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Dresden, die Hauptstadt des Landes Sachsen, war in der Vergangenheit und ist heute eine lebendige, wirtschaftlich kräftige Stadt. Auch politisch ist Sachsen mit seiner Metropole von großer Bedeutung. Die Stadt hat sich nach der großen Katastrophe der Bombennächte im 2. Weltkrieg gut erholt und ist heute mit über 500.000 Einwohnern pulsierend und weltoffen.

Dresden und seine Bewohner

Zugegeben, die sächsische Sprache ist gewöhnungsbedürftig und erscheint vielen ziemlich putzig; Wenn man sich aber daran gewöhnt hat und in die Menschen hineinschaut, wird man merken, das an der sprichwörtlichen "sächsischen Gemütlichkeit" wirklich einiges dran ist. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und eben, wie schon erwähnt, gemütlich.

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Bezeichnungen gibt es einige für die Menschen aus Sachsen und Dresden. Die wohl verbreitetste ist der "Kaffeesachse", oder auf gut sächsisch, "Dr Gaffeesachse". Sprichwörtlich ist die Schönheit der sächsischen Mädchen und Frauen, die sich in dem bekannten Spruch "In Sachsen, wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen" widerspiegelt.

Es ist auch durchaus Realität, dass Dresden einen sehr hohen Bevölkerungsanteil an gut ausgebildeten und hochqualifizierten Arbeitskräften hat. Nicht ohne Grund sin einige große Firmen der Mikroelektronik und anderer Zukunftsbranchen in die sächsische Landeshauptstadt gegangen. Vergleicht man die bundesdeutschen Städte, dann steht Dresden in der Bevölkerungszahl an 15. Stelle, mit einer Bevölkerungsdichte von ca. 1440 Einwohnern je Quadratkilometer.

Haus des Buches

Die Stadt zählt zu den am meisten hochwassergefährdeten in Deutschland. Schmerzlich wurde das im Jahre 2002 mit der Jahrhundertflut bestätigt, die enorme Schäden anrichtete. Die Elbe und einige kleinere Flüsse aus dem Erzgebirge können in regen- oder schneereichen Jahren zum Problem werden, auch weil Dresden in einem Tal, dem Elbtal, liegt. Diese Lage ermöglicht aber auch ein mildes Klima, das für den größten Teil der Stadt zutrifft.

Das Besondere an Dresden sind nicht nur die weltbekannten Bauwerke und die berühmten Kunstsammlungen sondern auch der Charakter der Stadt. Neben der Altstadt und der Neustadt mit ihrem ausgeprägten barocken Bild, prunkvollen Villenvierteln und Neubaugebieten mit dominierender Plattenbauweise gibt es eine Reihe Stadtteile mit ausgeprägtem dörflichen Charakter.

Auch kulturell hat Dresden einiges zu bieten. So wird seit 1970 das Internationale Dixieland-Festival in der Elbestadt ausgetragen, mit jährlich etwa 500.000 Besuchern die größte Kulturveranstaltung Sachsens. Stadtfeste, Filmnächte, Veranstaltungen zu wissenschaftlichen Themen und der bekannte Striezelmarkt, der Dresdner Weihnachtsmarkt, runden das Bild ab. Der Striezelmarkt ist übrigens einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands, seit 1434 wird er veranstaltet.

Historische Persönlichkeiten Dresdens

In den Grenzen Dresdens sowie im engeren Umland sammelten sich historisch wichtige und interessante Persönlichkeiten. Teils wurden sie hier geboren, teils wählten sie die Stadt aufgrund ihrer Historie und Bedeutung als Wirkungsstätte. Stellvertretend für viele seien hier die Namen August der Starke, Karl May und Manfred von Ardenne genannt, die im Laufe der Jahrhunderte Dresden zu immer wieder neuer Berühmtheit verhalfen.

August der Starke

Eine der berühmtesten Persönlichkeiten Dresdens ist der sächsische Kurfürst und polnische König Friedrich August I., besser bekannt als August der Starke.

Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden, so soll er Vater von 365 Kindern sein und als Zeichen seiner außergewöhnlichen Kraft mit bloßer Hand Hufeisen verbogen und Pokale zerdrückt haben. Nicht alles davon ist als bare Münze zu nehmen, die Zahl von 365 Kindern ist mit Sicherheit übertrieben. Fakt ist aber, dass er ein Herrscher war, der über ungewöhnliche Körperkräfte verfügte, den Frauen mehr als zugetan und ein großer Kunstliebhaber war. Legendär ist auch seine Prunksucht, die der Stadt Dresden weltberühmte Kunstsammlungen und Bauwerke bescherte, aber Sachsen auch oft an den Rand des Ruins brachte.

Friedrich August I. wurde 1670 geboren und sollte eigentlich gar nicht auf den sächsischen Thron kommen, der war für seinen älteren Bruder vorgesehen. So hatte er ausreichend Gelegenheit, andere Länder zu bereisen und dort bleibende Eindrücke zu sammeln. Für seine spätere Regentschaft von großer Bedeutung waren die Aufenthalte in Frankreich und Italien.

Im Paris Ludwigs XIV., des Sonnenkönigs, erlebte er dessen unvorstellbare Verschwendungs- und Prunksucht sowie dessen Ich-Bezogenheit. Das sollte August prägen, der während seiner Regierungszeit permanent versuchte, diesen Prunk nachzuahmen; Aber in Frankreich und Italien lernte er auch die Schönheit vieler Kunstschätze und Architekturen kennen, die ihn zu dem herausragenden Kunstmäzen des Barocks machten.

Der Goldene Reiter, das Denkmal August des Starken

Als sein kinderloser Bruder unverhofft starb, bestieg August mit 24 Jahren den kursächsischen Thron. Damit begann eine Zeitperiode für Sachsen und speziell Dresden, die gezeichnet war von reger Bautätigkeit, rauschenden, manchmal wochenlang dauernden Festen und der Einrichtung weltbedeutender Kunstsammlungen. Allerdings war es auch eine Periode von Niederlagen und fremder Besetzung Sachsens, denn August agierte in politischen und militärischen Fragen oft ziemlich erfolglos.

Das begann 1695/96, kurz nach der Thronbesteigung Augusts, mit dessen Oberbefehl über die österreichischen Truppen, den ihm der Kaiser übertragen hatte. August kämpfte in Ungarn gegen die Türken, allerdings ziemlich erfolglos.

Sein Machtstreben war jedoch ungebrochen. Nach dem Tod des polnischen Königs stand der Thron, der nicht vererbt wurde, zur Wahl. Für August, der starkes Interesse an der Königswürde hatte, gab es jedoch ein Problem: Polen war ein katholisches Land und August Protestant. So wechselte er kurzerhand seinen Glauben, was in Sachsen für ziemliche Empörung sorgte. August hatte aber in dieser Frage ein gutes Gespür, er ließ seinen Untertanen die Religionsfreiheit.

Die europäischen Mächte Frankreich, Russland und Österreich, der polnische Adel und die polnische Kirche waren völlig uneins und unterstützten unterschiedliche Kandidaten. So wurden der sächsische Kurfürst und der französische Prinz von Conti gleichzeitig zum polnischen König ausgerufen. Dank Unmengen an Bestechungsgeldern und der sächsischen Armee gelang es August, sich die polnische Krone allein zu sichern.

Nun musste er aber versuchen, den polnischen Adel "zu ködern", was er mit der Rückgewinnung von Schweden besetzte Livland für Polen erreichen wollte. Das wurde aber zum Fiasko, im insgesamt 21 Jahre dauernden Nordischen Krieg zeigte August, dass er kein überragender Feldherr war. Er verlor alle Schlachten und schon 1704 die polnische Krone. Die gewann er 1709 zurück, allerdings nur dank der tatkräftigen Hilfe Russlands.

Seine großen Leistungen hat er auf einem anderen Gebiet erbracht, auch wenn diese nur mit Unsummen von Schulden und dem Aussaugen des Volkes möglich waren. Dazu gehören der Bau und Umbau solch bedeutender Bauwerke wie dem Zwinger, der Frauenkirche und Schloss Pillnitz. Die Kunstsammlungen und die Antikensammlung wurden durch August zu dem, was ihre Weltbedeutung ausmacht. Die größten Künstler aus den Ländern Europas waren in Dresden zu Hause und die Stadt hatte als einer der ersten deutschen Städte öffentlich zugängliche Museen.

August der Starke starb 1733 nach längerem Siechtum in Warschau an Diabetes. Wenn sein Wirken auch sehr zwiespältig war, so kann er doch zu den größten Herrschern Europas gezählt werden.

Gräfin Cosel, die Mätresse

Anna Constantia von Brockdorff, die spätere Gräfin Cosel, ging in die Geschichte ein als die Lieblingsmätresse August des Starken. Doch nicht nur aus diesem Grund, sondern auch oder vor allem, weil sie in Ungnade fiel und fast ein halbes Jahrhundert als Gefangene Augusts auf der sächsischen Burg Stolpen verbrachte.

Geboren 1680 in Holstein kam sie mit ihrem Mann, dem geheimen Rat Adolf Magnus von Hoym nach Sachsen in die Residenzstadt Dresden. Dort verfällt ihr August der Starke sofort, für ihn ist sie das Idealbild einer Frau. Anna Constantia gefällt sich durchaus in dieser Rolle, will aber bedeutend mehr. Sie lässt sich von ihrem Mann scheiden und verlangt von August ein schriftliches Eheversprechen sowie die Anerkennung aller aus der Beziehung entstehenden Kinder und deren Berechtigung zur Erbfolge. 1706 ist Anna Constantia ihrem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Sie wird vom Kaiser als Anna Constantia von Cosel in den Reichsgrafenstand erhoben und bewohnt das Taschenbergpalais, einen wunderschönen Bau gegenüber des Residenzschlosses, der eigens für sie errichtet wurde.

Burg Stolpen

Die Gräfin Cosel sägt aber praktisch selbst den Ast ab, auf dem sie sitzt. Ihr hochmütiges Verhalten gegenüber den Höflingen und ihr Einmischen in die Politik, bei dem sie einige Entscheidungen Augusts kritisiert, lassen ihren Stern nach und nach sinken. So versucht sie August den Starken von der Annnahme der polnischen Königskrone abzubringen und auch in anderen politischen Fragen ihren Willen durchzusetzen.

Einer Person wie August ist das natürlich alles andere als genehm und so kühlt die Beziehung der beiden langsam aber sicher ab. Für August gewinnt eine andere Mätresse, die polnische Gräfin Dönhoff, an Bedeutung; Gräfin Cosel erlebt 1713 eine große Demütigung, als die Beziehung endgültig beendet wird. Sie macht nun einige Fehler, die ihr späteres Leben enorm beeinflussen werden. Das schriftliche Heiratsversprechen verlangt August von ihr zurück und befiehlt ihr, sich auf Schloss Pillnitz, ein früheres Geschenk des Kurfürsten, zurückzuziehen.

Gräfin Cosel weigert sich und flieht nach Berlin, dessen König sie 1716 an Sachsen ausliefert. Nach einer kurzen Gefangenschaft im Schloss Nossen wird sie auf die Burg Stolpen gebracht, wo sie nahezu 50 Jahre, bis zu ihrem Tod 1765 im Alter von 85 Jahren, verbleibt.

Es heißt, dass ihr nach dem Tod August des Starken freigestellt wurde, die Burg zu verlassen. Sie blieb aber. Besonders durch diese lange Gefangenschaft kamen sowohl die Gräfin Cosel als auch die sächsische Burg Stolpen zu einem Ruhm, der noch heute anhält und viele Touristen zur Burg zieht.

Karl May, der sächsische Münchhausen

Der sächsische Lügenbaron war einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt, dessen Bücher in unzähligen Auflagen erschienen und auch verfilmt wurden. Wer kennt Winnetou und Old Shatterhand nicht? Die Faszination und der Erfolg beruhen zum großen Teil auf dem genialen Geschick Karl Mays, zu flunkern und diese Flunkereien als Wahrheit auszugeben. Seine "Reiserzählungen", als welche die Bücher erschienen, verkaufte er als wahre Erlebnisse, in denen er meist als weltgewandte und abenteuerlustige Hauptperson auftauchte.

Unter heutiger Sicht scheint es erstaunlich, dass ihm seine fantastischen Abenteuer als Wahrheit abgekauft wurden, doch in der damaligen Zeit waren der breiten Bevölkerung fremde Länder noch relativ unbekannt und Berichte darüber wurden oft für bare Münze genommen. Dabei hatte alles anfangs gar nicht nach einem erfolgreichen und weltbekannten Schriftsteller ausgesehen.

Karl May wurde 1842 als eines von insgesamt 14 Kindern in sehr ärmlichen Verhältnissen in Ernstthal geboren. Von den 13 Geschwistern starben jedoch neun bereits in den ersten Monaten. Der kleine Karl soll im Alter von 2 Jahren erblindet sein und erst mit ca. 5 durch Spezialisten geheilt werden. Da dies auf eigenen Angaben Karl Mays beruht, ist vielleicht auch diese Geschichte mit Vorsicht zu genießen.

Nach der Volksschule studierte May in Waldenburg am Lehrerseminar und fand später eine Anstellung als Hilfslehrer in Glauchau. Wegen Problemen mit seinem Vermieter, der ihn der ungehörigen Annäherung an seine Ehefrau bezichtigte, verlor er diese Stelle aber schon nach 14 Tagen. In Altchemnitz, wo er eine neue Stelle als Fabrikschullehrer gefunden hatte, gab es wieder Probleme. Karl May hatte eine Taschenuhr seines Zimmernachbarn im Weihnachtsurlaub mit nach Hause genommen, was ihm eine Anklage und Verurteilung zu einer Haftstrafe einbrachte. Damit war eine Zukunft im Schuldienst nicht mehr möglich. So geriet er immer mehr in den kriminellen Bereich. Gewalt war dabei nicht dominierend, vielmehr zeigte sich Karl auch hier von seiner fantasievollen Seite, z. B. mit Hochstapeleien. Mehrere Haftstrafen, u.a. im Zuchthaus Waldheim, waren die Konsequenz, die er zu tragen hatte.

Zum Glück für Karl May hatte er Kontakte zum Dresdner Verleger Heinrich Gotthold Münchmeyer aufgebaut, der ihn in seinem Verlag anstellte. 1878 wurde er dann freier Schriftsteller und schrieb u.a. für die katholische Wochenzeitschrift "Deutscher Hausschatz".

Mit seiner Frau Emma, die er 1880 heiratete, zog er nach Dresden und schrieb in den folgenden Jahren fünf Trivialromane, die heute größtenteils vergessen sind. Die eigentliche Erfolgsgeschichte begann mit der Erfindung von Old Shatterhand, Winnetou und Kara ben Nemsi. Unter dem Verleger Fehsenfeld kam die Reihe Karl May`s gesammelte Reiseromane heraus und damit Ruhm und Reichtum; Rund 60 Titel erschienen in der Reihe, deren Schauplätze Nord- und Südamerika sowie der Nahe Osten waren.

Mit der enormen Popularität verstieg sich Karl May immer mehr in eine Traumwelt. Er behauptete und war wohl auch selbst davon überzeugt, dass er diese Abenteuer wahrhaftig erlebt hätte und tatsächlich Old Shatterhand wäre. In vollem Ernst gab er an, über tausend Sprachen zu sprechen. Die legendären Gewehre der Erzählungen, die "Silberbüchse" und den "Henrystutzen", ließ er von einem Büchsenmacher eigens anfertigen und dazu Autogrammkarten drucken, die ihn in voller Ausrüstung zeigten. 1895 bezog er im Dresdner Vorort Radebeul die "Villa Shatterhand", das heutige Karl-May-Museum.

Karl-May-Museum Radebeul

In seinen Erzählungen hatte er große Teile der Welt bereist, in der Wirklichkeit kam er erstmals 1899/1900 über die Grenzen Europas hinaus. Er besuchte den Orient, was in ihm einen Schock auslöste. Die Wirklichkeit entsprach so keineswegs seinen Fantasien. Dazu regte sich auch in der Heimat erste Kritik, die Presse begann über seinen Personenkult und die Bildung der Legenden um seine Person zu schreiben. Dazu wurden auch seine Vorstrafen ans Licht gezogen. Was nun folgte, war eine Zeit voller Angriffe auf Karl May, die seine Gesundheit zerrütteten. Zahlreiche Prozesse wegen unerlaubter Veröffentlichung seiner Bücher trugen das ihre dazu bei.

1908 reiste Karl May mit seiner zweiten Frau Klara Pöhn, die er 1903 geheiratet hatte, nach Amerika. Es war eine reine Touristenreise von einigen Wochen Dauer. Wenn man bedenkt, dass seine bekanntesten Bücher und Figuren dort spielen und er viele Jahre erfolgreich behauptet hatte, alles seien eigene Erlebnisse, dann ist das schon erstaunlich. In seinem Spätwerk widmete er sich dem Pazifismus und dem Wandel des Menschen vom "Bösen" zum "Guten".

1912 starb Karl May. Sein Grab ist noch heute auf dem Friedhof Radebeul-Ost zu finden und ebenfalls in Radebeul steht das Karl-May-Museum, die "Villa Shatterhand". Wie man auch zu Karl May steht, unbestritten ist, dass er einer der erfolgreichsten Schriftsteller war und seine Fantasie mehrere Generationen beeindruckte.

Manfred von Ardenne, ein Baron im Sozialismus

Es ist kaum zu glauben, aber die DDR leistete sich einen "echten" Baron, der Bedingungen für sein Bleiben stellte, wie z.B. die Zulassung seines privaten Forschungsinstitutes. Der Mann, der dies den DDR-Oberen abtrotzte war Manfred Baron von Ardenne und gilt als einer der letzten Universalgenies. Zu seinen Leistungen gehört die entscheidende Mitwirkung an der Erfindung der Fernsehtechnik. Dazu kommen unzählige Patente auf den Gebieten der Nuklear-, Plasma- und Medizintechnik und der Funk- und Fernsehtechnik. Seine Methoden und Erkenntnisse der Krebsbekämpfung auf medizinischem Gebiet waren allerdings eher umstritten.

Er wurde 1907 in Hamburg geboren, in einer Familie mit zahlreichen elitären Militärangehörigen. Schon als 16jähriger erhielt er sein erstes Patent für ein Verfahren zur drahtlosen Telegraphie. Dann folgen weitere Erfindungen, z. B. die Konstruktion des ersten Breitbandverstärkers. Ein Studium in Physik, Chemie und Mathematik in Berlin, das er 1925 begann, bricht er vorzeitig ab, da er das System an den Universitäten für völlig veraltet und sinnlos hält.

Von 1928 bis 1945 leitet Manfred von Ardenne das Forschungslabor für Elektronenphysik, das er in Berlin gegründet hat. Zahlreiche Erfindungen und Entwicklungen krönen diese Zeit. Ihm gelingt z.B. die erste Übertragung von Fernsehbildern, er entwickelt Bildröhren für die Fernsehtechnik, konstruiert ein Rasterelektronenmikroskop und es gelingen zahlreiche weitere Erfindungen. 1938 heiratet er seine Frau Bettina, mit der er vier Kinder hat.

Das NS-Regime sieht auch das Potenzial, das in seinen Forschungen steckt. Er erhält auch während des 2. Weltkrieges Gelder und kann sich seinen Forschungen widmen; Nach dem Ende des Krieges erklärt sich Ardenne bereit, in die Sowjetunion zu gehen und für die Russen zu arbeiten. Dort trägt er maßgeblich zur Entwicklung und dem Bau der ersten sowjetischen Atombombe bei und erhält für seine Arbeit den Stalin-Preis.

1954 siedelt er in die DDR um, das ist die Bedingung dafür, dass er seine Experimentieranlagen und Messgeräte behalten darf. In Dresden entsteht sein Forschungsinstitut "Manfred von Ardenne", mit bis zu 500 Mitarbeitern und privat geleitet ein Unikum in der DDR. Eigentlich entspricht sein Status und seine Lebensweise so gar nicht dem propagierten Bild in der DDR. Doch seine Erfolge und die zahlreichen Patente, die er so in die DDR holt, lassen ihn zum "adligsten" Bürger des Arbeiter- und Bauernstaates werden; Er kann Wünsche anmelden und genießt Privilegien.

Auszeichnungen gehören für ihn zum Alltag. So wird Manfred von Ardenne Mitglied des Friedensrates und des Forschungsrates, erhält den Nationalpreis und wird in die Volkskammer gewählt. Weitere Auszeichnungen, Mitgliedschaften und Ernennungen runden das Bild ab. Nach der deutschen Einheit 1990 endet seine Erfolgssträhne. Ihm fehlen die finanziellen Mittel um das Institut erfolgreich weiterführen zu können. Im Mai 1997 stirbt Manfred Baron von Ardenne in Dresden. Sicher war er eine umstrittene Persönlichkeit, doch mit Sicherheit ein großer Wissenschaftler.

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