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Die Geschichte der Stadt Hamburg

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Im Gegensatz zu vielen bedeutenden Großstädten auf deutschem Gebiet errang Hamburg erst verhältnismäßig spät einen herausragenden Rang. Mit dem Beitritt zum Bündnis der Hanse begann auch für Hamburg der Aufstieg und die Einkehr des Reichtums in die Stadt. Im 16. Jahrhundert war sie eine der reichsten Städte Europas. Trotzdem blieb Hamburg noch über Jahrhunderte eine relativ kleine Ansiedlung, weit entfernt von der schon damals sehr großen Einwohnerzahl anderer bedeutender deutschen Städte.

Während der Dreißigjährige Krieg, der vielen deutschen Städten so sehr zusetzte, an Hamburg eher vorbeiging, musste die Stadt jedoch später mit anderen Katastrophen fertig werden. Die Napoleonische Besatzung und die damit einhergehende Kontinentalsperre setzte der Hafenstadt stark zu und knapp vierzig Jahre später wurde ein Drittel Hamburgs durch den Großen Brand vernichtet.

Die Stadt erholte sich aber wieder und gewann mit dem Bau des Freihafens immens an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert war die Hansestadt endgültig zu einer der wichtigsten Großstädte Deutschlands geworden und erreichte 1949, nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, sogar des Status eines Bundeslandes. Die Bedeutung ist bis heute geblieben, auch wenn die Globalisierung der Hanse- und Hafenstadt schwer zu schaffen macht.

Die Hammaburg, Hamburgs Grundstein

Auch in der Gegend der heutigen Stadt Hamburg lebten schon seit geraumer Zeit Menschen. Forscher glauben, dass vor rund 12.000 Jahren die ersten hier eintrafen. Das waren jedoch noch Sammler und Jäger ohne festen Wohnsitz. Die ersten festen Siedlungen sollen etwa 400 Jahre vor Christus entstanden sein. In der Zeit der Völkerwanderung, im 4. bis 6. Jahrhundert n. Chr., nahm deren Zahl erheblich zu, vor allem Leute vom Stamm der Sachsen siedelten sich hier an. Noch heute erinnert die Bezeichnung des Landes Niedersachsen daran.

Der eigentliche Grundstein Hamburgs entstand aber relativ spät im 9. Jahrhundert. Es war Karl der Große, der um 810 mit der Missionierung in dieser Gegend begann und dafür eine Missionsstation errichten ließ. Sein Sohn Ludwig der Fromme baute an der Stelle die erste Festung, die Hammaburg, von der sich der Name Hamburg ableitet. Im Vergleich zu anderen Städten der damaligen Zeit war diese trotzdem ziemlich unbedeutend. Auf etwa 130 x 130 Meter bot sie Platz für 50 Mann Besatzung, den Königshof und die Marienkirche. Die Burg sollte der Ausgangspunkt der christlichen Bekehrung des gesamten Nordens sein und wurde deshalb Sitz des Erzbistums. Doch wenig später wurde dieses nach Bremen verlegt, da die Festung und Siedlung der Hammaburg zu leicht eingenommen werden konnte. Die Hammaburg wurde Mittelpunkt eines Marktplatzes, um den sich zahlreiche Handwerker und Händler ansiedelten.

Ein großer Rückschlag kam um 1066, als die Slawen wegen der Christianisierung und den damit verbundenen Abgaben an Klöster und Bistümer einen Aufstand organisierten. Trotz der bis dahin erfolgten weiteren Befestigung der Siedlung Hamburg brannten sie fast alle Häuser nieder und töteten die Bewohner oder versklavten sie.

Neuer Aufschwung kam mit Graf von Schauenburg, der ca. 50 Jahre später die neu aufgebaute Stadt weiter befestigte und deren Feinde besiegte. Während er sich vorrangig um die Hamburger Neustadt kümmerte und hier zahlreiche Kaufleute ansiedelte, legte der Erzbischof sein Augenmerk auf die Altstadt. Ein großer Schritt vorwärts war die Einführung der Zollfreiheit und des Marktrechts durch Kaiser Barbarossa im Jahre 1189. Dies gilt als die eigentliche Geburtsstunde der Stadt Hamburg und wirkte sich stark auf die weitere Entwicklung Hamburgs aus.

Hamburg und die Blütezeit der Hanse

Hanse kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet soviel wie Gruppe oder Gefolge. Zur Mitte des 12. Jahrhunderts schlossen sich niederdeutsche Kaufleute zu einer Vereinigung zusammen, mit der Sie ihre wirtschaftlichen Interessen besser und effektiver vertreten konnten. Auch ließen sich die Handelswege auf der Ost- und Nordsee in dieser Gemeinschaft besser schützen.

Mit der immer mehr steigenden Sicherheit der Handelswege und dem Ansässig werden der Kaufleute in den wachsenden Städten veränderte sich die Handelslandschaft stark. Die Kaufleute waren nun nicht mehr selbst unterwegs, sondern regelten ihre Geschäfte von ihrem Sitz in der Stadt und entsandten ihre Vertreter. Diese neue Bedeutung der Städte als Handelszentrum veränderte auch das Wesen der Kaufmannsvereinigung, der Hanse. So ging der Weg weg von der Vereinigung einzelner Kaufleute hin zum Bündnis von Städten, die sich in der sogenannten Städtehanse zusammenschlossen. Diese Entwicklung begann um 1250 und erlebte ihre Blütezeit bis etwa 1400. Meist wird vermutet, dass die Hansestädte auf die Küstenregionen beschränkt waren. Doch zum Bündnis der Hanse zählten weit mehr Städte, die z.T. tief im Binnenland lagen.

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Hamburg spielte bei der Entwicklung des Städtebundes eine Vorreiterrolle. Um 1241 stellten Lübeck und Hamburg ihre Zusammenarbeit, die schon geraume Zeit bestand, auf eine vertragliche Basis und legten so den Grundstein für die Städtehanse. Daraus ging dann einige Zeit später der Wendische Städtebund hervor, einer der vielen, die es zur Hochzeit der Hanse gab. Auf dem Höhepunkt der Hanse zwischen 1350 und 1400 gehörten fast im gesamten nördlichen Europa 72 Städte als Kernmitglied und etwa 130 als lockere Verbündete dazu.

Der große Erfolg des Bündnisses, der wachsende Reichtum und die daraus resultierende Vormachtstellung riefen natürlich auch Neider auf den Plan. Dänemark wollte sich damit nicht abfinden und verwickelte sich in zwei Kriege mit dem Hanse-Bündnis, kassierte aber jeweils Niederlagen. Unterstützung bekamen die Dänen von Seeräubern. Die bekanntesten und von Sagen und Geschichten umwobenen waren die Vitalienbrüder unter ihren Anführern Klaus Störtebeker und Göedecke Michel. Ein anderer Name dieser Piraten war Likedeeler, was "Gleichteiler" bedeutet. Es hieß, dass alle, ganz gleich ob Anführer oder einfacher Seemann, den gleichen Anteil der Beute von den Raubzügen erhielt und auch viel unter die Armen verteilt wurde. Das trug sehr zur Legendenbildung bei und ließ vor allem Störtebeker auch heute noch zu einer der bekanntesten Personen der Geschichte werden. Im Endeffekt siegte aber die Hanse und Störtebeker wurde 1401 in Hamburg hingerichtet.

Nach 1400 begann der Niedergang der Hanse. Gründe gab es mehrere, so das Erstarken der fürstlichen Territorialgewalt und die Entdeckung Amerikas. Besonders letzteres verschob die Bedeutung der Handelswege immer mehr in Richtung des Überseehandels und brachte starke Konkurrenz hervor. Die Zahl der Mitgliedsstädte ging immer mehr zurück. Mitte des 17. Jahrhunderts, auf dem letzten Hansetag, waren von dem einst so mächtigem Bündnis nur Lübeck, Hamburg, Bremen, Danzig, Rostock, Braunschweig, Hildesheim, Osnabrück und Köln übrig geblieben. In späteren Zeiten beschränkte es sich gar auf die drei Städte Hamburg, Bremen und Lübeck, die weiterhin eng zusammen arbeiteten und bis heute die Bezeichnung "Hansestadt" führen.

Hamburg bis zum Großen Brand

Einen großen Schritt in Richtung einer modernen Gesetzgebung unternahm wiederum die Hansestadt Hamburg. Im Jahre 1410 bekam die Stadt aufgrund der Unzufriedenheit der Bürger mit den hohen Abgaben und der Eigenmächtigkeit des Rates ihre erste Verfassung. Insgesamt war diese für die damalige Zeit sehr fortschrittlich und band die Bürgerschaft in alle Gesetzgebungen ein. Ein weiterer Meilenstein war im 16. Jahrhundert die Gründung der ersten Börse auf deutschem Gebiet. Das dies in Hamburg geschah ist kein Zufall, sondern hängt damit zusammen, dass die Stadt damals zu den reichsten Europas zählte. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Banken und Versicherungen, die einen weiteren Grundstein für den Wohlstand Hamburgs bildeten. Die Hansestadt war auch eine derjenigen, in der Martin Luthers Ideen und die Reformation ohne kämpferische Auseinandersetzungen eingeführt wurden.

Hamburger Stadtwappen

Aufgrund seiner Stärke kam Hamburg im Dreißigjährigen Krieg glimpflich davon, von den fürchterlichen Zerstörungen anderer Städte und Landschaften blieb es weitgehend verschont. Reichlich ein Jahrhundert später wurde Hamburg 1768 Kaiserliche Freie Reichsstadt, ein weiterer großer Pluspunkt. Einen herben Rückschlag für die Stadt brachte aber die Besetzung Hamburgs durch die Truppen Napoleons und die Einführung der Kontinentalsperre durch den Korsen. Der Wegfall des Handels mit England aufgrund dieser Sperre kam die Stadt teuer zu stehen. Die Auswirkung waren extreme Arbeitslosigkeit, Hunger und wachsendes Elend der Bevölkerung. Erst nach der französischen Niederlage erholte sich die Stadt wieder.

Die nächste Katastrophe ließ aber nicht lange auf sich warten. Im Jahre 1842 brach in einer Zigarren-Macherei am Nikolaifleet in Feuer aus, das sich rasend ausbreitete und rund ein Viertel der gesamten Stadt vernichtete. Drei Kirchen und mehr als 1700 Häuser verbrannten in dem Feuersturm. Allerdings hatten die Hamburger selbst, wenn auch unabsichtlich, dabei stark nachgeholfen. Am Ausgangspunkt der Katastrophe, dem Nikolaifleet, lagerten neben anderen hoch entzündlichen Waren auch große Mengen Alkohol. Um den Brand nicht darauf übergreifen zu lassen, kippte man ihn in das Fleet. Eine fatale Entscheidung, denn aufgrund der Ebbe konnte der Alkohol nicht abfließen und die Fleete standen bald in Flammen. Außerdem entnahm die Feuerwehr das Löschwasser aus den Fleeten, das mit dem Alkohol vermischt war und nicht löschte sondern das Feuer weiter anfachte. Noch heute erinnert die Straße Brandsende an die Katastrophe. Bis hierher reichte damals das Feuer.

Hamburgs Entwicklung als Großstadt

Hamburg erholte sich von der großen Feuerkatastrophe, blieb aber vorerst mit rund 50.000 Einwohnern eine relativ kleine Stadt, die sich nur in den mittellalterlichen Grenzen entwickelte. Viele der heutigen Vororte waren bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts eigenständige Städte. Der Wachstumsschub in Bezug auf Fläche und Bevölkerung kam erst mit der steigenden Industrialisierung. Um 1900 zählte die Stadt dann schon etwa 1 Million Einwohner.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches bekam die Stadt unter Bismarck 1881 einen Freihafen, in dem die Waren unverzollt gelagert und umgeschlagen werden durften. Für die Wirtschaft und den Handel der Stadt war das von sehr großer Bedeutung. Damit wurde auch die Speicherstadt, Hamburgs bekanntes Wahrzeichen und Anziehungspunkt für zahllose Touristen, ausgebaut. Allerdings gab es in der reichen Hansestadt auch extrem viel Elend, besonders die Hafenarbeiter und Seeleute lebten in erschütternder Armut. Aufgrund dieser Zustände brach 1892 eine Choleraepidemie aus, der in kurzer Zeit 9.000 Hamburger zum Opfer fielen.

Die MS Deutschland im Trockendock

Das 20. Jahrhundert brachte der Stadt Höhen und Tiefen. Nach einer wirtschaftlich guten Zeit in den ersten Jahren sorgten der 1. Weltkrieg und die darauf folgende Inflation und Wirtschaftskrise für Hamburg, wie auch für viele andere Städte, zu einer Zeit der Not und Entbehrung. Es kam auch zu kämpferischen Auseinandersetzungen, wie dem Hamburger Aufstand unter dem Arbeiterführer Ernst Thälmann. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde das Hamburger Rathaus besetzt und die Bürgerschaft aufgelöst. Der Juli 1943 wurde für die Hamburger zum Alptraum. Drei Nächte lang griffen amerikanische und britische Luftverbände die Hansestadt an und warfen ihre Bomben ab. Zahlreiche Stadtteile Hamburgs wurden fast komplett zerstört und etwa 42.000 Menschen starben. Ein weiteres dunkles Kapitel sind die Konzentrationslager in Hamburg und Umgebung, in denen etwa die gleiche Anzahl Menschen umkamen.

Hamburg mit dem Heinrich-Hertz-Turm

Nach dem Krieg ging es für Hamburg aufwärts, die Freie und Hansestadt wurde 1949 nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland ein selbständiges Bundesland. In die Schlagzeilen geriet die Stadt 1962, als eine große Flutkatastrophe 317 Menschenleben kostete und rund 60.000 ihr Heim verloren. Diese Katastrophe wurde gleichzeitig zur Chance, denn die daraus gezogenen Lehren ließen bis heute die Stadt von weiteren derartigen Katastrophen verschont bleiben. Diese Tage waren auch der Beginn des Aufstiegs des späteren Bundeskanzlers, des damaligen Innensenators Helmut Schmidt, der sich durch sein hervorragendes Krisenmanagement auszeichnete.

Heute ist Hamburg eine sich immer weiter entwickelnde Großstadt, die auch als Touristenhochburg gilt. Die Highlights, wie der Hafen, die aus- und umgebaute Speicherstadt und die schöne Umgebung locken jedes Jahr Millionen Besucher an. Einen weiteren Höhepunkt erhält die Hansestadt mit der Hafencity, an der seit 2001 gebaut wird und die um 2020 fertig gestellt sein soll.

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