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Flora und Fauna in Island

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Genau wie die ganze Insel ist auch Islands Flora und Fauna historisch gesehen sehr jung. Die klimatischen Bedingungen hoch im Norden hatten auf die Vegetation und die Tierwelt einen bremsenden Einfluss und setzten der Artenvielfalt relativ enge Grenzen, trotz des für die Lage erstaunlich milden Klimas. Besonders die Fauna entwickelte sich hier nur stark eingegrenzt, vor allem die Säugetiere waren und sind auf der Insel wenig vertreten. Der Mensch hat hier sehr stark eingegriffen, indem er Pflanzen- und Tierarten nach Island brachte, die hier nicht heimisch waren und oft zu großen Problemen führten. Daran krankt noch heute die Natur.

Die Flora Islands

Islands karge Natur hat auch Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt der Insel. Umfangreiche Wälder mit großen Bäumen wird man vergeblich suchen, in weiten Teilen Islands herrschen Flechten, Moose oder allenfalls Gräser vor. Bedingt durch die Bedingungen, die Lava-Landschaft, die schnell wechselnden Wetterstimmungen und vor allem auch wegen des langen Winters ist die Vegetation sehr empfindlich und anfällig gegen jegliche Störungen des Gleichgewichts.

Karge Vegetation: Flechten auf Steinen

An der jetzigen Situation ist der Mensch nicht unschuldig, obwohl er nicht der einzige Faktor ist. Bedingt durch langfristige Schwankungen des Klimas, Warmzeiten und Kaltzeiten, wird auch die Vegetation üppiger oder kärglicher. Zu Beginn der Besiedlung Islands war die Insel viel stärker als heute bewaldet, hauptsächlich mit Birkenwäldern, auch wenn man diese Wälder nicht mit denen Mitteleuropas oder gar Sibiriens vergleichen konnte.

Karge Vegetation

Heute wird versucht, durch intensive Aufforstung die Waldfläche zu vergrößern. Trotzdem sind weite Teile der Insel kahl oder maximal von Flechten und Gräsern bedeckt, einige Flächen sind mit Sträuchern oder Buschwald bewachsen. Trotz dieser kargen Vegetation ist Island nicht mit verschiedenen anderen Vulkaninseln zu vergleichen, denn Island hat ein sehr feuchtes und für die Lage weit im Norden mildes Klima. Im kurzen Sommer ist die Insel deshalb erstaunlich grün, Gräser, Kräuter und eine Vielzahl Blumen bringen die Farbtupfer ins ansonsten vorherrschende Braun und Schwarz.

Je nach der Landschaftsform sind zahlreiche Farnarten zu finden. Bergpflanzen, die auch in den Alpen vorkommen oder Pflanzen, die Moorlandschaften lieben, sind auch in Island verbreitet. Dazu kommen die verschiedensten Beeren-Arten, die vor allem den Vögeln als Nahrung dienen. Viele der Pflanzen haben sich an die speziellen Bedingungen Islands angepasst und unterscheiden sich von ihren kontinentalen Verwandten.

Die Fauna Islands

Die Welt der Säugetiere Islands hält sich in engen Grenzen. Ursprünglich gab es sogar nur eine Säugetier-Art auf der Insel, die hier lebte, den Polarfuchs. Ab und an erschien ein Eisbär während seiner Wanderungen auf der Bildfläche und an den Küsten tauchen immer wieder Meeresbewohner auf, Wale und Robben. Der Mensch hat stark in diese Entwicklung eingegriffen und einige Tierarten auf die Insel gebracht, die heute den Großteil der Populationen bilden. Leider ist das oft nicht zum Vorteil, die Natur der Insel leidet unter diesen eingeführten Arten.

Die Wikinger brachten die Pferde nach Island, aus denen sich im Laufe der Zeit die spezifischen Islandpferde entwickelten – eine Art, die als sehr genügsam und robust ideal an die Bedingungen des Landes angepasst ist. Heute sind die Pferde ein Schatz der Isländer, den sie gut hüten. Als Arbeitstiere in der Landwirtschaft werden sie nicht eingesetzt, sie dienen hauptsächlich als Reittiere, doch auch das in Maßen.

Islandpferde Islandpferde

Nach Einsätzen als Reittier vorrangig für Touristen verbringen sie lange Zeit auf der Weide. Auch in den Wintermonaten erhalten sie nur Gras und Heu. Es besteht ein striktes Ausfuhrverbot, da Islandpferde in fremder Umgebung erkranken und schlimmstenfalls eingehen. Genauso dürfen keine Pferde aus anderen Ländern eingeführt werden, da sie Krankheiten mitbringen könnten, denen die Islandpferde nicht gewachsen sind.

Schafe sind weit verbreitet.

Die zweite Säugetierart, die überall auf der Insel anzutreffen ist, sind die Schafe. In den Sommermonaten streifen sie frei durch die Landschaft und richten an der einheimischen Vegetation große Schäden an. Seit einiger Zeit wird versucht, den Schafbestand erheblich einzudämmen und damit die Erholung der Natur zu unterstützen.

Nicht ganz so verbreitet sind weitere Nutztiere, die Rentiere, die vor allem als Fleischlieferant dienen. Im Osten Islands leben diese Nachfahren einer im 18. Jahrhundert aus Norwegen eingeführten Herde. Die Zahl der heute lebenden Rentiere wird auf ca. 3000 bis 4000 geschätzt, von denen jedes Jahr rund 600 gejagt werden. Dort wo der Mensch auftaucht sind in dessen Gefolge auch die Schädlinge zu finden. Die Siedler brachten einige dieser Plagegeister mit, so Wanderratten, Hausratten und Hausmäuse.

Eine touristische Attraktion in Island sind die Wal-Beobachtungsfahrten, die fast immer von Erfolgen gekrönt sind. An den Küsten der Insel tauchen immer wieder Wale und Delphine auf. Meist sind das die kleineren Arten, wie Zwergwale oder Grindwale, doch mit viel Glück kann man auch Pottwale, Schwertwale oder das größte Tier der Erde, den Blauwal, sichten. Auch Robben zählen zu den Gästen der Insel.

Dreizehenmöwen Dreizehenmöwen

Beeindruckend ist, im Gegensatz zu den wenigen Säugetieren, die Vielfalt der Vogelwelt. Besonders in den Sommermonaten tummeln sich vorrangig an den Küsten, aber auch im Inland, unzählige Vögel der verschiedensten Arten. Den größten Teil dieser Populationen stellen Wasservögel dar oder zumindest Vögel, in deren Lebensraum Wasser eine große Rolle spielt. Viele der mehr als 350 hier gesichteten Arten sind Gäste, leben also nicht immer hier. Doch immerhin knapp ein Drittel brütet auch in Island.

Am auffälligsten und am häufigsten anzutreffen sind Möwen und Enten, von denen verschiedene Arten zur Vogelwelt Islands gehören. Wir waren erstaunt, wie viele unterschiedliche Möwenarten es eigentlich gibt. Abgesehen von den wohl Jedem bekannten, wie Lachmöwen und Silbermöwen, sind noch Dreizehenmöwen, Eismöwen, Polarmöwen, Raubmöwen, Heringsmöwen und weitere in Island zu finden. An einigen Stellen kommt man deren Brutplätzen erstaunlich nah, so bei Helnar auf der Halbinsel Snæfellsnes und bei Bakkagerði im Nordosten. Es war für uns hochinteressant, die Dreizehenmöwen in ihren Nestern zu beobachten. Manchmal stößt man bei den Vögeln aber auch auf wenig Gegenliebe. Auf einer unserer Wanderungen kamen wir dem Brutgebiet eines Raubmöwen-Paares etwas zu nah und sahen uns wild attackiert. Letztlich blieb nur der eilige Rückzug.

Raubmöwen beim Angriff Papageitaucher im Flug

Zu den wohl putzigsten und auffälligsten Vögeln Islands zählt der Papageitaucher. Dieser etwa 30 cm große Alkenvogel erinnert in seinem Äußeren tatsächlich an einen Papagei. Im Sommer leuchtet der Schnabel in Rot, Blau und Gelb, die Beine sind leuchtend Rot. Das Winterkleid dagegen ist weniger farbenfroh. Geschätzte 2-3 Millionen leben im Sommer auf Island. Nicht alle überstehen jedoch diese Zeit, denn die Papageitaucher werden gejagt und gelten in einigen Restaurants als Delikatesse. Gefragt sind auch die Beobachtungs-Touren zu den Brutkolonien, die von verschiedenen Veranstaltern angeboten werden.

Bekassine Regenbrachvogel

Wir hatten an der Küste bei Dyrhólaey Ausschau nach ihnen gehalten, da laut Reiseführer und anderen Reisenden Unmengen der Vögel an den Felsen zu sehen sein sollten. Doch bis auf ein paar vereinzelte Möwen kam uns nichts zu Gesicht. Ob die Papageitaucher gerade auf Tour waren oder bei unserem Anblick die Flucht ergriffen haben wir bis heute nicht herausgefunden...

Schnepfen, Bekassinen, Sumpfläufer, Austernfischer, Seidenschwanz und, und, und.... Die Reihe der auf Island beheimateten oder zumindest hier anzutreffenden Vögel könnte noch lange fortgesetzt werden. Wenn auch nicht alle so leicht und oft gesichtet werden, so ist Island doch ein Paradies für an der Vogelwelt Interessierte. Natürlich gibt es auch Raubvögel auf der Insel, einige Eulen- und Falken-Arten und der Seeadler gehören dazu.

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