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Rund ums Rathaus und Hamburgs Innenstadt

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Hamburgs beeindruckendes Rathaus steht mitten in der Altstadt, fast am Ufer der Binnenalster. So wird neben seiner Bedeutung für die Verwaltung und Politik der Hansestadt auch sein touristischer Wert deutlich, denn die unmittelbare Umgebung ist voller interessanter und imponierender Sehenswürdigkeiten. Der Besucher Hamburgs findet hier auf engstem Raum eine Mischung von kunsthistorisch wertvollen Gebäuden aus vergangenen Jahrhunderten neben meist gelungenen Neubauten, die oft mit Ladenpassagen den Trubel in der Stadt fördern. Dabei lassen sich alle diese Sehenswürdigkeiten problemlos per Fuß erkunden.

Der Rathausmarkt und das Hamburger Rathaus

Es ist ein sehr großzügiger Platz, der Rathausmarkt mit dem imposanten Bau des Rathaus–Gebäudes. Mit seinem dominierenden 112 m hohen Mittelturm wird das im Neorenaissance–Stil errichtete Rathaus zum Blickfang und beeindruckendem Highlight des Platzes. Eigentlich hatte der berühmte Baumeister Gottfried Semper geplant, den Rathausmarkt ganz nach dem Vorbild des weltbekannten Markusplatzes in Venedig zu gestalten. Von dieser Idee ist nicht all zu viel übrig geblieben, aber eine Wasser–Anbindung hat der Rathausmarkt doch. Der Platz grenzt an die Kleine Alster mit den etwas an südländische Architektur erinnernden Alsterarkaden.

Der Rathausplatz mit dem Hamburger Rathaus

Das Hamburger Rathaus ist nicht nur ein sehr sehenswertes Gebäude, sondern es beeindruckt den Besucher auch mit den Daten des Baues und vielen interessanten Details. Im Haus mit den beachtlichen Ausmaßen von 70 x 111m gibt es die bemerkenswerte Anzahl von 647 Räumen, von denen mehrere sehr prächtig ausgestattet sind. Ein besonderes Kleinod ist dabei der Große Festsaal, der prunkvoll mit Wandgemälden, riesigen Kronleuchtern und einer kunstvollen Deckengestaltung ausgestattet ist.

Das Hamburger Rathaus

Vorrangig die Gebäudefront am Rathausmarkt ist sehr aufwändig gestaltet. Verzierungen und Figurenschmuck lassen die Prachtseite des Rathauses zu einer Augenweide werden. Zu den bemerkenswertesten gehören 20 Bronzestatuen, die ehemalige deutsche Kaiser darstellen. Über dem Portal prangt eine goldene lateinische Inschrift, die auf Hamburgs Tradition als Freie Hansestadt verweist. Latein–Kundige übersetzen sie so: "Die Freiheit, welche die Vorfahren erworben haben, soll die Nachwelt zu erhalten versuchen".

Der reichverzierte Rathausturm Mosaik über dem Eingangsportal

Man kann bei diesem Bau erahnen, welche große wirtschaftliche Bedeutung die Hansestadt hatte. Das wird noch dadurch unterstrichen, dass eine direkte Verbindung zum Gebäude der Börse an der Rückseite des Rathauses besteht. Wer nun den Wunsch hat, das Rathaus in seiner Gesamtheit zu besichtigen, also auch die Innenräume zu sehen, der ist nicht chancenlos. Es werden Führungen angeboten, bei denen u.a. verschiedene imposante Säle zu sehen sind. Neben dem Großen Festsaal sind das der Kaisersaal, der Bürgersaal, der Bürgermeistersaal, der Phönixsaal und der Turmsaal. Sollte es mit der Besichtigung nicht klappen, können wir auf jeden Fall empfehlen, zumindest die öffentlich zugängliche Rathausdiele zu besuchen. Wir waren beeindruckt von diesem Raum, einem Sterngewölbe, das von 16 Säulen aus Sandstein getragen wird.

Die Rathausdiele

Die Geschichte des Hamburger Rathauses reicht weit zurück, auch wenn das heutige Gebäude mit seinen Vorgängern nicht mehr viel zu tun hat. Die ersten beiden Rathäuser entstanden im 12. Jahrhundert und existierten gleichzeitig bis zum Zusammenschluss der Altstadt und der Neustadt. Viel ist über diese ersten Ratsgebäude nicht mehr bekannt.

Nach diesem Zusammenschluss entstand im Jahre 1216 ein neues aber wenig imposantes Rathaus für die nun vereinigte Stadt, das aber schon 1284 durch einen Stadtbrand vernichtet wurde. Das anschließend errichtete Rathaus-Gebäude entsprach dann schon eher der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung der aufblühenden Hansestadt. Immerhin rund fünfhundert Jahre lang existierte dieser Bau, auch wenn er im Laufe der Zeit immer wieder verändert wurde. Ziemlich baufällig geworden, fiel er dem Großen Brand von 1842 zum Opfer, allerdings indirekt. Er wurde gesprengt, um den wütenden Flammen keine weitere Angriffsfläche zu bieten.

Der Rathausturm Das Denkmal Heinrich Heines

Was dann folgte, war ein Jahrzehnte andauerndes Provisorium. Das Waisenhaus wurde für diese Zeit Sitz des Senats. Auf Dauer war das jedoch für eine Stadt wie Hamburg keine Lösung, und so begann 1886 der Neubau. Im Jahre 1897 konnte er eingeweiht werden. Das Rathaus, an dessen Gestaltung Künstler aus ganz Deutschland teilnahmen, ist auch eine technische Meisterleistung. Wegen des morastigen Untergrundes musste der Boden erst durch 4000 Holzpfähle stabilisiert werden.

Der großzügig gestaltete Rathausmarkt ist immer belebt und einer der zentralen Haltepunkte für Buslinien. An der Südseite des Platzes stand ein Denkmal des deutschen Dichters Heinrich Heine. Wegen Heines jüdischen Wurzeln zerstörten es die Nationalsozialisten 1933. Seit 1982 befindet sich hier ein neues Denkmal des Dichters.

Mahnmal St. Nikolai

Der Turm der ehemaligen Kirche St. Nikolai ragt weithin sichtbar über die Hamburger Innenstadt hinaus. Immerhin ist er mit 147 m Höhe der dritthöchste Deutschlands. Die Kirche selbst existiert allerdings nicht mehr, von ihr sind neben dem Turm nur noch das Gewölbe und einige Mauerreste vorhanden. Wie so viele wertvolle und kulturhistorisch wichtige Bauten wurde sie im Bombenhagel des 2. Weltkrieges zerstört. Rund 20 Jahre später entstand eine neue Nikolaikirche an anderer Stelle. Der Turm und die Fragmente des zerstörten Bauwerks wurden jedoch als Mahnmal stehen gelassen und sind zu einer beeindruckenden Sehenswürdigkeit Hamburgs geworden.

Turm des Mahnmals St. Nikolai mit der Eingangspyramide

Wir möchten einen Besuch der Kirchenruine auf jeden Fall empfehlen, denn den Verantwortlichen ist auf dem Terrain eine sehr interessante und sehenswerte Gestaltung gelungen. Im Mittelpunkt des Geländes wurde eine Glaspyramide errichtet, durch die der Zugang zur Krypta möglich ist. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Neben einigen kleineren Plastiken und anderen Kunstwerken fällt vor allem die überlebensgroße Skulptur "Erden Engel" auf, die unserer Ansicht nach sehr gut gelungen ist und auch in ihrer Form ein eindrucksvolles Pendant zum Kirchturm darstellt.

Hände, Detail der Skulptur Erden Engel Turm des Mahnmals St. Nikolai und Skulptur Erden Engel

Der Turm im gotischen Münsterstil erhielt 1993 eines der größten Glockenspiele Deutschlands. Jeweils zur vollen Stunde und außerdem bei Live-Konzerten wird eine kleine Melodie gespielt. Im Inneren des Turms kann der Besucher eine Kopie des Mosaiks des Gekreuzigten Jesus sehen. Das Original von Oskar Kokoschka ist in der neuen Nikolaikirche zu bewundern.

Skulptur Prüfung auf dem Gelände des Mahnmals St. Nikolai

Ein touristisches Highlight ist der gläserne Lift, mit dem Besucher auf den Turm fahren können. Zwar werden die 147 m Gesamthöhe nicht erreicht, doch auch die Aussicht aus 76 m Höhe über Hamburg ist faszinierend.Wir ließen uns dieses Erlebnis jedenfalls nicht entgehen und waren begeistert vom Blick zum Hafen, über die Speicherstadt und zu den anderen Kirchen, darunter dem berühmten "Michel". Das Vergnügen ist preislich akzeptabel und auch für Behinderte möglich, denn der Lift ist behindertengerecht. Der Aufstieg, oder besser gesagt, die Fahrt nach oben, ist täglich von 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr möglich. Wir hatten zudem das Glück, dass wir bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf dem Turm waren. Doch auch bei ungünstigerem Wetter sollte man sich den Ausblick nicht entgehen lassen.

Die Geschichte der Nikolaikirche reicht weit zurück, bis ins 12. Jahrhundert. Den Anfang machte eine Kapelle, die im Jahre 1195 als St. Nikolai für die um diese Zeit gegründete Neustadt errichtet wurde. In den folgenden zwei Jahrhunderten wurde diese Kapelle nach und nach durch An- und Umbauten zu einer Hallenkirche aus Backsteinen erweitert. Über viele Jahrhunderte stand dieses Bauwerk, bis es dem Großen Stadtbrand 1842 zum Opfer fiel. Von 1846 bis 1874 erfolgte ein Neubau im neogotischen Stil mit dem bemerkenswerten Turm. Dem Bauwerk war jedoch keine all zu lange Zeit gegönnt. Schon rund 70 Jahre später erfolgte im 2. Weltkrieg die erneute Zerstörung.

Der Gänsemarkt

Auf dem Gänsemarkt wurde mit dem Federvieh gehandelt. Der Gedanke liegt bei dieser Namensgebung nahe, doch ist er völlig falsch. Der Hamburger Gänsemarkt war nie ein Umschlags- und Handelsplatz für Geflügel. Wie es zu dieser Bezeichnung kam, dafür gibt es unterschiedliche Deutungen. Eine Variante ist, dass über den seit 1709 Gänsemarkt genannten Platz Gänse vor das Dammtor getrieben wurden. Eine andere Auslegung besagt, dass der Platz nach einem Hamburger Kaufmann benannt wurde. Wie dem auch sei, der Gänsemarkt ist einer der wichtigsten zentralen Orte Hamburgs, sowohl was die Lage als auch die Bedeutung betrifft.

Der Gänsemarkt mit dem Lessing-Denkmal

Begrenzt wird der Platz durch schöne und teils prächtige Bauten, in denen zahlreiche Geschäfte und Gaststätten auf Kundschaft hoffen. Auch einige der bemerkenswerten Hamburger Handelspassagen münden auf den Platz genauso wie der Jungfernstieg, eine der bekanntesten Prachtstraßen Hamburgs. Die Gänsemarkt-Passage und die Gerhof-Passage lassen die Herzen der Einkaufs-Willigen höher schlagen.

Darstellung der Hydra am Lessing-Denkmal Relief des Hermann Samuel Reimarus am Lessing-Denkmal

Ein Gebäude, das sofort ins Auge fällt, ist das Haus der Finanzbehörde. Das zwischen 1918 und 1926 erbaute Bauwerk mit seiner markanten Klinkerfassade und der Rundturmecke hat zudem noch einige kleine Kostbarkeiten auszuweisen, verschiedene künstlerisch gestaltete Keramiken im Eingangsbereich. Auch verkehrstechnisch spielt der Platz eine bedeutende Rolle. Hier halten mehrere Buslinien und es gibt eine Station der U-Bahnlinie 2.

Auf dem Gänsemarkt ist ein Denkmal zu finden, das an den Dichter und Philosophen Gotthold Ephraim Lessing erinnert. Er ist zwar kein geborener Hamburger, aber er verbrachte einige wichtige Jahre als Intendant des Deutschen Nationaltheaters in der Hansestadt. Die Uraufführung des Lessing-Stückes "Minna von Barnhelm" fand 1767 hier statt. Im Jahre 1881 wurde das Denkmal aufgestellt, das Lessing auf einem Stuhl sitzend darstellt. Der Sockel ist mit Reliefs gestaltet, die Personen zeigen, die einen Bezug zum Dichter hatten.

Kontorhausviertel mit Chilehaus und dem Bürohaus Deichtor

Das Kontorhausviertel besteht aus Gebäudekomplexen mit Häusern, die vorrangig als Klinkerbau errichtet wurden. Das Viertel mit seiner eigenwilligen und einprägsamen Architektur befindet sich im Südosten der Hamburger Altstadt in der Nähe des Deichtor-Platzes. Wie der Name andeutet, ist es ein großes Areal mit Bürogebäuden, die vorrangig den Kaufleuten als Kontor dienten. Früher standen in diesem Bereich eng gedrängt kleine Häuschen in engen Gassen, durchzogen von Fleeten. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts musste diese enge Bebauung den Klinkerbauten der Kontorhäuser weichen.

Das Kontorhausviertel vom Highflyer gesehen

Besonders interessant wirkt der Komplex aus der Vogelperspektive. So lässt sich die Gliederung der Klinkerbauten und ihre teilweise ungewöhnliche Form am besten erkennen. Sehr schöne Möglichkeiten für diesen Blick von oben bietet der Kirchturm von St. Petri und eine Fahrt mit dem Highflyer, einem Fesselballon an den Deichtorhallen. Letzteres hatten wir unternommen und waren begeistert von der Aussicht, die sich auf diese Weise bietet.

Das Chilehaus Detail am Chilehaus

Doch nicht nur das Ensemble ist hochinteressant, auch einzelne Gebäude lohnen für eine nähere Betrachtung. Da wäre zuerst das Chilehaus zu nennen, ein markanter Klinkerbau mit 36.000 m² Nutzfläche und dem spitzesten Fassadenwinkel in Europa. Mit dieser Bauform erinnert das Haus an ein Passagierschiff mit einem imposanten steilen Schiffsbug. Das denkmalgeschützte Gebäude entstand 1924 und ist seitdem ein Wahrzeichen der Hansestadt. Seit kurzem ist es in der Liste der UNESCO zum Kulturerbe der Welt aufgenommen.

Ansehens wert sind auf jeden Fall auch die reichhaltigen Verzierungen des Gebäudes und der Figurenschmuck des Bildhauers Lothar Fischer. Die Fassaden werden durch die stattliche Zahl von 2800 Fenstern durchbrochen.Die weiß gestrichenen Fenster heben sich sehr gut von der dunklen Klinkerstein-Fassade ab.

Auch im Kontorhausviertel zu finden ist der Sprinkenhof, der drei Innenhöfe umschließt und zur Zeit seiner Errichtung von 1927 bis 1943 Hamburgs größter Bürokomplex war. Der Meßberghof, der seit 1983 unter Denkmalschutz steht, wurde zeitgleich mit dem Chilehaus erbaut. Ursprünglich hieß das Gebäude Ballin-Haus, doch da es nach einem jüdischen Bürger benannt war, musste es 1938 in Meßberghof umbenannt werden. Im Pressehaus befindet sich noch heute die Redaktion der Zeitung "Die Zeit", während andere Verlage nicht mehr dort zu finden sind. Das Miramarhaus war 1921/22 das erste Kontorhaus im Viertel.

Das Bürohaus Deichtor

Eine ähnliche Form wie das Chilehaus, wenn auch schnörkelloser und glatter, weist das Bürohaus Deichtor auf. Es steht zwar nicht direkt im Kontorhausviertel, aber es schließt direkt an dieses an. Das Bauwerk mutet ziemlich futuristisch an, aber unserer Meinung nach passt es sich gut in die umgebende Architektur ein. Die moderne Glasfassade wird durch unterschiedliche Elemente und vier große Wintergärten unterbrochen und aufgelockert. Die Mitarbeiter können ihre Mittagspause originell im Strandkorb verbringen.

Die Hauptkirche St. Petri

Die Petrikirche kann sich mit dem Attribut schmücken, Hamburgs älteste Pfarrkirche zu sein. Mit ihrer Lage an der Mönckebergstraße, einer der wichtigsten Einkaufsmeilen der Hansestadt, und ihrer Nähe zum Rathaus hat sie einen exponierten Standort. Die Kirche, die auf eine lange Geschichte zurück blicken kann, wurde nach dem Apostel Petrus benannt.

Digitalkamerareinigung Die Hauptkirche St. Petri

Erwähnt wurde der Bau erstmals im Jahre 1195, damals allerdings noch nicht als Petrikirche. Der Name St. Petri tauchte zuerst um 1220 auf. Anfang des 14. Jahrhunderts ersetzte man das Bauwerk durch einen dreischiffigen Neubau im Stil der Gotik. In den folgenden Jahrhunderten wurde weiter an der Kirche gebaut, so errichtete man 1516 einen neuen Turm.

Der Große Brand von 1842, der riesige Schäden in Hamburg anrichtete, zerstörte auch die Petrikirche. Glücklicherweise konnten jedoch viele der in und an der Kirche vorhandenen Kunstwerke gerettet werden. Der bronzene Türzieher, der als ältestes Kunstwerk der Stadt gilt, ist heute am linken Türflügel des Hauptportals zu finden. Das alte Südportal im Stil der Renaissance steht im Innenhof des Museums für Hamburger Geschichte.

Die Hamburger begannen bald mit dem erneuten Aufbau und konnten ihre Petrikirche 1849 einweihen. Der 132m hohe Turm allerdings wurde erst 1878 fertig. Wer über genügend Puste verfügt, kann den Turm über 544 Stufen ersteigen und hat in 123m Höhe einen schönen Ausblick über die Hamburger Innenstadt. Jeden Donnerstag 15.00 Uhr und jeden 1. Sonntag im Monat nach dem Gottesdienst erfolgen kostenlose Kirchenführungen, bei denen viel zur Geschichte der Petrikirche und ihrer Kunstwerke zu erfahren ist. Es ist nicht wenig, was in der Kirche an sehenswerter Kunst zu finden ist, so das große Marmorrelief "Grablegung Christi", der "Grabower Altar" und die Statuen der Evangelisten.

Die evangelische Hauptkirche St. Jacobi

Praktisch nur einen Steinwurf von der Petrikirche entfernt steht eine weitere der Hauptkirchen Hamburgs, die Jacobikirche. Was als erstes ins Auge fällt, ist der Kirchturm mit seiner außergewöhnlichen Spitze. Nach den Zerstörungen des Krieges wurde die Kirche bis 1963 wieder aufgebaut. Dabei erhielt sie aber einen neu gestalteten Turmhelm, der sich durch seine ungewöhnliche und markante Form einprägt und die Kirche unverwechselbar macht.

Die evangelische Hauptkirche St. Jacobi

Begonnen hatte die Geschichte des Bauwerks mit einer kleinen Kapelle an einem mittelalterlichen Pilgerweg. Die Kapelle wurde im 14. Jahrhundert durch ein dreischiffiges Backsteingebäude ersetzt. In den folgenden Jahrhunderten erfolgten dann weitere Anbauten. Bemerkenswert sind die reichhaltigen und wertvollen Kunstschätze in der Jacobikirche. Zu nennen wäre als erstes Nordeuropas größte erhaltene Barockorgel. Mit ihren 4.000 Pfeifen und 60 Registern ist sie ein überaus bemerkenswertes Musikinstrument. Die Glasfenster des Hauptchores sind zwar neueren Datums, aber auch überaus sehenswert. Gleich drei Altäre aus dem Mittelalter sind in der Kirche zu finden, der Lukasaltar von 1499, der Trinitatisaltar von 1510 und der Petrialtar von 1508.

Führungen durch die Kirche werden regelmäßig angeboten. Jeden 1. und 3. Samstag im Monat um 14.00 Uhr und jeden 2. Mittwoch im Monat um 11.30 Uhr können interessierte Besucher an diesen kostenlosen Führungen teilnehmen. Außerdem finden jeden Donnerstag 12.00 Uhr Orgelführungen mit Hörproben statt. Konzerte kann man auch in der Kirche erleben. Feste Termine gibt es dafür aber nicht. Interessenten sollten die entsprechenden Termine erfragen.

Theater der Hamburger Innenstadt

Hamburgs Innenstadt ist der Sitz einiger in ganz Deutschland bekannter Theater. Zu diesem Bekanntheitsgrad hat auch ein Medium beigetragen, das eigentlich konträr ist – das Fernsehen. Es gibt wohl kaum einen Menschen in Deutschland, der noch nie eine Aufführung des Hamburger Ohnsorg-Theaters gesehen oder zumindest davon gehört hat. Besonders zu Zeiten der legendären Ur-Hamburgerin und Volksschauspielerin Heidi Kabel war das Theater in aller Munde.

Eingangsschild des Ohnsorg-Theaters

Von außen eher unscheinbar verrät nur ein Schild den Eingang zum Theater in der Große Bleichen, einer der bekanntesten Straßen Hamburgs, die in den Jungfernstieg mündet. Die Tradition des Hauses begann schon 1902 mit dem Namensgeber Dr. Richard Ohnsorg, damals allerdings noch nicht unter dieser Bezeichnung. Den Namen des Gründers erhielt das Theater 1946. Die Liste der berühmten Schauspieler und Intendanten, die am Ohnsorg-Theater wirkten, ist lang.

Das Thalia Theater

Nicht minder bekannt, aber mit anderer künstlerischer Ausrichtung, ist das Thalia-Theater eines von drei Hamburger Staatstheatern. Zum Repertoire des Hauses gehören Klassiker genauso wie Stücke moderner Autoren. Das Theater gibt es schon seit 1843, allerdings in einem Gebäude, das heute nicht mehr existiert. Das heutige Haus steht seit dem Neubau 1912 am Gerhart-Hauptmann-Platz, etwa auf halber Strecke zwischen Rathaus und Hauptbahnhof. Ursprünglich hatte es 1300 Plätze, heute sind es rund 1000.

Die Hamburgische Staatsoper an der Großen Theaterstraße hat eine Tradition, die mehr als 300 Jahre zurück reicht. Sie war das erste öffentliche Opernhaus auf deutschem Gebiet. Da es zur damaligen Zeit den einheitlichen deutschen Staat noch nicht gab, fungierte die Oper noch nicht als Staatsoper sondern unter der Bezeichnung Opern-Theatrum. Nach einer wechselhaften Geschichte residierte die Oper seit 1827 in einem prachtvollen Haus des berühmten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Leider wurde dieser wundervolle Bau im 2. Weltkrieg zerstört. Der Neubau ist bei weitem nicht so kunstvoll wie der Schinkel´sche sondern ausgesprochen nüchtern und sachlich. Der Qualität der Aufführungen tut dies allerdings keinen Abbruch. Künstler von Weltrang sorgen dafür, dass der gute Ruf der Hamburgischen Staatsoper gewahrt bleibt und die immerhin 1690 Sitzplätze genutzt werden.

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