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Eivissa – Ibizas bezaubernde Hauptstadt

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Eivissa oder auch Ibiza-Stadt stellt für die Insel Ibiza ein bedeutendes Zentrum dar, denn mit rund 50.000 Einwohnern ist sie die bei weitem größte Ansiedlung auf der Insel und vereint die wichtigsten Verwaltungen. Die etwa 2500 Jahre alte Stadt gilt als eine der schönsten am Mittelmeer. Wer sich Eivissa nähert und die Ansammlung der historischen Häuser der Altstadt Dalt Vila am Festungs-Hügel sieht, wird diese Einschätzung verstehen und teilen. Gekrönt wird dieser Anblick von den gewaltigen Mauern der Festung und der Kathedrale.

Es waren die Phönizier, die Eivissa im 7. Jahrhundert v. Chr. gründeten. Ihnen folgten die Römer und die Mauren, unter deren Herrschaft vom 9. bis 13. Jahrhundert die massiven Mauern der Oberstadt begonnen wurden. Mauern und Festung wurden dann von den spanischen Königen ausgebaut und erweitert. Heute zählt die Altstadt Eivissas zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Für Touristen stellt sich Eivissa als eine Perle dar, die auf kleinem Raum eine Fülle an Sehenswürdigkeiten, verwinkelten engen Gassen und mediterranem Leben bietet. Das Herzstück ist dabei die historische Oberstadt Dalt Vila, die zu einem großen Teil aus den mit starken Mauern geschützten Festungsanlagen besteht. Doch auch das Hafenviertel und die Neustadt bieten zahlreiche Entdeckungen, die einen Besuch der Stadt niemals langweilig werden lassen.

Die Bildung muss hier auch nicht zu kurz kommen, es sind einige Museen, die zur Besichtigung einladen. Neben diesen kulturellen Sehenswürdigkeiten kommt ebenfalls der Besucher zu seinem Recht, der durch die Straßen der Stadt bummeln und die vielfältigen Geschäfte nach dem einen oder anderen Mitbringsel durchforsten möchte. Berühmt ist das pulsierende Nachtleben Eivissas, dass dem Ruf der Insel als Party-Hochburg voll entspricht und dessen Kunde inzwischen sogar bis weit über Europa hinaus reicht.

Dalt Vila, die befestigte Oberstadt

Für die Touristen führt kein Weg an Dalt Vila, der befestigten Oberstadt auf den Felsen eines Vorgebirges, vorbei. Wer dieses Weltkulturerbe mit seinen gewaltigen Mauern, die einen Umfang von 2 km haben und bis zu 22 m hoch sind, links liegen lässt ist selber schuld. Das Gewirr an engen Gassen und steilen Treppen bietet auf kleinem Raum so viel Sehenswertes, dass keine Sekunde Langeweile aufkommt.

Kontraste sind auch nicht zu übersehen. Neben prächtigen Bauten, aufwändig restaurierten teuren Luxuswohnungen – die aber glücklicherweise ihren historischen Charme nicht verloren haben, feinen Restaurants und luxuriösen Hotels gibt es noch die eine oder andere Gasse, in der die ärmlichen Verhältnisse zu sehen sind, unter denen viele Einwohner lebten und manchmal auch noch leben.

Die Oberstadt Dalt Vila Blick von der Festung über Eivissa Häusergewirr von Eivissa

Zugänge zur Oberstadt existieren einige. Es sind steile gewundene Wege und Treppen, die hinauf auf den Berg führen. Man kann aber auch den kürzeren Weg durch den Tunnel nehmen, der an der Placa d´Espanya seinen Anfang nimmt. Dieser beleuchtete Tunnel führt über mehrere hundert Meter steil hinauf und endet in Es Soto, der unbebauten Südseite des Stadtfelsen. Von hier hat man einen fantastischen Blick über Teile der Stadt und das Meer und man erkennt, welche hervorragende Verteidigungs-Position dieser Platz auf den Felsen bietet. Von diesem Ort geht ein zweiter Tunnel ins Innere der Festung. Alle diese unterschiedlichen Wege fanden wir hochinteressant und so entschieden wir uns beim Aufstieg für die Tunnel und beim Abstieg für Wege und Treppen.

Gasse in Dalt Vila Gasse in Dalt Vila Gasse in Dalt Vila

Generell ist Dalt Vila für den Autoverkehr frei gegeben. Wir waren jedoch dringend gewarnt worden, uns mit dem Auto hierher zu wagen. Zu Recht, denn wer als Ortsunkundiger durch dieses Labyrinth an engen Gassen und Gässchen fährt, wird mit Sicherheit nach kurzer Zeit verzweifelt sein und sich nur wünschen, wieder in übersichtlichen Gefilden zu landen. Wir finden, es ist völlig unnötig, nach Dalt Vila hinauf zu fahren. Die Fußwege sind viel interessanter und bieten wunderschöne Ausblicke. Zugegeben, sie sind ziemlich steil, aber man muss sie ja nicht in einem Zug bewältigen.

Einer der wichtigsten Touristenmagneten sind ohne Zweifel die massiven hohen Mauern und Bollwerke, die einen bewundernd auf diese bautechnischen Meisterleistungen der Vergangenheit blicken lassen. Der Bau zog sich über Jahrhunderte hin, erst im 18. Jahrhundert war der Komplex vollendet. Die UNESCO nahm die gewaltige Festungsanlage, die zu den am besten erhaltenen Festungen Europas zählt, in ihre Liste des Weltkulturerbe auf.

Kirchen in der Oberstadt Dalt Vila

Alles überragend thront die Kathedrale Santa Maria de les Neus an der höchsten Stelle des Festungshügels. Dieser hervor gehobene Platz ist geschichtsträchtig, denn schon die Phönizier hatten hier ein Heiligtum errichtet. Auch die Römer und die Mauren bauten an dieser Stelle Tempel und Moscheen. Alle diese Gebäude mussten dann aber der Kirche weichen, die der katalanische König Jaime I. errichten ließ. Von diesem mittelalterlichen Bauwerk sind jedoch nur wenige Teile erhalten. Die Kathedrale wurde im 18. Jahrhundert umfangreich umgebaut und erneuert. In der Sakristei sind einige wertvolle Objekte, z.B. Tafelbilder und Gewänder, aus der Anfangszeit zu sehen.

Die „Kathedrale der Heiligen Jungfrau vom Schnee“, wie die deutsche Übersetzung des Namens lautet, ist der Schutzheiligen Ibizas geweiht. Die einschiffige Kirche entstand im gotischen Stil, in dem der Glockenturm noch heute existiert. Die restliche Kirche hat sich jedoch bei den Umbaumaßnahmen Anfang des 18. Jahrhunderts stark verändert. So erscheint die Kathedrale aus Barockelementen und dem gotischen Turm zusammen gestellt.

Die Kathedrale Santa Maria de les Neus Die Kathedrale Santa Maria de les Neus

Im Gegensatz zur bedeutenden Kathedrale ist die Església de l´Hospital klein und relativ unscheinbar. In der am Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten Kirche befindet sich heute eine Außenstelle des Museums der Zeitgenössischen Kunst. Allerdings kann die Kirche nicht jederzeit besichtigt werden. Geöffnet ist nur, wenn Sonderausstellungen durchgeführt werden.

Nahe der steil abfallenden Felsen in der Nähe des Bollwerks Santa Llúcia gelegen, präsentiert sich malerisch die Església de Sant Domingo. Sie gehörte zum Kloster der Dominikaner, was etwas erstaunt. Mit ihren Kuppeln der Seitenkapellen erinnert das Bauwerk eher an eine Moschee der Mauren. Mit denen hat die Kirche allerdings nichts zu tun, denn ihr Bau begann nach der Mauren-Zeit im Jahre 1592. Am Bau beteiligt waren Baumeister aus Genua. Bis zur Fertigstellung vergingen knapp 100 Jahre. Die Dominikaner sind heute nicht mehr hier zu finden, ihr Orden musste die Kirche und das Kloster aufgeben. Das neben der Kirche gelegene Klostergebäude dient seit 1838 als Rathaus von Eivissa.

Església de Sant Domingo an den Steilfelsen Església de Sant Domingo Altar der Església de Sant Domingo Deckengestaltung der Església de Sant Domingo

Sehenswert ist auf jeden Fall das Innere der Església de Sant Domingo. Die prachtvolle Ausstattung, u.a. mit vergoldeten Altären, beeindruckt sicher jeden Besucher – zumal die Kirche von außen keineswegs einen so luxuriösen Eindruck macht. Von außen ist auch das Ausmaß des mehr als 30 m langen Kirchenschiffs nicht zu erahnen. Es ist mit prächtigen kunstvoll restaurierten Fresken geschmückt. Insgesamt fünf kleine Kapellen verteilen sich rechts und links des Hauptschiffs.

Neben diesen Kirchen hat die Oberstadt noch zwei kleine Kapellen in ihren Mauern, die Capella de Sant Christòfol und die Capella de Sant Ciriac. Letztere ist vor allem durch ihren Standort zu einer gewissen Bekanntheit gekommen. An dieser Stelle soll am 8. August 1235 der erste katalanische Soldat in die damals noch maurische Festung eingedrungen sein.

Museen in der Oberstadt Dalt Vila

Digitalkamerareinigung

Im Laufe der Zeit wurde die Kathedrale Santa Maria de les Neus mehrfach umgebaut und erneuert. Viele der wertvollen Funde, die dabei ausgegraben wurden, sind in einem Museum direkt neben der Kirche zu bewundern. Das Archäologische Museum, das Museu Arqueològic, wurde 1907 gegründet und zeigt sehenswerte Objekte aus der Geschichte Ibizas und Formenteras.

Die ältesten Stücke reichen in die Zeit Karthagos zurück und verdeutlichen auch die umfangreichen Handelsbeziehungen, die damals bestanden. Des weiteren sind zahlreiche Funde aus den Epochen der Römer und Mauren zu sehen und natürlich die Objekte aus der christlichen Zeit. Die Ausstellungsstücke kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen von Kunst und Handwerk, z.B. werden Statuen, Glaswaren, Münzen und Keramik gezeigt. Doch nicht nur die vorgestellten Objekte sind Zeugen der Geschichte Ibizas, auch das Gebäude selbst mit einer Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen bringt einen Einblick in die Entwicklung der Insel. Im Museumsgebäude und dem Eingangsbereich mit der ehemaligen Erlöser-Kapelle, der Capilla el Salvador, sind Elemente des Mudéjar-Stils zu finden. Die Kreuzgewölbe-Decke ist gotisch und auch Barock-Elemente sind zu sehen.

Statue vor dem Museum der Zeitgenössischen Kunst Im Museum für Zeitgenössische Kunst

Am Placa de Vila befindet sich das Museum der Zeitgenössischen Kunst, das Museu d´Art Contemporani. Gezeigt werden hier vorrangig Werke von Künstlern, die von Ibiza stammten oder hier lebten. Die Schau ist nicht übermäßig umfangreich, etwa 400 Exponate sind zu sehen. Doch allein die Menge macht es ja nicht. Im Gegenteil, wir fanden diese relativ kleine Schau angenehm, denn bei so mancher Mammut-Schau kommt man sowieso nicht durch. Besonders hervorgehoben sind die Grafiken, die einen wichtigen Bestandteil der Sammlung ausmachen.

Sehenswert ist aber auch das Gebäude selbst. Von der Terrasse vor dem Haus hat man einen interessanten Blick auf Eivissa und das Denkmal mit der Statue eines liegenden Mannes mit Buch vor dem Eingang des Museums bringt schon den ersten Hauch von Kultur. Leider ist es uns nicht gelungen heraus zu finden, um welche Persönlichkeit es sich dabei handelt. Das Museumsgebäude kann auf eine interessante und wechselvolle Geschichte verweisen. Anfänglich war hier das Waffenarsenal Eivissas untergebracht, später nutzte man es als Militärgefängnis, bis es schließlich friedlicheren Zwecken diente und als Museum die Menschen bildet.

Das Museu Puget ist ganz „frisch“, es existiert erst seit dem Jahre 2007. Zu sehen sind hier Gemälde zweier Künstler aus Ibiza. Der Vater, Narcís Puget Viñas, lebte von 1874 bis 1960, der Sohn Narcís Puget Riquer von 1916 bis 1983. Die Bilder zeigen Motive von Ibiza, davon viele historische vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Neben dieser Personalschau sind im Erdgeschoss verschiedene wechselnde Ausstellungen zu sehen.

Entlang der Festungsmauern von Dalt Vila

In der Oberstadt Dalt Vila findet man zahlreiche Gebäude, die ausgesprochen sehenswert und geschichtsträchtig sind. Kirchen, Museen und auch Wohnhäuser bilden ein Ensemble, das praktisch auf Schritt und Tritt interessante Objekte für den Besucher bereit hält. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dalt Vilas ist jedoch die Festung mit ihren gewaltigen Mauern selbst. Wir würden deshalb Jedem empfehlen, auf einen Rundgang entlang dieser Mauern und Bollwerke keinesfalls zu verzichten.

Das Portal de ses Taules Das Wappen Philipps II. Am Portal

Der wohl beeindruckendste und bekannteste Zugang zur Festung ist das Portal de ses Taules. Es gibt insgesamt drei Zugänge, doch ses Taules ist das Haupttor. Als wir vor diesem Tor standen, wurden uns die monumentalen Ausmaße der Festung erst so richtig bewusst. Der Weg führt vom Alten Markt bergauf, direkt auf Mauern und Tor zu, so dass die Anlagen noch größer erscheinen als sie ohnehin sind.

Der Patio des Armas Der Ausgang des Patio des Armas

Als erstes fiel uns ein riesiges Wappen auf, das über dem Tor thront. Es ist das Wappen Philipps II. - des „düsteren Königs“ - jenes berühmten und berüchtigten katholischen Herrschers, der letztendlich im Kampf gegen England und Elisabeth I. den Kürzeren zog. Auffällig sind weiterhin zwei römische Statuen, die kopflos sind. Das hat aber sicher keine besonderen Hintergründe. Dabei handelt es sich um Kopien der originalen römischen Statuen, die sich im Archäologischen Museum befinden. Das Portal de ses Taules wurde zusammen mit den übrigen Stadtmauern um 1585 fertig gestellt. Die Zugbrücke, die zum Tor führt, entstand jedoch erst Jahre später.

Hinter dem Tor gelangt man in einen von einem Säulengang flankierten Innenhof. Der Hof und die umstehenden Gebäude gehörten einst zum Patio des Armas, dem Waffenhof, in dem eine Wachmannschaft postiert war. Weitere Häuser, die früher dazu gehörten, werden heute als Museum für Zeitgenössische Kunst genutzt. Am Ende des Hofes steht eine weitere Kopie einer römischen Statue.

Kanonen an den Bollwerken der Festung Artilleriestellung in der Festung

Auf dem Rundgang entlang der Festungsmauern kamen wir in kurzen Abständen an massiven Verteidigungsstellungen vorbei, an denen noch die alten Kanonen standen. Hier wird einem bewusst, wie schwer es Angreifern gefallen sein muss, gegen diese wehrhaften Stellungen anzurennen. Brustwehren schützten sowohl die Kanonen als auch die Schützen. Neben den allgemein bekannten Kanonen auf Rädern sind noch einige Falkonetts zu sehen. Diese kleinen Artillerie-Geschütze mit Rückladung setzte man vorrangig im 16. Jahrhundert ein. An der Rückseite dieser Kanonen hingen Töpfe, in denen die Kugeln und das Pulver aufbewahrt wurden. Mit diesen Falkonetts konnte man bis ca. 500 m genau zielen.

Falkonett an der Festungsmauer Buhera über dem Portal Nou

Einige kleine unscheinbare Löcher im Boden in der Nähe des Portals Nou erregten unsere Aufmerksamkeit. Es sind sogenannte Buheras, die sich an den Gusslöchern in mittelalterlichen Burgen orientierten. Damit verteidigte man Tore und Zugänge, indem man Steine auf die Angreifer warf oder sie beschoss. Wir fanden es sehr interessant, durch diese Löcher von oben auf die Passanten herab zu blicken, die nichtsahnend unter uns entlang spazierten. Zu unseren Gunsten muss aber gesagt werden, dass wir die Passanten unbehelligt ließen.

Das Portal Nou Statue des Priesters Isidor Macabich

Das Portal Nou ist einer der Zugänge zur Oberstadt, zwar nicht so beeindruckend wie das Hauptportal ses Taules, aber doch sehr imponierend. Beim Laufen durch den langen von starken Mauern geschützten Tunnel konnten wir zum wiederholten Mal nur staunen und die Erbauer bewundern. Diese gewaltigen, mehrere Meter dicken und hohen Mauern mit den damaligen Mitteln zu errichten, dürfte wirklich eine Meisterleistung gewesen sein.

Eine kleine originelle Sehenswürdigkeit fiel uns noch am anderen Ende der Oberstadt am Carrer de Sa Carossa auf. Hier sitzt einsam und verlassen die Bronze-Staue eines Geistlichen auf einer Bank. Neben der nachdenklich wirkenden Figur liegt ein aufgeschlagenes Buch. Die Statue stellt den von Ibiza stammenden Historiker, Dichter und Priester Isidor Macabich dar. Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, uns neben ihm auf der Bank nieder zu lassen. Ein Gespräch kam aber aus verständlichen Gründen nicht zustande...

Eivissas Unterstadt

Eivissas Unterstadt hat sehr viel weniger Sehenswürdigkeiten zu bieten als die Oberstadt Dalt Vila. Das heißt jedoch bei weitem nicht, dass es hier langweilig wäre. Das Gewirr der Straßen und Gassen ist nicht so eng wie in Dalt Vila, viele der Häuser sind größer und moderner und die steilen Anstiege und Treppen sucht man hier weitgehend vergebens. Aber in der Unterstadt brodelt das Leben. Hier findet man viele Geschäfte sowie Gaststätten und vor allem abends und nachts macht man hier der Bezeichnung Ibizas als Party-Insel alle Ehre.

Eivissas Unterstadt

Wenn es in der Unterstadt einen herausragenden Ort gibt, der wie kein anderer die Touristen anzieht, dann ist das ohne Zweifel der Passeig Vara de Rey. Es ist der Prachtboulevard Eivissas, an dem sich dicht an dicht Straßencafés, Geschäfte und kleine Boutiquen drängen. Hier ist immer etwas los, aber in den Cafés am Straßenrand kann man auch ausruhen und das pulsierende Geschehen auf sich wirken lassen.

Gasse in Eivissas Unterstadt Monumento a Vara de Rey am Passeig Vara de Rey Església de Sant Elm

Die beiden Straßenspuren, an denen Häuser im Kolonialstil stehen, sind durch einen mit Bäumen bewachsenen Mittelstreifen getrennt. Auf diesem kleinen Platz in der Mitte steht ein Denkmal, das vielleicht etwas pompös und kitschig wirkt – aber das haben ja viele Denkmäler gemeinsam. Auf einem protzigen Sockel steht ein den Degen schwingender Mann. Wer nun glaubt, bei der Vergangenheit der Insel könnte das ein Pirat sein, der irrt. Das Monumento a Vara de Rey zeigt den von Ibiza stammenden General Joaquín Vara de Rey i Rubio. Dieser Mann mit dem langen Namen hatte großen Kampfesmut und große Verdienste beim Kampf um die ehemalige spanische Kolonie Kuba bewiesen, was ihm allerdings auch das Leben kostete. Spaniens König Alfonso XIII. ließ ihm daraufhin 1904 dieses Denkmal errichten.

Windmühle am Puig de Molins Karthagische Grabkammern

Im Gegensatz zu den geschichtsträchtigen und des Anschauens werten Kirchen der Oberstadt gibt es in der Unterstadt relativ wenige Gotteshäuser, vor allem keine mit großem touristischen Wert. Etwas auffälliger ist die Església de Sant Elm, weil sich die Kirche mit 26 Metern Länge von den meist sehr kleinen Gotteshäusern Ibizas abhebt. Ihren Namen erhielt sie nach ihrem Standort, dem Carrer Sant Elm. Das Innere der Kirche konnten wir jedoch nicht besichtigen, sie ist meist nur zu den Gottesdiensten geöffnet.

Läuft man wenige Schritte von der Unterstadt aufwärts, kommt man zum Puig des Molins, dem Mühlenberg. Von den zahlreichen Windmühlen, die ihm einst den Namen gaben, ist heute nicht mehr viel zu sehen, lediglich vier sind übrig geblieben. Der Berg kann aber mit einer anderen historischen Sehenswürdigkeit aufwarten. Auf seinem Hang werden etwa 3500 Gräber aus der Zeit der Karthager und der Römer vermutet. Soviel sind bei weitem noch nicht entdeckt und ausgegraben, doch ein Feld der Grabkammern ist heute für Besucher zugängig. Es ist schon ein komisches Gefühl, entlang der offen liegenden Grabkammern zu spazieren und zu wissen, dass hier vor mehreren tausend Jahren Menschen beerdigt wurden. Die Öffnungszeiten sind allerdings sehr eingeschränkt.

Eivissas Hafen

Der Hafen Eivissas ist für eine Stadt in dieser Größenordnung doch ganz monumental. Von den kleinen Fischerbooten über Yachten bis zu riesigen Containerschiffen und großen Fähren reicht die Palette der Schiffe, die hier anlegen. Vor allem von den Yachthäfen an der Nordseite haben die Besucher der Stadt einen bezaubernden Blick über das Wasser zur Altstadt Eivissas mit ihrem beeindruckenden Festungshügel und den gewaltigen Mauern. Wer von „Eivissa Nova“ und „Marina Botafoch“ - so die Bezeichnung der Häfen - hinüber in die Altstadt möchte, kann das per Fuß entlang des Hafenbeckens unternehmen. Der Weg zieht sich allerdings ziemlich hin. Schneller geht es mit dem Linienboot oder dem Bus.

Blick zur Altstadt mit Dalt Vila Am Yachthafen

Speziell Marina Botafoch ist eine gehobene Adresse mit Nobelboutiquen und Restaurants der Oberklasse. Allein rund 60 exquisite Lokale sind hier zu finden – natürlich auch mit exquisiten Preisen. Der Yachthafen selbst bietet 428 Liegeplätze bis zu 30 m Länge. Luxuriöse Schiffe sind hier deshalb keine Seltenheit. Wer etwas auf sich hält, kann die Prominenten-Disco Pacha besuchen, die zu den weltweit exklusivsten und bekanntesten Discotheken gehört. Man sollte allerdings genügend „Kleingeld“ einstecken haben, ein normaler Wochenverdienst ist hier schnell ausgegeben. Man kann auch über den Passeig Joan Carles I. bummeln und kommt dann bis zur Halbinsel Illa Grossa mit dem Leuchtturm Far des Botafoch.

Die Fähre bei der Einfahrt in den Hafen Die Fähre nach Formentera

Der Hafen von Eivissa dient ebenso als „Sprungbrett“ für einen Ausflug zur kleinen Nachbarinsel Formentera oder für eine längere Tour nach Valencia, der wunderschönen Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Wer mit den großen Pötten nach Formentera übersetzen will, kann zwischen den Personenfähren und den Autofähren wählen. Letzteres wird jedoch für die Wenigsten interessant sein. Diese Schiffe fahren seltener, die Kosten sind für einen Tagesausflug wenig attraktiv und mit einem Mietauto ist das Verlassen Ibizas meist nicht erlaubt.

Der Obelisco a los Corsarios Das Denkmal Der Mann vom Meer

Die Personenfähren verkehren im Sommer zwischen 7.30 Uhr und 20.30 Uhr. Inwieweit solch ein Tagesausflug nach Formentera Sinn macht, muss jeder für sich entscheiden. Wir hatten jedenfalls darauf verzichtet. Die Überfahrt ist nicht gerade billig, bei mehreren Personen kommt ein stattlicher Preis zusammen. Ohne Fahrzeug kann man Formentera auch nur sehr eingeschränkt erkunden, von der Insel sieht man dann relativ wenig.

Vor dem Zugang zur Altstadt ist ein kleiner Platz eingerichtet, an dem man auf Bänken verweilen und auf die Schiffe schauen kann. Hier steht das Denkmal „Der Mann vom Meer“, das einen Seemann am Steuerruder zeigt. Nur wenig weiter, an der Mole, fällt ein steinerner Obelisk ins Auge, der eigentlich recht unscheinbar wirkt aber doch von Bedeutung ist. Immerhin handelt es sich beim Obelisco a los Corsarios um das einzige Korsaren-Denkmal, das im Mittelmeerraum existiert. Es erinnert an den Korsaren Antonio Riquer Arabi, der 1809 hier im Hafen eine britische Fregatte versenkte.

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