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Das Myvatn-Gebiet rund um den „Mückensee“

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Der Name deutet es schon an, im Gebiet des Myvatn, des Mückensees, muss man mit Unmengen der Plage-Geister rechnen. Glücklicherweise sind das aber Exemplare, die kaum stechen. Unangenehm können sie trotzdem werden, denn die großen Schwärme der Mücken haben die Eigenschaft, sich mit Vorliebe in Mund, Nase und Augen nieder zu lassen. In den Tankstellen der Umgebung kann man schützende Netze für das Gesicht kaufen. Wir haben oft Ausflügler per Fuß und Pferd gesehen, die sich damit geschützt hatten. Die größte Gefahr besteht in den Sommermonaten und abends, dann sind die Plage-Geister besonders aktiv. Sicher spielen aber auch andere Faktoren, wie z.B. das Wetter, eine große Rolle. Wir hatten in Bezug auf die Mücken Glück, trotz fehlenden Schutzes trafen wir kaum Exemplare an.

Der Myvatn liegt in einem Gebiet, das zu den aktivsten Vulkangegenden der Erde zählt – und es ist eines der Gebiete Islands, in dem relativ wenig Regen fällt und die Sonnenschein-Dauer überdurchschnittlich ist. Was den Regen betrifft, können wir das bestätigen. Mit dem Sonnenschein hatten wir weniger Glück, zwar schaute die Sonne ab und an durch die Wolken, doch richtig sonnige Stunden erlebten wir nicht. Dafür verzichteten die Mücken darauf, uns zu ärgern – und alles kann man eben nicht haben...

Das Gebiet um den Myvatn kann sich rühmen, zu denen zu zählen, die schon kurz nach der ersten Landnahme durch die Wikinger besiedelt wurden. Das für Island günstige Klima lockte schon die frühen Siedler an, die hier durch den Abbau von Schwefel zu Wohlstand kamen. Die Nachfahren dieser ersten Siedler leben übrigens noch heute hier und sind mit einem Grundbesitz von sage und schreibe 6000 km² die größten Landbesitzer der Insel. Der Ort und das Hotel Reykjahliđ wurden nach ihnen benannt.

Der Myvatn, Islands märchenhafter See

Zu einem Besuch im Norden Islands gehört einfach ein Abstecher zum Mückensee dazu, zumal sich in der Umgebung einige der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Insel finden. Der See selbst hat neben den landschaftlichen Schönheiten auch eine für Island bemerkenswerte Flora und Fauna zu bieten. Sicher, die Vogelwelt der Insel ist sehr reichhaltig, aber am Mückensee konzentriert sich die Population besonders stark. Rund um die Ufer sind unzählige Vögel zu erleben und in den Sommermonaten brüten hier tausende. Angler finden an diesem Gewässer das wahre Paradies vor, denn durch die unzähligen Mücken und deren Larven hat sich der Forellen-Bestand des Sees auf hohem Niveau eingependelt. Wem der Sinn mehr nach Lachsen steht, wird am Abfluss des Myvatn, dem Laxná-Fluss, nicht enttäuscht. Laxná heißt Lachs, und diese Fische sind hier in großer Zahl vorhanden.

Landschaft am Myvatn Landschaft am Myvatn

Doch nicht nur für Angler ist der Mückensee interessant. Auch wer schlichtweg spazieren gehen möchte oder sich einfach am Seeufer ausruhen, findet hier wunderschöne Flecken. Ausgangspunkt ist dabei meist der kleine Ort Reykjahliđ, der sich zum Touristenzentrum entwickelte. Natürlich immer unter isländischen Verhältnissen gesehen, neben einigen Wohnhäusern besteht er aus zwei Hotels, einer Tankstelle, einem Supermarkt und einem Campingplatz. Interessant ist die Geschichte der Kirche, oder besser gesagt, des Vorgängerbaus. Das heutige Kirchengebäude wurde 1972 errichtet. Die Vorgängerkirche, ein Holzbau, überstand auf wundersame Weise einen großen Vulkanausbruch im Jahre 1792, der schwere Verwüstungen in der Gegend anrichtete. Der Lavastrom floss um die Kirche herum, was gläubige Christen als Vorsehung und göttliche Fügung ansahen.

Am Ort sind einige Wanderwege ausgeschildert, auf denen man kleinere oder größere Touren unternehmen kann. Wir hatten uns für eine kleinere Wanderung entschieden, denn auch für diese sollte man mindestens 1 – 2 Stunden einplanen. Eine größere Tour am See zu unternehmen wäre sicher sehr interessant gewesen, doch die Highlights, die in der Umgebung zu finden sind, lockten – und für alles war einfach die Zeit zu knapp. Sehr sehenswert sind die Pseudokrater von Skútustađagígar am Südufer. Diese geologischen Besonderheiten kommen nur in Island vor, und hier auch nur am Myvatn und im Süden der Insel. Wenn glühende Lava über flaches Wasser oder Sumpf fließt, verdampft das Wasser und entweicht explosionsartig. Dabei wird Lava mit in die Höhe gerissen, die beim Niederfallen kleine Schlacke-Kegel erzeugt. Diese merkwürdigen Gebilde, die Pseudokrater, geben der Landschaft einen märchenhaften Eindruck.

Die Lavaformationen von Dimmubórgir

Genauso märchenhaft wie den Mückensee fanden wir die Landschaft von Dimmubórgir, einem Naturschutzgebiet mit ausgesprochen bizarren Felsformationen aus Lava. Diese Lava-Felsen liegen inmitten eines ausgedehnten Waldes, was in Island schon Seltenheitswert hat. Durch dieses Gelände führen zahlreiche Wanderwege, über die man auf kleinen oder größeren Rundgängen den Naturpark erkunden kann. Leider hatten wir dabei kein sehr gutes Wetter erwischt, doch das wirklich beeindruckende Erlebnis wurde dadurch kaum geschmälert – zu sensationell ist dieses Dimmubórgir.

Nur wenige Meter von der Ringstraße entfernt liegt der Parkplatz, von dem die Rundwege abgehen. Die Senke der dunklen Burgen – so die Übersetzung des Namens – entstand aus einem Lavasee, aus dem vor rund 2000 Jahren flüssige Lava austrat. Einige Teile der Lava waren schon erhärtet, sie blieben stehen und bildeten die so bizarr anmutenden Skulpturen und Pfeiler aus Gestein. Wir hatten oft wirklich den Eindruck, aus dem Dickicht von Birken und großen Kriech-Gewächsen ragen steinerne, dunkel drohende Burgen heraus.

Lavaformationen in Dimmubórgir

Bei den verschiedenen Rundwegen kann man kürzere von etwa 20 Minuten bis längere von ca. 1 Stunde Fußweg wählen. Jedem ans Herz legen möchten wir den 2,5 km langen Kirkjuhringur, den Weg, der entlang der schönsten Gebilde aus Lava führt. Es ist der Weg, der auch zum Stuhl des Weihnachtsmannes und zu einem Kirchentor führt. Zu wörtlich darf man diese Bezeichnungen jedoch nicht nehmen. Das Kirchentor ist nicht wirklich eines, sondern ein offener Hohlraum im Felsen, der an das Tor einer Kirche erinnern soll. Dafür braucht man schon etwas Fantasie – das ändert aber nichts an dem großartigen Eindruck, den dieses Gebilde hinterlässt.

Dieses Kirkjan, das Kirchentor, war der absolute Höhepunkt unserer Wanderung auf dem Rundweg, auf der es noch viele andere Highlights gab. Über eine Abzweig des Weges kommt man zum Stuhl des Weihnachtsmannes. Angetroffen haben wir ihn nicht. Allerdings waren wir im Sommer dort – da war er vielleicht im Urlaub. Wer hier Weihnachtsstimmung erleben möchte, muss im November oder Dezember kommen, dann werden hier die Weihnachtstage begangen, an denen sogenannte Weihnachtskerle durch diese Märchenwelt huschen.

Kirkjan, das Kirchentor Kirkjan, das Kirchentor

Im nördlichen Teil des Dimmubórgir findet man einen der schönsten und größten Explosionskrater der Welt, den Hverfell. Dieser Ring aus Tuffstein kann mit beachtlichen Zahlen aufwarten. Er entstand vor etwa 2800 Jahren und ist 140 m tief, dazu ragt er 160 m über den Boden hinaus. Sein Durchmesser beträgt rund 1000 m. Zwei Pfade führen auf den Krater, ein relativ steiler an der Südseite und ein einfacherer an der nördlichen Seite. Man sollte unbedingt darauf achten, diese Pfade nicht zu verlassen. Das gilt auch für alle anderen Wege im Gelände, denn leider hat die empfindliche Landschaft schon stark unter unvernünftigen Touristen gelitten. Die Hänge des Kraters sind schon von Erosion betroffen und einige der bröckligen Lava-Skulpturen zerstört.

Die Schwefelgrotte Grjótagjá

Von Dimmubórgir lohnt ein kleiner Abstecher zu der nahe gelegenen Schwefelgrotte Grjótagjá. Man glaubt beim Einstieg in diesen kleinen Hohlraum, direkt ins Gemach des Teufels zu kommen, denn aus dem heißen Wasser des Höhlensees steigen schwefelhaltige Dämpfe auf. Auf Dauer ist das nicht so angenehm, aber wir fanden es schon gut, dass wir diesen Abstecher unternommen hatten. Allerdings sollte man nicht gerade dann in die Höhle steigen, wenn ein Bus mit Touristen angekommen ist. Mehr als 6-8 Leute haben in dem doch recht winzigen Raum keinen Platz, und so staut sich dann alles am Eingang.

Gođafoss, der Götterfall

Der Name des Gođafoss, des Götterwasserfalls, geht bis ins Jahr 1000 zurück. Um diese Zeit wurde in Ţingvellir, dem Ort der Sitzung der isländischen Ratsmänner, die Annahme des Christentums beschlossen. Zum Zeichen der Abkehr von den alten Götzen warf der Gesetzessprecher Ţorgeir seine Götterbilder in den Wasserfall, der ab diesem Zeitpunkt Gođafoss hieß.

Der Gođafoss

Der Wasserfall, der direkt an der Ringstraße liegt, zählt zu den Höhepunkten der Island-Touren. Durch seine ausgesprochen gute Erreichbarkeit hält hier praktisch jeder Bus – und die individuell reisenden Island-Besucher lassen sich dieses Highlight sowieso nicht entgehen. So herrscht oft ein Andrang, wie er selten in Island zu finden ist, zumal es hier noch das Gästehaus Fossholl, eine Tankstelle und einen Supermarkt gibt. Wir hatten in Fossholl unser Quartier für zwei Übernachtungen, das gab uns ausgezeichnete Möglichkeiten, den Wasserfall zu Zeiten zu besuchen, an dem relative Ruhe herrschte. Wir hatten mehrere kurze Abstecher zum Gođafoss unternommen und jedes mal war dies ein wunderbares Erlebnis, doch eindeutig am schönsten war der Anblick des Wasserfalls im letzten Abendlicht.

Der Gođafoss zählt mit relativ bescheidenen 12 m Höhe nicht gerade zu den Giganten, doch die Wassermassen, die in beachtlicher Breite in die Tiefe stürzen, ergeben immer wieder ein beeindruckendes Bild. Wer das Glück hat, dieses Schauspiel bei gutem Wetter und im Licht der untergehenden Sonne zu erleben, wird sicher noch lange davon schwärmen. Doch auch ansonsten bleibt der gewaltige Eindruck dieses Naturwunders im Gedächtnis.

Die Solfatarenfelder, des Teufels Domizil

Als wir über den Bergpass in der Nähe Reykjahliđs fuhren, glaubten wir uns wirklich direkt ins Wohnzimmer des Teufels versetzt. Auf dem Solfatarenfeld Námaskarđ raucht, zischt und brodelt es wie in einer Hexenküche – und über allem liegt extrem der Geruch nach Schwefel. Die Erklärung dafür hat jedoch nicht das Geringste mit den Höllenmächten zu tun. Es handelt sich vielmehr um ein Schwefelfeld, auf dem der für viele Dinge so wichtige Rohstoff über Jahrhunderte abgebaut wurde. Dazu ist die Gegend ein Thermal-Gebiet, in dem bis zu 100şC heißer Schlamm im Untergrund rumort.

Die Solfatarenfelder Weg durch die Solfatarenfelder Die brüchige Decke über den Schlammlöchern Brodelndes Schlammloch

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, die abgegrenzten Wege durch das Gelände zu gehen. Es ist faszinierend, am Rande der Schlammlöcher zu stehen und den blubbernden und brodelnden Schlamm zu beobachten, der manchmal in kleinen Fontänen emporschießt. Dazu hat sich an zahlreichen Stellen Schwefel abgelagert und alles schimmert in den unterschiedlichsten Farben. Man steht inmitten dieses Farbspiels, umgeben von Dampfschwaden und die Nase schnüffelt den Schwefelgeruch. Sicher sind das nicht unbedingt die angenehmsten Eindrücke, aber es sind Erlebnisse, die man einfach einmal kennen lernen sollte. Wir haben den Abstecher nicht bereut, zumal schon wenige Kilometer weiter wieder die überaus klare Luft Islands herrschte.

Die Wege durch das Gebiet sind mit Schildern und Seilen abgegrenzt und man sollte tunlichst vermeiden, sie zu verlassen. Die Decke über den heißen Schlammlöchern ist an vielen Stellen sehr dünn und würde einbrechen, wenn man sie betritt. Es wäre mit Sicherheit kein Vergnügen sondern extrem gefährlich, in diese heiße Masse zu geraten.

Schwefelablagerung Schlammloch und Námafjall Das Geothermal-Kraftwerk Krafla

Die Solfatarenfelder liegen am Fuße des Námafjall, eines 482 m hohen Berges, den man besteigen kann. Wir sind den Weg gegangen, der in vielen Kurven und Schlangenlinien zum Gipfelplateau führt, müssen aber bekennen, dass wir nicht bis zum Schluss durchgehalten haben. Der Berg sieht nicht sehr hoch aus und 482 m ist auch keine besondere Größe. Doch der Weg mit seinen zahlreichen Windungen streckt sich enorm und man braucht ziemlich viel Zeit. So hatten wir den Aufstieg auf etwa halber Höhe abgebrochen. Trotzdem, der Blick über die rauchenden Solfatatrenfelder und zu den Wolken des Kraftwerks Krafla lohnt und wir würden Jedem empfehlen, zumindest ein Stück empor zu steigen.

Auf dem Rückweg hatten wir noch einen Abstecher zum Geothermal-Kraftwerk Krafla unternommen. Über eine gut befahrbare asphaltierte Straße gelangt man nach wenigen Kilometern zu den Gebäuden des Kraftwerks. Das Besucherzentrum Krafla ist im Sommer über die Mittagsstunden geöffnet. Hier erhält man einen interessanten Einblick in die Technik der Geothermal-Wärmegewinnung. Sehenswert ist der Krater Helviti mirt seinem Kratersee in der Nähe des Kraftwerkes.

Húsavik, der Walort

Unser Quartier lag für zwei Tage in Fosshóll direkt am Gođafoss und bot damit ideale Voraussetzungen für Touren ins Myvatngebiet und zu den drei großen Wasserfällen mit dem gewaltigen Dettifoss. Ganz gleich, wo man in der Gegend des Myvatn konkret übernachtet, für einen Ausflug zu den drei Wasserfällen führt kein Weg an den Straßen vorbei, die in einem Ring über Húsavik, entlang des Nationalparkes Jökulsárgljúfur und vorbei am Myvatn führen.

Hafen in Húsavik Walskelett im Walmuseum

Wir hatten uns für die Richtung im Uhrzeigersinn entschieden und kamen so zuerst nach Húsavik. Dieser kleine Ort ist vor allem bekannt für seine Walbeobachtungstouren. Von hier aus starten jeden Tag zahlreiche Boote – und die Veranstalter geben eine Garantie, dass man Wale sieht. Húsavik ist bekannt dafür, dass in der Umgebung praktisch immer Wale zu finden sind, und so sind die Beobachtungstouren zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren des Ortes geworden. Leider gibt es aber keine Garantie, welche Walart sich sehen lässt. Ob man die gewaltigen Blauwale, Pottwale oder „nur“ Zwergwale erleben darf, ist praktisch Schicksal. Trotzdem, ein bemerkenswertes Abenteuer sind diese Ausflüge immer. Vor der Küste von Húsavik ist die Chance groß, die gewaltigsten Walarten anzutreffen, auf jeden Fall größer als vor Reykjavik. Dafür dauern die Touren hier relativ lange, man muss schon einen ganzen Tag einplanen. Wir hatten uns deshalb entschieden, die Walbeobachtung vor Reykajvik zu buchen und lieber die drei großen Wasserfälle intensiver zu erkunden.

Außerdem lohnte es, auch etwas Zeit in Húsavik zu verbringen. Viel hat der kleine Ort zwar nicht zu bieten, doch auf jeden Fall sehenswert ist das Wal-Museum. In Island hat praktisch jedes Dörfchen ein Museum, doch nur die wenigsten sind wirklich einen Besuch wert. Zu diesen zählt das Húsaviker Wal-Museum. In dem 1997 gegründeten Museum erfährt man viel und sehr Wissenswertes über die immerhin 22 Arten von Walen und Delfinen, die rund um Island vorkommen. Auch das für die Insel so heikle Thema des Walfangs wird ausführlich behandelt und man bekommt ein Gespür dafür, wie wichtig diese Jagd für die Isländer ist. Beeindruckend fanden wir auch die ausgestellten Skelette der unterschiedlichen Wale und Delfine, durch die wir eine ungefähre Vorstellung der enormen Größe dieser Säugetiere bekamen.

Die Kirche in Húsavik In der Kirche von Húsavik

Húsaviks Kirche kann sich mit einem besonderen Attribut schmücken. Sie wurde 1997 zusammen mit zwei anderen Häusern in einer Umfrage der isländischen Tageszeitung Morgunblađiđ zum schönsten Gebäude der Insel gewählt. Dabei ist ihre Architektur eigentlich so gar nicht isländisch. Die Kirche, die Húsavíkurkirkja, wurde 1907 im norwegischen Stil aus norwegischem Holz erbaut. Island ist ausgesprochen reich an Kirchen, traditionellen und sehr modernen, doch die Kirche in Húsavik fällt aus dem Schema heraus. Wir haben natürlich auch das Innere des Gebäudes besichtigt und waren sehr angetan von dem anheimelnden Ambiente.

Dettifoss, Selfoss und Hafragilsfoss

Von Húsavik ging unsere Fahrt weiter entlang der Küste zu den drei großen Wasserfällen. Im Nachhinein stellte es sich als gut heraus, dass wir die Strecke in Uhrzeiger-Richtung gefahren sind, denn zwischen den Wasserfällen und der Ringstraße 1 ist die Straße für PKW ohne Geländetauglichkeit nicht ganz einfach. Wären wir aus der anderen Richtung gekommen, hätten wir es uns vielleicht überlegt, weiter zu fahren. So können wir Jeden, der von der Abzweigung Grimsstađir kommt ermutigen, nicht vorzeitig aufzugeben, denn von den Wasserfällen ist die Straße über Húsavik bis zur Ringstraße 1 in sehr gutem Zustand und problemlos zu fahren. Das ist immerhin der allergrößte Teil dieser Tour.

Der Hafragilsfoss Am Dettifoss

Der Besuch der Wasserfälle hat auf jeden Fall einige Kilometer Fahrt auf der Huckelpiste gelohnt. Wir waren ungeheuer beeindruckt von den Naturgewalten, die hier herrschen. Besonders der Dettifoss ist in dieser Beziehung wohl einmalig. Aus Richtung Húsavik gelangt man zuerst zum Hafragilsfoss, dessen Wassernebel schon aus einiger Entfernung auf sich aufmerksam machen. Über einen kleinen und mit Schlaglöchern gepflasterten Fahrweg geht es zum Parkplatz oberhalb des Wasserfalls. Der Ausblick von hier oben ist beeindruckend, auch wenn der Hafragilsfoss bei weitem nicht die gigantische Wirkung des Dettifoss hat.

Am Dettifoss Der Dettifoss

Der zweite in der Reihe dieser Wasserfälle ist der gewaltige Dettifoss, unserer Ansicht nach einer der fantastischsten der unzähligen Wasserfälle Islands. Hier erlebt man bewusst, wie klein eigentlich der Mensch im Verhältnis zu den Naturgewalten ist. Am Rand des Dettifoss ist man immer in einen Nebel aus Wassertropfen eingehüllt, denn die Wassermassen stürzen aus 45 m Höhe in die Tiefe. Zum Dettifoss führen zwei Straßen, die 862 und die 864. Je nachdem, welche man fährt, steht man auf dem linken oder dem rechten Ufer am Fall. Von der 862 würden wir jedoch abraten, wenn man kein Auto mit Allradantrieb hat. Mit einem normalen PKW bleibt man mit großer Sicherheit stecken.

Der Selfoss

Vom Parkplatz etwas abseits der Straße 864 kann man entlang des Dettifoss wandern, wobei der Anblick von jeder Stelle aus ein Highlight ist. Das Besondere an diesem Weg ist, dass man direkt an die Kante des Wasserfalls herankommt und die herab stürzenden Wassermassen praktisch hautnah erleben kann. Läuft man von hier aus noch reichlich 1 km weiter, gelangt man an den dritten Wasserfall, den Selfoss. Er ist bedeutend zahmer als der Dettifoss, denn seine Fallhöhe beträgt lediglich 10 m. Dafür ist der Selfoss ungewöhnlich breit, so dass auch er sehr beeindruckend wirkt – wenn auch auf andere Art als der Dettifoss.

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