ging es bei uns glücklicherweise friedlicher zu und wir beschränkten uns auf die Besichtigung der Ausgrabungen, die mit einem Pavillon begann, in dem ein großes Modell des rekonstruierten Meggido steht. Von einem Aussichtspunkt hat man dann einen sehr guten Überblick über die Ausgrabungen und die zutage geförderten Reste der historischen Gebäude. Dort sind auch Pferdetränken zu sehen, die wahrscheinlich zu den Stallungen Ahabs gehörten. Bildlich dargestellt wird das durch Skulpturen von Pferden an den Tränken. Hier sollen bis zu 450 Pferde Platz gefunden haben.

Der Rundaltar Die ehemaligen Pferdtränken Abstieg zun Wassertunnel

Ein wahrhaft biblisches Alter hat der Rundaltar, der um 1900 v. Chr. erneuert wurde, damals aber schon lange existierte. Weitere Ruinen sind Bauten aus der Zeit König Davids. Ein wahres Meisterwerk für damalige Verhältnisse ist der Wassertunnel. Die für Meggido so wichtige Quelle lag außerhalb des Burgbergs, bis dann Ahab einen 60 m tiefen Schacht mit einem anschließenden waagerechten Gang von 120 m Länge durch die Felsen trieb, der die Burg und die Quelle miteinander verband. So war der Zugang zur lebenswichtigen Quelle gegen Feinde gut geschützt. Welche enorme Leistung hinter diesem Bau steckt, wurde uns so richtig bewusst, als wir die Treppen zum Gang hinunterstiegen und den unterirdischen Weg durch die Felsen abliefen.

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