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Weitere Sehenswürdigkeiten in Dresdens Altstadt

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Dresden, die Stadt des Barock, bietet dem interessierten Besucher noch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten. Gerade auch in der Altstadt sind neben den Bauwerken der Wettiner noch weitere Architekturdenkmäler zu finden, die man hier kaum erwartet hätte. Am ungewöhnlichsten dabei ist wohl die Yenidze, ein Gebäude, das an Arabien und die Märchen aus dieser Region erinnert.

Das Gegenteil ist die Prager Straße, die ehemalige Vorzeigestraße des Dresdens der DDR. Heute sind die Plattenbauten ganz ansehnlich geworden und durch weitere Neubauten ergänzt.

Yenidze, Bau aus 1001 Nacht

Man glaubt im Orient zu sein, doch man ist in Dresden-Friedrichstadt. Da ragt über einem moscheeartigen Bau eine minarettartige Kuppel in die Höhe und das ganze Ambiente des Gebäudes erinnert an die Bauwerke aus den arabischen Märchen.

Die Yenidze, so der Name des für Dresden ungewöhnlichen Hauses, war von 1909 bis 1912 nach einem Vorbild im ägyptischen Kairo errichtet worden. Der Architekt orientierte sich am Mamelucken-Grab des Khair Bak, das wiederum im Stil einer Moschee gebaut wurde. Das Dresdner Gebäude diente allerdings nicht religiösen Zwecken sondern ganz profan als Fabrik. Die erste Nutzung war als Zigarettenfabrik, danach richtete man einen Tabakkontor darin ein. Heute hat die Yenidze als Fabrik ausgedient, im Gebäude sind Büros und ein Restaurant untergebracht.

Die Yenidze

Die Yenidze machte nicht nur durch ihren Anblick von sich reden, es war auch der weltweit erste Stahlbeton-Skelettbau. Auf sechs Etagen gibt es eine Vielzahl großer Räume und immerhin 600 Fenster. Die 17 m hohe Kuppel ist mit gelben und blauen Glasornamenten gedeckt und wird durch drei rot-grüne Schmuckbänder gestaltet. Das Minarett ist eigentlich der Fabrikschornstein, der damit verkleidet wurde und sich so ideal ins Gebäude einpasst.

Dachterrasse mit Restaurant

Auch die Yenidze wurde durch Bomben beschädigt, aber seit 1947 bis 1953 produzierte man hier wieder Zigaretten. Danach diente das Gebäude als zentrales Tabakkontor der DDR bis es nach der Wende 1996 umfassend restauriert und umgebaut wurde.

Wir empfehlen einen Abstecher hierher zu unternehmen und das Bauwerk aus der Naehe zu betrachten. Dabei kann man das Restaurant besuchen, zu dem eine wunderschöne Dachterrasse gehört; Wir fanden den Platz mit der herausragenden Aussicht über Dresdens Dächer hervorragend; Eine Etage höher, direkt unter der gläsernen Kuppel, hat die "1001 Märchen GmbH" ihren Sitz. In der Spielstätte finden regelmäßig Märchenveranstaltungen und Lesungen statt. Unter den verschiedenfarbigen Gläsern der Kuppel ist das ein Ambiente, das man nicht jeden Tag geboten bekommt. Leider hat man jedoch außerhalb der Vorstellungen keinen Zutritt zur Kuppel. Es war uns lediglich gelungen, einen Blick in den vom farbigen Licht gestalteten Raum zu werfen. Dieser Blick ließ uns erahnen, wie effektvoll das Erlebnis einer Vorstellung in diesen Räumen sein muss.

Die Neue Synagoge

Auch in Dresden war die Geschichte der Juden von Verfolgungen geprägt, die ihren Höhepunkt in den Zeiten der Nationalsozialisten hatten. Von den rund 5000 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde des Jahres 1933 waren nach dem Ende Nazideutschlands nur noch 41 übrig.

Die neue Synagoge

Auch die Synagoge, die vom bekannten Baumeister Gottfried Semper errichtet wurde, fiel in der berüchtigten Reichspogromnacht 1938 der Zerstörung zum Opfer. Von 1950 bis zum Jahre 2001 musste sich die jüdische Gemeinde mit einem umgebauten Gebetshaus auf dem Friedhof in der Friedrichstraße begnügen. Von der zerstörten Synagoge blieb nur ein durch eine Glasfläche dokumentierter Grundriss; Am Vorhof des Rathenauplatzes kann man sich ein Bild davon machen.

Die neue Synagoge

Im Jahre 2001 war es dann endlich soweit. Seit 1996 hatte ein Förderkreis den Bau einer neuen Synagoge vorangetrieben, die fünf Jahre später eingeweiht werden konnte. Ziel war ein moderner Bau, der sich auch mit etwas futuristischen Formen ins Stadtbild einpasst. Berücksichtigt wurde dabei auch die Bauhöhe und die Verwendung des für Dresdner Bauten typischen Materials, des Sandsteins. Wir finden, den Architekten ist mit der neuen Synagoge ein hervorragender Bau gelungen, der trotz seiner modernen Formen durchaus ins barock geprägte Stadtbild passt. Im Eingangsbereich des neuen Baues wurde der goldene Judenstern eingearbeitet, der sich in der Semper-Synagoge befand und über die Zeit des NS-Regimes gerettet wurde.

An der Eingangstür findet man den Spruch "Ein Haus allen Völkern", der dokumentieren soll, dass die Dresdner jüdische Gemeinde liberal eingestellt ist und ihre Synagoge allen öffnet. An die ca. 6 Millionen Opfer des Holocausts erinnert ein Denkmal im Hof des Gebäudes.

Die Semperoper

Allabendlich drängen festlich gekleidete Menschen auf dem Theaterplatz vor der festlich erleuchteten weltberühmten Semperoper. Das Gebäude zählt zu den schönsten Theatern der Welt und auch in punkto Akustik nimmt das Haus einen Spitzenplatz ein. Die Akustik soll hier besser sein als in der Mailänder Scala.

Die Semperoper

Die Semperoper ist jedoch nicht nur wegen der Aufführungen ein Besuchermagnet, das Gebäude gilt auch als ein Meilenstein der Architektur. Dabei sehen wir heute genau genommen das dritte Opernhaus. Erbaut wurde das Theaterhaus vom berühmten Dresdner Baumeister Gottfried Semper, dessen Wirken in und für Dresden legendär ist. Zwischen 1838 und 1841 entstand die Oper in den Formen der italienischen Frührenaissance. Eindrucksvoll ist auch die Gestaltung der halbrunden Fassade.

Allzu lange stand dieses Gebäude aber nicht, schon 1869 fiel es einem Brand zum Opfer, doch bereits 1871 wurde mit dem Wiederaufbau begonnnen. Da der Baumeister Gottfried Semper aber seit seiner Beteiligung an den Maiaufständen des Jahres 1849 in der Verbannung leben musste, entwarf er den Neubau aus der Ferne und ließ die Arbeiten durch seinen Sohn ausführen. So tragisch der Brand war, er hatte auch sein Gutes. Die neue Semperoper war um einiges größer als der Vorgängerbau und auf dem Theaterplatz nach hinten verlagert, so dass mehr Raum blieb und das Gebäude besser in Szene gesetzt wurde.

Das Foyer der Semperoper Der Zuschauerraum der Semperoper

Die zweite Zerstörung erfolgte 1945 im Weltkrieg. Bis 1977 blieben die Ruinen stehen, glücklicherweise gut gesichert. Dann begann der Wiederaufbau für die nun dritte Semperoper. Bis auf einige kleinere Änderungen, wie die Verbreiterung des Bühnenraumes und die Reduzierung der Sitzplätze auf 1300, erfolgte die Rekonstruktion des Gebäudes streng nach dem Originalbau Sempers. Im Jahre 1985 war es dann soweit, die neue Semperoper wurde feierlich eröffnet und die Bauleute konnten sich von ihrer Meisterleistung überzeugen. Die Oper erscheint heute wieder so prachtvoll wie zu früheren Zeiten.

Die Semperoper vom Hausmannturm gesehen

Es ist schon von außen ein sehr beeindruckendes Bauwerk, doch seine volle Pracht entfaltet es im Inneren. Einen Besuch der Semperoper sollte man sich deshalb keinesfalls entgehen lassen. Allerdings ist es ziemlich schwierig, Karten für die Aufführungen zu bekommen. Vorbestellungsfristen von 6 Monaten sind üblich. Eine Alternative sind zumindest die Führungen, die regelmaeßig veranstaltet werden. Innerhalb einer Stunde erfährt man viel über Geschichte und Gegenwart der Semperoper und kann die prachtvolle Innenausstattung bewundern. Wir haben an der Führung teilgenommen und waren zutiefst beeindruckt vom Prunk der Säle und Räume.

Eine schwere Zeit brach für das Opernhaus im Jahre 2002 an, als während der Jahrhundertflut das Wasser bis zu 8 m Höhe in das Gebäude eindrang und starke Beschädigungen verursachte. Heute sind die Schäden behoben und die Semperoper ist wieder in alter Schönheit zu bewundern.

Einen sehr beeindruckenden Blick auf das Opernhaus hat man übrigens vom gegenüberliegenden Hausmannturm des Residenzschlosses.

Weitere Bauwerke in Dresdens Altstadt

Dresdens Altstadt ist reich an weiteren Sehenswürdigkeiten, die sich um Zwinger und Residenzschloss drängen. Eine der bekanntesten und auch auffälligsten ist die Brühlsche Terrasse. Ihren Namen erhielt sie nach Graf Brühl, einem der mächtigsten Minister. Der erhielt das Areal, auf dem die Festungsanlagen am Elbeufer der Dresdner Altstand standen, vom Kurfürsten geschenkt. Da er mit Festungsanlagen aber eher weniger anfangen konnte, ließ er auf ihnen ein Palais mit einem Lustgarten im Barockstil und weitere Barockbauten errichten. Seit 1814 waren die Terrassen für alle offen und die große prachtvolle Freitreppe, die zu ihnen führt, wurde gebaut.

Freitreppe mit Skulpturen an der Brühlschen Terrasse

Am Ende des 19. Jahrhunderts begann eine große Umgestaltung, die Bauten des Grafen Brühl wurden abgerissen und die heute noch dominierenden Gebäude, wie Albertinum, Kunstakademie und Landtag errichtet. Interessant ist auch die "Unterwelt" der Terrasse; Große Teile der ehemaligen Festungsanlage sind noch erhalten und können von den Touristen besichtigt werden.

Das Albertinum beherbergt einige der berühmten Kunstsammlungen Dresdens. Die Galerie Neue Meister ist hier zu finden, ebenso das Münzkabinett und die Skulpturensammlung, dazu kommen dann noch verschiedene Sonderausstellungen. Ursprünglich war das Albertinum ein Zeughaus und wurde zwischen 1884 und 1887 umgebaut. Der Name bezieht sich auf König Albert, einen großen Kunstfreund.

Kunstakademie und Kunstverein mit Semperdenkmal

Weithin sichtbar ist die verglaste Kuppel des Gebäudes der Kunstakademie und des Kunstvereins. Errichtet wurde das Bauwerk Ende des 19. Jahrhunderts. Vor dem Haus ist das Denkmal des großen Dresdner Baumeisters Gottfried Semper aufgestellt.

Ausgesprochen beeindruckend ist der "Fürstenzug", ein 102 m langer Wandfries aus 25.000 fugenlos gesetzten Kacheln aus Meißner Porzellan. Die Ahnenreihe der Wettiner, der Dresdner Kurfürsten und Könige, und auch bekannte Bürger Dresdens sind in 35 überlebensgroßen Figuren dargestellt. Von 1904 bis 1907 entstand das bauliche Meisterwerk, das an der Nordwand des Stallhofes, direkt neben dem Residenzschloss zu bewundern ist.

Wer die Frauenkirche besucht, kann ganz in der Nähe einen Abstecher ins Stadtmuseum unternehmen. In einem historischen Landhaus am Pirnaischen Platz steht das 1891 gegründete Museum. Hier ist in der umfangreichsten Sammlung zur Kunstgeschichte und dem Kulturleben der Elbstadt viel Wissenswertes zu erfahren.

Stadtmuseum

Der Name "Italienisches Dörfchen" führt etwas in die Irre. Er bezeichnet heute eine Gaststätte in einem Gebäude direkt am Elbufer gegenüber der Semperoper. Ursprünglich waren es 32 Wohnhäuschen, die für die italienischen Bauarbeiter errichtet wurden, die für den Bau der Katholischen Hofkirche geholt wurden. Als das Erste Hoftheater von Baumeister Semper errichtet wurde, riss man die Häuser ab, bis auf einige wenige Gaststätten. Übrig blieb letztendlich die Wirtschaft am Elbufer, die nun den Namen "Italienisches Dörfchen" trägt.

Die Prager Straße

Die Prager Straße war einst die bedeutendste Prachtstraße Dresdens, vornehm und mit den teuersten Geschäften, Luxushotels, Bankhäusern und zahlreichen Vergnügungsstätten. Erbaut wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts als Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof (dem damaligen Böhmischen Bahnhof) und der Südvorstadt.

Nach den Bombenangriffen 1945 war von der prachtvollen Straße nicht mehr viel übrig. Von Mitte der 60er Jahre bis 1978 entstand die neue Prager Straße als Fußgängerboulevard als Vorzeigeobjekt sozialistischer Architektur. Die größtenteils in Plattenbauweise errichteten Wohnhäuser, Warenhäuser und Hotels waren allerdings nicht übermäßig originell und konnten keinesfalls mit der weltberühmten Dresdner Architektur mithalten. Lediglich das Rundkino verbreitete etwas Pfiff in der ansonsten Einheitsbauweise.

Heute zeigt sich die Prager Straße als eine Mischung aus restaurierten und überholten Plattenbauten und einigen modernen Neubauten. Aufgelockert wird alles durch Kunstwerke und Brunnenanlagen, die im Straßenbild integriert sind. Die Prager Straße zählt nicht zu den Sehenswürdigkeiten Dresdens, die Weltgeltung haben. Ein Bummel durch die Fußgängerzone lohnt aber allemal.

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