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Rund um die Hamburger Landungsbrücken

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Wo ist Hamburg authentischer als an den Landungsbrücken mit dem Flair des weiten Meeres und dem Fernweh? Auch wenn man hier noch lange nicht am eigentlichen Meer ist, bietet doch der Blick auf die Boote oder größeren Schiffe und zum Hafen die Gewissheit, in einer Stadt mit Anschluss an die große weite Welt zu sein.

Hier sammeln sich tagtäglich Heerscharen von Touristen um ihre Stadtrundfahrt zu erleben, die an den Landungsbrücken beginnt; eine Hafenrundfahrt zu buchen oder die Museumsschiffe Rickmer Rickmers und Cap San Diego zu besichtigen. Wer sich nicht aufs Wasser oder in den Bus wagt, bekommt hier trotzdem keine Langeweile. An den Landungsbrücken ist immer etwas los, allein der Blick vom Ufer zu den unzähligen Booten ist eine Augenweide.

Läuft man ein kleines Stück, kann man das U-Boot besichtigen, das am Ufer verankert ist oder sich in den Untergrund, den Elbtunnel, wagen. Der ist auch für Fußgänger geöffnet. Die Fischauktionshalle ist ein Erlebnis, allerdings nur am Wochenende. Innerhalb der Woche bleibt sie ein zweifellos interessanter Bau, jedoch ohne das Flair des Handels und des dazugehörigen Trubels.

Der Alte Elbtunnel

Sein Bau war eine große Erleichterung für den immer mehr anwachsenden Verkehr zu Anfang des vorigen Jahrhunderts. Die Brücken und die Fähren schafften diese Anforderungen nicht mehr und so entstanden die Pläne für eine Unterquerung der Elbe. Von 1907 bis 1911 erfolgte der Durchstich, der von den Landungsbrücken bis zur Werftinsel Steinwerder reicht.

Der Kuppelbau des Alten Elbtunnels und die Landungsbrücken

Der markante Kuppelbau auf der St.-Pauli-Seite ergänzt das Ensemble der Landungsbrücken und hat sich zu einem der Wahrzeichen Hamburgs entwickelt. Zu einem Wahrzeichen, das genutzt wird, denn im Gebäude befinden sich die Maschinerie zum Betreiben des Tunnels sowie vier große Aufzüge. Sowohl die Menschen als auch die Autos werden mit diesen Fahrstühlen in die Tunnel in 24 m Tiefe befördert. Für die Unterquerung der Elbe stehen zwei jeweils 426,5 m lange Röhren mit einem Durchmesser von 6 m zur Verfügung. Fußgänger können die Röhren in beiden Richtungen passieren, für den Autoverkehr ist die Fahrbahn als Einbahnstraße eingerichtet. Das ist verständlich, denn breit sind die vorhandenen Fahrspuren wahrlich nicht.

Die Tunnelröhre des Alten Elbtunnels

Wir haben uns das Erlebnis der Elbe-Unterquerung natürlich nicht entgehen lassen. Zu Fuß ging es von den Landungsbrücken bis nach Steinwerder. Die Fahrt in die Tiefe und die anschließende Wanderung durch den Tunnel bis Steinwerder ist eine Sache, die einfach zur Erkundung Hamburgs dazugehört. Der Alte Elbtunnel ist ein technisches Bauwerk, aber durch sein nostalgisches Aussehen und den gepflegten Zustand auch optisch ein Ereignis. Dazu kommt das Erlebnis des Ganges durch die enge Röhre, die gerade ausreichend Platz für schmale Fußwege und eine Fahrbahn in Autobreite bietet.

Der Spaziergang durch den Tunnel lohnte nicht nur wegen dieses Ausflugs in den Untergrund. Auf der Steinwerder Seite erwartete uns ein fantastischer Panorama-Blick über Hamburg mit dem Hafen, dem Michel, dem Bismarck-Denkmal und dem Museumsschiff "Rickmer Rickmers". Wenn noch das Wetter mitspielt, ist dieser Blick unvergleichlich.

Seit 2003 ist der Alte Elbtunnel denkmalgeschützt, eine sehr gute Entscheidung, wie wir finden. Fußgänger und Radfahrer können den Tunnel kostenlos benutzen, für sie ist der Tunnel durchgehend geöffnet. Autos kosten eine geringe Gebühr und hier bestehen Beschränkungen bezüglich der Größe der Fahrzeuge. Bei der Enge in den Röhren ist das verständlich. An den Wochenenden und nachts ist der Tunnel für Autos geschlossen.

Das Museumsschiff "Rickmer Rickmers"

Unter all den schmucken Schiffen rund um die Landungsbrücken fällt eines besonders auf, das Museumsschiff "Rickmer Rickmers". Das grün gestrichene Segelschiff ist eines der letzten seiner Art. Gebaut wurde es 1896 in Bremerhaven und diente einige Zeit als Frachtschiff nach Ostindien, obwohl die Konkurrenz der Dampfschiffe immer mächtiger wurde. Während des 1. Weltkrieges wurde die "Rickmer Rickmers" vor den portugiesischen Azoren beschlagnahmt. In den folgenden Jahrzehnten fuhr sie als Segelschulschiff unter der portugiesischen Flagge, bis sie 1962 ausgemustert wurde.

Das Museumsschiff Rickmer Rickmers Die Kombüse Die Offiziersmesse

Glücklicherweise erwarb sie 1983 der Hamburger Verein "Windjammer für Hamburg". Nach der Restaurierung, durch welche die ganze Schönheit des Schiffes zutage trat, liegt sie heute an den Landungsbrücken und kann täglich von 10.00 Uhr bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Lassen Sie sich diese Besichtigung nicht entgehen. Wir finden jedenfalls, ein solch schönes Schiff findet man heute nur noch ganz selten.

Schon von außen ist das Schiff ein Schmuckstück, und innen kann man die ganze Handwerkskunst dieser Zeit bewundern. Fotografen kommen hier natürlich mehr als auf ihre Kosten, das Spiel mit den Formen und Farben lässt die Verschlüsse der Fotoapparate glühen. Wer zwischendurch etwas entspannen möchte, kann dies ganz hervorragend im Restaurant der "Rickmer Rickmers".

Detail des Steuerrades Das Restaurant Die Galionsfigur

Der Großsegler mit Stahlrumpf ist 97m lang und 12,20m breit. An den 50m hohen Masten gibt es insgesamt rund 3500 m² Segelfläche. Zu seiner aktiven Zeit hatte es 1980 Bruttoregistertonnen und 3067 Ladetonnen. Zur Mannschaft zählten der Kapitän, zwei Steuerleute, 11 Voll- und 3 Leichtmatrosen sowie je 1 Segelmacher, Donkeyman, Zimmermann und Koch. Benannt wurde das Schiff nach dem Enkel des Werftgründers, der als Galionsfigur den nach ihm benannten Segler immer begleitete.

Die Fischauktionshalle

Digitalkamerareinigung

Ein Stück muss man schon die Große Elbstraße am Ufer entlanglaufen, um von den Landungsbrücken zur Fischauktionshalle zu kommen. Es ist eine interessante Erscheinung, dieses Bauwerk aus dem Jahre 1896. Die dreischiffige Halle aus einer Eisenskelett-Konstruktion, verkleidet mit Backsteinen und mit einer großen Kuppel als schmückendes Element, bietet von außen einen Anblick, der den Besuch lohnt. In der Woche steht man allerdings vor verschlossenen Türen, das Innere ist dann nicht zu sehen.

Die Fischauktionshalle

So richtig interessant wird es sonntags, wenn hier der Fischmarkt stattfindet und auch die Halle geöffnet ist. Es heißt jedoch zeitig aufstehen, im Sommer beginnt das Spektakel schon 5.00 Uhr früh. Im Winterhalbjahr kann man länger schlafen, dann geht es 7.00 Uhr los. Allerdings sind dann oft auch die Morgenstunden wettermäßig unangenehmer.

Begonnen hatte alles im 18. Jahrhundert, als an dieser Stelle vor dem Gottesdienst am Sonntag von den Fischern der frische Fang angeboten wurde. Heute gibt es hier auch Fisch, doch inzwischen reicht die Palette der angebotenen Waren von Obst und Gemüse über andere Lebensmittel bis zum reinen Trödel. Die Marktschreier geben sich alle Mühe, ihr Angebot an den Mann oder die Frau zu bringen. Wer noch nicht gefrühstückt hat oder die Tour durch die Gaststätten fortsetzen möchte, hat eine große Auswahl geöffneter Bars und Hafenkneipen. Um 9.30 Uhr ist dann wieder alles vorbei und bis zum nächsten Sonntag früh zieht Ruhe ein.

Das Museumsschiff Cap San Diego

Hamburgs zweites bedeutendes Museumsschiff, die Cap San Diego, kann sich auch mit Lorbeeren schmücken. Es ist das größte zivile Museumsschiff der Welt, das noch fahrtüchtig ist. Einstmals gehörte es zu einer Serie von sechs schnellen Stückgut-Frachtern, die in den Jahren 1961/62 in Hamburg gebaut wurden und vorrangig nach Südamerika fuhren. 1981 war Schluss, die Frachter wurden außer Dienst gestellt.

Glücklicherweise verschrottete man jedoch nicht alle sechs, sondern baute die Cap San Diego als Museumsschiff aus, das heute an den Landungsbrücken liegt. Einmal im Jahr geht es noch mal "auf große Fahrt", allerdings nicht nach Südamerika sondern lediglich bis Kiel. Trotzdem sind diese Fahrten immer ein Erlebnis. Die Chance, daran teilzunehmen, ist aber sehr gering.

Das Museumsschiff Cap San Diego Das Museumsschiff Cap San Diego

Doch auch eine Besichtigung an der Anlegestelle ist sehr interessant und reizvoll. Wir waren jedenfalls begeistert vom schmucken Schiff und den Ausstellungen, die auf ihm zu sehen sind. Täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr steht das Schiff den Besuchern offen und kann von der Brücke bis zu den Laderäumen besichtigt werden. Das allein fanden wir schon den Eintritt wert, doch daneben gibt es auch wechselnde Ausstellungen sowie die Dauer-Ausstellung "Ein Koffer voller Hoffnung", die einen zusätzlichen Reiz in die Schiffsbegehung bringen. Für Leute, die gar nicht wieder vom Schiff wollen, besteht die Möglichkeit der Übernachtung in der Einzel- oder Doppelkabine oder sogar in der Kapitänssuite.

Die Kommandobrücke der Cap San Diego Ausstellung in den Laderäumen

Wer sich zwischendurch ausruhen und etwas essen und trinken möchte, der kann das im Bord-Bistro. Wenn dann noch Geld übrig ist, lädt der Cap San Diego Shop an der Überseebrücke ein, aus den zahlreichen Souvenirs das Passende zu finden. Neben den überall anzutreffenden Andenken, wie Schlüsselanhänger, Frühstücksbrettchen oder T-Shirts, kann man auch hochwertige Taschen aus Segeltuch erwerben.

Etwas ganz Besonderes können sich Seminar- oder Tagungsgruppen an Bord gönnen. Die Cap San Diego hat den einzigen schwimmenden Hochseilgarten Deutschlands. Es gehören schon Mut, Schwindelfreiheit und viel Teamgeist dazu, in 30 m Höhe über ein dünnes Stahlseil von Mast zu Mast zu balancieren. Gruppen von 10 bis 50 Personen können sich dafür anmelden.

Beim Rundgang erfährt man viel über die beeindruckende Technik und Bauweise des Schiffes. Die Cap San Diego ist knapp 160 m lang und bis zu 21,5 m breit. Die Tragfähigkeit beträgt 10.700 Tonnen und die höchstmögliche Geschwindigkeit liegt bei 20,3 Knoten. Die Hauptmaschine hat immerhin 11.650 PS, dazu kommen noch 4 Hilfsdiesel mit je 500 PS zur Stromerzeugung.

Hafenrundfahrten von den St. Pauli-Landungsbrücken

Unzweifelhaft der Renner bei den Hamburg-Unternehmungen sind die Hafenrundfahrten, ein touristisches Highlight, das man nur in relativ wenigen Städten erleben kann - vor allem mit dem Erkunden eines Hochseehafens. An den Landungsbrücken gibt es jede Menge Unternehmen, die um die Gunst der Besucher wetteifern. Dabei kann man wählen zwischen Fahrten mit kleineren Barkassen oder größeren Ausflugsschiffen. Beides hat Vor- und Nachteile, aber wenig seefeste Leute sollten doch die größeren Schiffe nehmen. In den kleinen Barkassen kann der Seegang an manchen Tagen leichter zu Problemen führen.

Hamburg vom Wasser gesehen Hafenrundfahrt mit Schaufelraddampfer Auf einem Schiff der Hafenrundfahrt

Der größte Unterschied zwischen beiden Varianten sind jedoch die angebotenen Touren. Mit den größeren Schiffen gelangt man weiter in den Hochseehafen hinein und hier verschafft der höhere Standpunkt auf dem Deck einen besseren Überblick. Dafür können diese Schiffe nicht durch die engen Kanäle und Fleeten der Speicherstadt fahren. Wir hatten bei mehreren Hamburg-Besuchen beide Touren mitgemacht und würden uns im Zweifelsfall für die Hafenrundfahrt mit dem großen Schiff entscheiden. Die Tour durch den Hochseehafen damit ist wirklich sehr interessant. Die Fahrt durch die Speicherstadt mit einer Barkasse zwar auch, doch kann man die Speicherstadt auch sehr gut per Fuß erkunden und hat vor allem von den Brücken oft einen besseren Überblick als in den Barkassen, in denen man nur wenig über dem Wasser sitzt.

Kräne und Containerschiff im Containerhafen

Der Hamburger Hafen ist schon etwas Besonderes. Mit 72 km² Fläche gilt er als der zweitgrößte Containerhafen Europas. Ungewöhnlich ist auch, dass er als Seehafen geführt wird, obwohl er im Binnenland liegt, immerhin 110 km von der Nordsee entfernt. Viele Schiffe liegen meist aber nicht im Hafen, denn durch die Containertechnik und die modernen Umschlaganlagen haben sich die Liegezeiten enorm verkürzt sehr zur Freude der Reeder. Für die Touristen ist das weniger erfreulich, denn die Romantik und der große Betrieb vergangener Zeiten ist einer nüchternen Arbeitsweise gewichen. Trotzdem, die Ozeanriesen sind immer wieder hochinteressant und die Tour der Hafenrundfahrt sollte beim Hamburg-Besuch keinesfalls fehlen.

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